27.08.2019

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

Das Startup Folyo mit Sitz im A1 Startup Campus in Wien hat mit Brightscope ein neues Produkt entwickelt. Damit will man Unternehmen für Außenwerbung eine ähnlich exakte Messung wie bei Online-Werbung bieten. Schon in der Beta-Phase konnte man große Namen als Kunden gewinnen.
/artikel/brightscope-folyo-aussenwerbung
Folyo: Brightscope misst Performance von Außenwerbung
(c) Folyo: Die Gründer Manuel Klabacher und Ondrej Gandel

„Wenn man Online-Werbung schaltet, bekommt man sehr genaue Informationen über die Reichweite. In der Außenwerbung war das bislang nicht möglich“, sagt Manuel Klabacher. Der Co-Founder und CEO des Wiener Startups Folyo will das mit der neuen Marke Brightscope ändern. Mit seinem Team misst er automatisiert die Reichweite von Plakaten, Werbe-Screens und Co.

+++ “Die Außenwerbung ist noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen” +++

anonymisierte Mobilfunk-Bewegungsdaten von A1

Konkret aggregiert Brightsope dafür Daten aus verschiedenen Quellen. Neben Verkehrs- und Wetterdaten sind das zum einen anonymisierte Mobilfunk-Bewegungsdaten, die das Startup durch eine Kooperation mit A1 bekommt – Unternehmenssitz ist am A1 Startup Campus in Wien. „Wir erhalten diese Daten vollkommen anonymisiert, wodurch sie relativ grob sind. Sie alleine lassen daher noch keine exakte Messung zu“, erklärt Klabacher.

DSGVO-konforme Objekterkennung

Daher entwickelte das Startup gemeinsam mit dem AIT (Austrian Institute of Technology) ein DSGVO-konformes Objekterkennungs-Device. „Das Gerät erkennt und zählt Personen und Fahrzeuge und liefert damit sehr genaue Daten, wie viele Personen sich an einem Ort aufhalten. Es nimmt aber keine Videos oder dergleichen auf, sondern übermittelt ausschließlich Zahlen“, erläutert der Brightscope-Co-Founder.

Taxis, Uber und Bolt messen für Brightscope

Doch auch das Gerät alleine würde für die Messung nicht ausreichen, da es unwirtschaftlich wäre, es auf allen Plakatwänden zu installieren, die sich ja zudem im Besitz anderer Unternehmen befinden, erklärt Klabacher. Stattdessen sind die Devices an Taxis sowie Fahrzeugen von Uber und Bolt angebracht. Momentan sind 20 Stück im Einsatz, es sollen aber schon bald deutlich mehr werden. „Mit der Aggregation aller Daten bekommen wir dann ein sehr genaues Gesamtbild, aus dem unsere Kunden Maßnahmen für ihre Außenwerbungs-Strategie ableiten können“, sagt der Gründer. Denn die Performance der Werbeflächen sei denkbar unterschiedlich.

Skalierung mit Messung

Die Kooperation mit den Taxi- und Fahrten-Dienstleistern hat Folyo schon mit dem ersten Produkt gestartet. Seit dem Markteintritt vermittelt das 2016 gegründete Startup Werbeflächen auf und in Taxis und Mietwägen, mit dem Versprechen, die tatsächliche Reichweite messen zu können. „Es sind dabei einige Kunden auf uns zugekommen und haben uns gefragt, ob wir die Performance ihrer Außenwerbung auch messen können“, erzählt Klabacher. „Für uns war klar: ja, wir können das“. So habe man sich dann mit Brightscope ganz auf die Messung fokussiert – ein besser skalierbares Produkt, wie der Gründer anmerkt.

Ikea, BMW und A1 (u.a.) als Kunden in der Beta-Phase

Bereits in der seit einigen Monaten laufenden Beta-Phase betreute man Kampagnen unter anderem von Ikea, BMW und A1. Besonders wichtig seien in der Kundenakquise Medienagenturen, die das Service für ihre Kunden nutzen. Ende September will man in den Regelbetrieb übergehen. Ab Jänner kommenden Jahres soll ein weiteres Feature folgen, mit dem dann einzelne Plakatstellen in Echtzeit gemonitort werden können.

Dezidiert keine Kooperation strebe man derzeit mit den Anbietern von Plakatflächen an, sagt Klabacher auf Rückfrage. „Es ist für uns ein großes Asset, unabhängig zu sein. Die Kunden wünschen sich eine Abkoppelung zwischen Produkt uns Messung“. Wohl aber könnten diese Unternehmen Kunden werden. „Das bietet ihnen natürlich eine gute Grundlage für eine flexiblere Preisgestaltung“.

Sprung nach Deutschland

Auch wenn man mit dem Anlaufen von Brightscope sehr zufrieden ist – allein im ersten Halbjahr 2019 konnte der Umsatz verfünffacht werden – soll es bei Österreich als Markt freilich nicht bleiben. „Es ist ein kleiner, konservativer Markt“, sagt Klabacher. Der erste Zielmarkt für die Expansion ist klar. „In Österreich liegt das Gesamtvolumen des Außenwerbungs-Markts bei 280 Millionen Euro. In Deutschland sind es rund zwei Milliarden“, sagt der Gründer. Erste Kunden im Nachbarland seien bereits fixiert. Der große Rollout soll im ersten Quartal 2020 erfolgen.

⇒ Zur offiziellen Page

Redaktionstipps
Deine ungelesenen Artikel:
17.06.2026

Metaloop (ehemals Schrott24) muss saniert werden – 11 Millionen Euro Schulden

Die Metaloop Europe GmbH, die zuletzt vor zwei Jahren achtstellige Umsätze verkündete, ist insolvent und hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Geplant ist eine Fortführung des Unternehmens mit einem Sanierungsplan, der Gläubigern eine Quote von 20 Prozent vorsieht.
/artikel/metaloop-ehemals-schrott24-muss-saniert-werden-11-millionen-euro-schulden
17.06.2026

Metaloop (ehemals Schrott24) muss saniert werden – 11 Millionen Euro Schulden

Die Metaloop Europe GmbH, die zuletzt vor zwei Jahren achtstellige Umsätze verkündete, ist insolvent und hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Geplant ist eine Fortführung des Unternehmens mit einem Sanierungsplan, der Gläubigern eine Quote von 20 Prozent vorsieht.
/artikel/metaloop-ehemals-schrott24-muss-saniert-werden-11-millionen-euro-schulden
Metaloop, Investment
(c) Metaloop - Die beiden Metaloop-Founder Jan Pannenbäcker (r.) und Alexander Schlick.

Es schien, eine der heimischen Scaleup-Erfolgsstorys zu werden: Vor zwei Jahren sprachen die beiden Metaloop-Founder Jan Pannenbäcker und Alexander Schlick noch von achtstelligen Umsätzen und starkem Wachstum – brutkasten berichtete. Nun gab es aber einen deutlichen Dämpfer: Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) vermeldet, dass die Metaloop Europe GmbH ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Vom zuständigen Landesgericht wurde ein Sanierungsverfahren eröffnet.

Metaloop: 163 Gläubiger

Die Passiva betragen laut AKV rund 11,08 Millionen Euro (163 Gläubiger) – aktuell sind zehn Mitarbeitende beschäftigt, Gehälter wurden bis inklusive Mai ausbezahlt.

„Nach einer verlustreichen Aufbauphase mit steigenden Umsätzen erreichte das Unternehmen Anfang 2026 den Break-even und arbeitet seither aufgrund einer Fokussierung auf margenstärkere Geschäfte sowie effizienterer Strukturen leicht profitabel. Die Liquidität blieb jedoch angespannt, da weitere Eigenkapitalzuführungen ausblieben. Dies führt zu erhöhtem Aufwand im Tagesgeschäft, eingeschränkter Geschäftsentwicklung und Vertrauensverlust bei Partnern“, liest man beim AKV.

Und weiter. „Trotz positiver operativer Entwicklung reichen die Mittel gemäß eigener Angaben jedoch nicht aus, um anstehende Kreditrückzahlungen zu bedienen. Mangels weiterer Finanzierung besteht daher keine positive Fortbestehensprognose. Laut der uns vorliegenden Unterlagen bewertet die Schuldnerin ihre Aktiva mit rund 10,2 Millionen Euro.“

Fortführung geplant

Das Unternehmen soll fortgeführt und über einen Sanierungsplan entschuldet werden. Dabei sollen die Insolvenzgläubiger eine Quote von 20 Prozent erhalten, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Plans ausbezahlt werden soll. Finanziert werden soll dies zunächst durch den Abbau von Lagerbeständen und das Eintreiben offener Forderungen sowie später aus den laufenden Geschäftserträgen.

Der Sanierungsplan wird vor der Abstimmung noch konkretisiert bzw. angepasst, während der Alpenländische Kreditorenverband seine Umsetzbarkeit prüft und dabei auch bewertet, ob der Zahlungsvorschlag – der nur dem gesetzlichen Minimum entspricht – noch verbessert werden kann.


Eine Anfrage an die beiden Gründer zu den Hintergründen wurde vonseiten des brutkasten gestellt.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Brightscope: Wiener Startup misst für Ikea und BMW die Performance von Plakaten