17.08.2020

Broker-Dschungel: Wie findet man den besten Anbieter?

Anlegen - aber wo? Immer mehr Anbieter buhlen um unser wertvolles Geld. Ein kleiner Wegweiser.
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(c) Adobe Stock / Rymden / Georg Schober

Sie heißen Hello Bank, Coinbase oder Trade Republic – und wollen unser Geld. Verwalten. Aber worauf ist bei der Brokerwahl zu achten? Wo lauern die Fallen? Und warum dieser Wildwuchs? Egal ob auf Facebook, Instagram oder Twitter: Werbung für neue Investment-Angebote ist allgegenwärtig. Das kann verwirrend sein. Darum heute: Ein kleiner Wegweiser durch den Broker-Dschungel.

1. Die Hausbank

Viele haben es noch, das Konto bei der Hausbank. Das ist meistens jenes Finanzinstitut, bei dem schon Eltern oder Großeltern waren. Schöne Sache. Die meisten dieser großen Banken, deren Namen wir gar nicht erwähnen müssen, bieten auch den Handel mit Aktien, Anleihen, Fonds und Zertifikaten an. Und dabei sind sie vor allem eines: teuer. Wer ernsthaft und langfristig anlegen will, muss seine Hausbank eigentlich verlassen.

Nur Gott weiß, warum die Großbanken bis heute nicht in den Preiskrieg mit den anderen Anbietern eingestiegen sind. Irgendwann werden sie es tun. Bis dahin gilt: Die Hausbank ist nur für besonders faule Anleger eine Option, denen die gewohnte Umgebung wichtig ist. Aber einen Vorteil haben die Hausbanken neben der Bequemlichkeit. Sie führen die anfallenden Steuern auf Gewinne automatisch ab. Das ist für jeden Kleinanleger wichtig, sonst wird es sehr schnell kompliziert.

2. Die Direkt-Broker

Hier wird es schon interessanter. Unter Direkt-Brokern versteht man die erste Generation von Onlineanbietern. Es ist eine interessante Spezies. In Österreich heißen die Marktführer Hello Bank (die frühere Direktanlage), Dadat und Bank Direkt. Auch die deutsche Flatex hat ein umfangreiches Angebot und kümmert sich – so wie die drei genannten und die Hausbanken – um die Steuern. Theoretisch kann man auch bei jeder anderen Direktbank (etwa aus Deutschland) ein Konto eröffnen – aber muss sich um die Steuern selbst kümmern.

Das gilt auch für den besonders günstigen Anbieter Degiro. Also: Augen auf bei der Brokerwahl – auch bei den Gebühren gibt es zum Teil noch große Unterschiede. Leider ist der Trend zum kostenlosen Handel im kleinen Österreich noch nicht angekommen. Aber das kann ja noch werden. Hier findet sich ein guter Überblick zu den Direkt-Brokern.

3. Die Neobroker

Was für die letzte Boomer-Generation die Direktbanken waren, sind die Neobroker für die Millennials. Der bekannteste ist sicherlich Robinhood. Kein anderer Anbieter steht so sehr für den sogenannten „Retail-Boom“, also den Zustrom von Kleinanlegern. Robinhood hat auch das Handeln ohne Gebühren eingeführt – und die Möglichkeit, Aktien in Teilen zu handeln. Aber Robinhood hat den Schritt nach Europa bisher nicht gewagt. Anbieter wie Trade Republic, Trading 212, eToro oder Plus500 versuchen diese Lücke zu schließen.

Leider ist es für Anleger ein Leichtes, hier den Überblick zu verlieren. Manche dieser Broker haben ein eingeschränktes Portfolio, zum Beispiel bei ETFs – andere setzen vor allem auf so genannte CFDs. Von diesen Produkten sollte ein Anfänger auf jeden Fall die Finger lassen. Neobroker haben meist sehr niedrige Gebühren, kümmern sich aber nicht um die Steuern. Sie sind also am ehesten was für Zocker, die einen guten Steuerberater haben. Langfristige Anleger sind anderswo besser aufgehoben. Manche Neobroker bieten auch Bitcoin und Co. an, aber da ist man bei den Spezialisten besser aufgehoben.

4. Die Kryptobroker

Jetzt sind wir bei Coinbase, Bitpanda, Kraken und Binance gelandet. Im Wilden Westen, der aber immer zivilisierter wird. Vor allem, wenn man zu heimischen Anbieter Bitpanda greift. Dahinter steckt das wahrscheinlich größte österreichische Fintech, man kauft seine Bitcoins quasi lokal. Coinbase ist der weltweit bekannte Konkurrent aus den USA. Kraken und Binance sind wiederum echte Börsen, wo der Handel einiges an Können voraussetzt. Kraken ist besonders beliebt, weil es der größte Marktplatz für Kryptos in Euro ist. Binance ist überhaupt ein Monster.

Dort kann man hunderte Krypto-Assets handeln. Aber Vorsicht: Meistens handelt es sich um Shitcoins, wie die Experten dazu sagen. Dass Krypto generell sehr riskant ist, muss man auch dazu sagen. Und: Auch die Kryptobroker kümmern sich nicht um die Steuern. Das ist aber weniger tragisch, weil Bitcoin nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei ist. Es wird wie Gold behandelt, nicht wie Aktien.

PS.: Eine Besondere Erwähnung gebührt dem österreichischen Projekt „Own360“. Dieses FinTech, das inzwischen auch in Deutschland gestartet ist, kombiniert einen eigenen so genannten „Standortfonds“ mit einer App und einer Community. Es ist ein Konzept, das es so nirgends anders gibt und in keine der oben genannten Kategorien passt. Own360 verlangt relativ geringe Verwaltungsgebühren und keine Transaktionskosten, was es vor allem für Einsteiger interessant machen könnte.


Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

Die Bitpanda GmbH ist zu 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

Über den Autor

Niko Jilch ist Finanzjournalist, Podcaster und Speaker. Website: www.nikolausjilch.com Twitter: @nikojilch

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Novus-Gründer und CEO René Renger mit dem Novus One
(c) Novus

Als brutkasten erstmals über Novus berichtete, war das Fahrzeug aus Braunschweig noch ein Projekt mit guter Anekdote: 75 Kilogramm leicht, Vollcarbonrahmen, Motor im Hinterrad, und ein Team, das eine Kaufanfrage von Elon Musk ausgeschlagen hatte. Inzwischen ist aus dem Prototyp ein Serienfahrzeug geworden. Jetzt gibt das 2019 gegründete Unternehmen von Gründer und CEO René Renger, einem ehemaligen Lead Designer bei Volkswagen, eine Finanzierungsrunde in Höhe eines zweistelligen Millionen-Dollar-Betrags bekannt. Angeführt wird sie von 468 Capital mit Sitz in Berlin und San Francisco. Die genaue Summe nennt Novus nicht.

Serienauslieferungen seit dem Frühjahr

Das Novus One im Stadtverkehr
Das Novus One im Stadtverkehr (c) Novus

Die Serienauslieferungen des Novus One in Europa starteten laut Aussendung im Frühjahr 2026, das Fahrzeug ist in mehreren europäischen Ländern in Kundenhand. Die Founders Edition startet bei 21.300 Euro netto. Das Fahrzeug wiegt 121 Kilogramm, beschleunigt in unter zwei Sekunden von 0 auf 50 km/h und erreicht bis zu 130 km/h. Die 6,2-kWh-Batterie bietet laut Hersteller 150 Kilometer Reichweite und lädt in 90 Minuten von 0 auf 80 Prozent.

Novus bezeichnet das Fahrzeug als „Lightbike“ und reklamiert damit eine eigene Kategorie, die die Vorteile von E-Bike, Roller und Motorrad kombinieren soll. Der eigentliche Kniff liegt in der Zulassung: Das Fahrzeug fährt in zwei per Software einstellbaren Leistungsstufen, als Rollerklasse L1e bis 45 km/h und als Motorradklasse L3e bis 130 km/h. In der Einstiegskonfiguration reicht in den USA und in Europa laut Novus ein Autoführerschein, wobei die Voraussetzungen je nach Land und in den USA je nach Bundesstaat variieren. Damit zielt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf über 400 Millionen Autofahrer in Europa und Nordamerika statt auf die Nische des Zweiradmarkts.

„Unser Ziel ist nicht, den Motorradmarkt zu elektrifizieren oder nur ein weiteres Zweirad zu bauen. Unser Ziel ist, urbane Mobilität neu zu verteilen. Investoren dieses Kalibers an Bord zu haben, zeigt mir, dass der Markt das genauso sieht“, sagt Renger.

Vom Musk-Nein zum Tesla-Ingenieur an Bord

Das Shareholder-Ökosystem umfasst laut Novus über 30 Investoren. Mit an Bord ist Eric Bach, ehemaliger Chief Engineer bei Lucid Motors und Director of Engineering bei Tesla, der als Investor und Board Advisor an der Fahrzeugentwicklung mitwirkt. Zudem steigt Martin Hoffmann ein, der On vom Schweizer Startup zur globalen Premium-Performance-Marke skaliert und als CFO und Co-CEO an die Börse gebracht hat. Dazu kommen Gründer und Führungskräfte von Kembara VC, Adidas, Audi, BMW, Chrono24, FINN, Grover, Mercedes-AMG, New Balance, Vay und Xiaomi, Venture-Investoren aus dem Silicon Valley und Europa sowie Rennfahrerin Sophia Flörsch. Ein Zweiradhersteller findet sich unter den Gesellschaftern nicht.

„Wir haben uns nicht nach klassischen Mobilitätsinvestoren umgeschaut. Was wir aufgebaut haben, funktioniert eher wie ein eigener Y Combinator“, sagt Hannes A. H. Krieger, CSO und Gründungsmitglied von Novus.

USA 2027, Novus Two Ende 2027

Das frische Kapital soll in den Marktstart in den USA 2027, die Expansion in europäische Lifestyle-Metropolen und die Entwicklung des Novus Two fließen. Das zweite Modell soll die Lightbike-Kategorie zu einem niedrigeren Einstiegspreis in die Breite bringen, der Produktionsstart ist für Ende 2027 geplant.

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