04.02.2022

Born Global Academy: Das sind die Learnings des International Bootcamp Day

Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA lud am 27. Jänner Gründerinnen und Gründer ein, sich beim International Bootcamp Day im Rahmen der Born Global Academy einen Überblick über die einzelnen Schritte der internationalen Expansion zu verschaffen. Wir liefern für euch einen Überblick über die wichtigsten Learnings.
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Das Bootcamp Day Projektteam rund um Born Global Academy Initiatorin Renate Schnutt (2.v.r) freuen sich gemeinsam mit österreichischen Gründer*innen über den erfolgreichen Event-Tag. Let´s go global!
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Um bei Wachstums-, Expansions- und Marktfragen die österreichische Startup-Community noch besser zu unterstützen, hat die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA kürzlich die sogenannte Born Global Academy ins Leben gerufen. Ziel des mehrphasigen, hybriden Programms ist es, potentielle österreichische Scaleups mit einer passenden Veranstaltungsserie an die Skalierung ihrer Geschäftsmodelle und an die Internationalisierung heranzuführen. Die Serie umfasst insgesamt vier Teile – siehe auch hier. Mit dem International Bootcamp Day am 27. Jänner 2022 stand vergangene Woche der zweite Teil am Programm.

Das inhaltliche Rahmenprogramm

Neben inspirierenden Impulstalks von Movers & Shakers der österreichischen Tech-Szene, gab es am Vormittag kompakte Info-Sessions zu den Themenfeldern Evaluation of Readiness, Establishing a Strategy, VC Funding und vieles mehr. Am Nachmittag blickten die Teilnehmer:innen hingegen gemeinsam auf die regionalen Besonderheiten der Startup Ökosysteme Europas, Asien und den USA. 

Im letzten, inhaltlichen Teil des ersten Bootcamp Days ging es zudem um die neuesten Trends in Sachen Hypergrowth Marketing. In den Alumni Success Stories kamen ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zahlreichen Scaleup-Programme der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA zu Wort und berichteten über ihre Erfahrungen. Hier könnt ihr zudem den International Bootcamp Day nachsehen:

Das Event-Video zum Nachsehen ist noch bis 27.02.2022 online.

Warum es die Born Global Academy braucht?

Im ersten Panel gingen Michael Otter und Renate Schnutt von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, Kambis Kohansal Vajargah von der Wirtschaftskammer Österreich, und Gernot Schwendtner von weGrow International, der Frage nach, was die Zielsetzung der Born Global Academy ist.

Wie Otter veranschaulichte, gliedert sich die Initiative eng in die Ausrichtung der AUSSENWRITSCHAFT AUSTRIA ein. Ziel sei es, nicht nur bei der Internationalisierung zu unterstützen, sondern auch Innovationen heimischer Unternehmen zu stärken und schlussendlich Jobs zu schaffen. Als Internationalisierungs- und Innovationsagentur der österreichischen Wirtschaft verfügt die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA über Büros in rund 100 Städten und über 70 Ländern weltweit. Zudem arbeiten rund 700 Personen für die Organisation, die insgesamt 80 unterschiedliche Sprachen sprechen. „Mit diesem starken Netzwerk können wir auch Gründer:innen im Rahmen der internationalen Expansion unterstützen“, so Schnutt ergänzend.

Vlnr: D. Schmid-Schmidsfelden (brutkasten), M. Otter (Head of AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA) R. Schnutt (Head of Scaleups, AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA), K. Kohansal (Head of Startups, WKÖ) und G. Schwendtner (Co-Founder weGrow International)

Kohansal Vajargah gab den Teilnehmer:innen mit auf den Weg, dass man sich schon in einer frühen Gründungsphase Gedanken über die Internationalisierung machen sollte. „Das Marktpotential für innovative Lösungen liegt nämlich in der Regel nicht nur in Österreich, sondern auch in Europa und der ganzen Welt“, so Kohansal Vajargah. Dem fügte Gernot Schwendtner von weGrow International hinzu: „Warten Sie nicht zu lange mit der Expansion. Wichtig ist auch, dass man über den Tellerrand blickt und nicht nur Märkte wie Deutschland im Fokus hat.“

LOOKAUT: movers and shakers

Im Anschluss diskutierte Mariana Kühnel, Generalsekretär-Stellvertreterin der Wirtschaftskammer Österreich, gemeinsam mit der erfolgreichen österreichischen Gründerin Katharina Unger von Livin Farms, worauf es bei der Internationalisierung ankommt. Livin Farms hat sich auf das Züchten von Insekten zur alternativen Proteinherstellung spezialisiert. Zum Einsatz kommen unter anderem Altbrotreste, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft an die Insekten verfüttert werden.

Das Besondere an Livin Farms und der Internationalisierung: Unger gründete das Unternehmen ursprünglich in Asien, entschied sich dann aber schlussendlich nach Österreich zurückzukehren. Die Niederlassung in Hongkong blieb aber bestehen. Zudem sorgte das Unternehmen im Sommer 2020 mit einer 2,5 Millionen Euro hohen Förderung aus dem European Innovation Council (EIC) im Rahmen des europäischen „Green Deals“ für Schlagzeilen. Mit den finanziellen Mitteln wurde eine 1300 Quadratmeter große Fabrik im 11. Bezirk in Wien errichtet, die als Basis für die internationale Expansion dient.

Vlnr: M. Kühnel (Stv. Generalsekretärin der WKÖ) mit K. Unger (CEO von Livin Farms) im Gespräch darüber was Altbrotreste und Insekten mit erfolgreicher Internationalisierung zu tun haben.

Evaluation of Readiness & Establishing a Strategy

Nach der Session rund um die erfolgreiche Internationalisierung von Livin Farms gab Wolfgang Langeder von weGrow International im Rahmen einer Keynote mit dem Titel „Evaluation of Readiness“ einen Einblick, wie man sich auf die Internationalisierung als Startup vorbereiten kann. weGrow International ist darauf spezialisiert Startups und Scaleups ein schnelles und nachhaltiges internationales Wachstum zu ermöglichen. Mit einem Netzwerk von über 100 Skalierungsexpert:innen weltweit hat weGrow bereits über 200 Expansionsprojekte abgewickelt.

Viele Unternehmen würden demnach scheitern, da sie davon ausgehen, dass neue Märkte wie der Heimatmarkt funktioniert. „In einen neuen Markt zu gehen, fühlt sich wie die Gründung eines völlig neuen Unternehmens an“, so Langeder. Diesem Risiko müssen sich Gründer:innen bewusst werden. Der Experte rät dazu ein Playbook zu erstellen, in dem die wichtigsten Erfahrungen – auch von bereits erfolgten Expansionen – festgehalten werden. Zudem müssen Startups auch genügend Zeit einplanen, meist handelt es sich dabei oft um mehrere Monate. Weiters sollte auch genügend Kapital für eine Markterschließung vorhanden sein. „Als Faustregel gilt, dass Sie doppelt so viel Zeit und Geld brauchen, wie Sie ursprünglich veranschlagt haben“, so der Experte. Schlussendlich müssen auch die Ziele klar definiert werden, die im Idealfall auch von externen Personen evaluiert werden.

(vlnr) Die Internationalisierungs-Experten W. Langeder und G. Schwendtner von weGrow International gaben am Bootcamp Day hilfreiche Tipps und Tricks für das erfolgreiche Skalieren.

Als nächstes stand ein Dialog von Gernot Schwendtner mit Wolfgang Langeder am Programm. Die beiden Experten gaben Tipps, wie am besten eine Internationalisierungsstrategie ausgearbeitet werden kann. Wichtig sei dahingehend, dass im Unternehmen klare Teamstrukturen dafür geschaffen werden. Die Grenzen zwischen dem Heimmarkt und dem internationalen Markt sollen in der Erarbeitung der Strategie eindeutig definiert werden.

Ein weiterer Punkt: Bevor man voll und ganz ins kalte Wasser springt, sollten zunächst erste „Schwimmerversuche“ unternommen werden. Schwendtner verweist in diesem Zusammenhang auf Validierungsgespräche mit Partnern, die vorab geführt werden. Auch hier hilft die Kontaktaufnahme mit der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA, die weltweit über ein dichtes Netz an Büros und bereits bestehenden Kontakten in den jeweiligen Zielmärkten verfügt. Abschließend gab er den Teilnehmer:innen den Tipp mit: „Die Expansion in einen neuen Markt ist nichts, was man an einem Freitagnachmittag macht. Es ist ein Vollzeitjob. Stellen Sie daher alle Ressourcen zur Verfügung, die Sie dafür benötigen.“

VC Funding & Business Angel Funding for Growth

Ein Aspekt um den Gründer:innen im Rahmen der Internationalisierung nicht herumkommen ist die Finanzierung. Zu diesem Thema gab Madeline Lawrence von Peak nützliche Insights. Zunächst ging Lawrence auf aktuelle Veränderungen in der VC-Landschaft ein. Aufgrund der Pandemie ist die räumliche Nähe zwischen Unternehmen und Investoren nicht mehr so wichtig, wie dies vor der Coronakrise der Fall war. Dadurch ergeben sich auch für Gründer:innen neue Möglichkeiten, sofern sie auf der Suche nach VC-Investments sind.

Gründer:innen sollten zudem bei Gesprächen mit Investor:innen darauf achten, eine ehrliche und authentische Geschichte ihrer Unternehmensvision zu erzählen. Wichtig sind dafür auch konkrete und realistische Zahlen, was das Wachstumspotential betrifft.

Zudem müssen sich Gründer:innen der Gefahr einer „Verwässerung“ durch den Einstieg neuer Gesellschafter:innen bewusst sein. Dabei handelt es sich um eine Problematik, die insbesondere in der frühen Unternehmensphase eintreten kann. Auch die Internationalisierung und das Skalierungspotential sollte bei Investorengesprächen berücksichtigt werden. Abschließend gab sie den Tipp mit: „Wenn Sie mit Investor:innen über Mitbewerber:innen am Markt sprechen, stellen Sie sicher, dass Sie dies auf einer internationalen Ebene tun.“

Madeline Lawrence von Peak, live zugeschalten aus Berlin, lieferte interessante Insights zB. darüber, wie die Pandemie die Kapitalbeschaffung für Startups veränderte.

Alexander Steiner vom Austria Wirtschaftsservice thematisierte anschließend, wie Gründer:innen mit Business Angels in Kontakt treten können. In diesem Kontext stellte er unter anderem die Plattform aws Connect vor. Die Online-Plattform bietet ein Matching-Service für Kooperation, Investments & Internationalisierung. Insgesamt sind mehr als 2300 Startups, KMU, Corporates und Investor:innen aber auch Forschungseinrichtungen auf der Plattform registriert. Und die Bilanz der 2019 gegründeten Plattform, die bestehende Vernetzungsangebote der aws zentral bündelt, kann sich sehen lassen. Bis lang wurden über 4500 Kooperations- und Beteiligungsgespräche über aws Connect abgewickelt.

Alexander Steiner vom Austria Wirtschaftsservice (AWS) stellte die Matching-Platform aws connect vor, auf der bereits 2300 Firmen registriert sind.

In einer darauffolgenden Session thematisierte Andreas Spechtler von Silicon Castles zudem die Relevanz des Geistigen Eigentums (IP). Dabei handelt es sich um einen Themenbereich den auch Startup-Gründer:innen im Zuge der Internationalisierung berücksichtigen müssen. „IP ist der Schlüssel, um mit den Großen mithalten zu können“, gab Spechtler den Teilnehmer:innen mit auf den Weg. Zudem ist das Thema auch für Investitionsentscheidungen von VCs von großer Bedeutung.

Internationalisierung in Asien, USA und Europa

Am Nachmittag standen dann die regionalen Besonderheiten der Startup Ökosysteme in Europa, Asien und den USA am Programm. Ein Key-Learning in diesem Zusammenhang: Startup-Gründer:innen sollten sich im Zuge der Internationalisierung zunächst einen guten Überblick über die Organisationen verschaffen, die in den jeweiligen Zielländern Unterstützung anbieten.

Eine dieser Organisationen ist das Global Incubator Network, das mit seinem Programm Go Asia heimische Startups mit den Zielmärkten in Asien vernetzt. Im Zentrum steht der Kontaktaufbau mit relevanten Partner:innen vor Ort. Diese können sowohl Produktions- und Vertriebspartner:innen, aber auch lokale Investor:innen sein. In diesem Zusammenhang betonte Stöger, dass es sich um kein Massenprogramm handelt, sondern die individuelle Betreuung im Fokus steht.

Giulia Imperatrice vom WEVE Accelerator in New York, Natasha Chatlein vom AußenwirtschaftsCenter in San Francisco und Victoria Liedl vom AußenwirtschaftsCenter New York stellten hingegen das US-amerikanische Startup-Ökosystem vor. Demnach ist San Francisco der Ort mit den meisten VCs weltweit und bietet dementsprechend große Wachstumschancen. Im Zuge der Auswahl der Investor:innen sollte allerdings mit der nötigen Achtsamkeit vorgegangen werden. „Es gibt nichts Schlimmeres, als den falschen Investor für sein Startup zu haben“, so Chatlein.

Annalisa Andaloro von der Alperia Group, Stefano La Croce vom AußenwirtschaftsCenter Mailand und Cristina Angelillo von Marshmallow Games SRL thematisierten hingegen Wachstumschancen für den europäischen Markt , wobei sie einen Fokus auf Italien legten. Andaloro gab einen exklusiven Einblick, wie die Alperia Group mit Startups zusammenarbeitet. Dabei handelt es sich um ein italienisches Energieversorgungsunternehmen, das in Südtirol Energie aus Wasserkraft produziert. „Wenn man uns fragt, was wir für eine erfolgreiche Zusammenarbeit brauchen, dann sind es Kommunikation im Vorfeld und eine kollaborative Offenheit“, so Andaloro.

Zudem erläuterte Heinz Kogler, Enterprise Europe Network (EEN) Ansprechpartner innerhalb der WKÖ in seiner Info-Session u.a. welche Unterstützungsmaßnahmen Startups seitens der EU erwarten können.

Learnings von erfolgreichen Startups

Am Schluss der Veranstaltung präsentierten zudem zahlreiche erfolgreiche Gründer:innen aus Österreich, wie sie ihr Geschäftsmodell international skalierten. Eines von ihnen ist das Wiener Kunst-Startup Artivive, das ein Augmented-Reality-Tool für Museen und Kunstschaffende sowie einen Marktplatz für AR-Kunst entwickelt hat. Das Tool kommt mittlerweile in über 90 Ländern der Welt zur Anwendung. Zudem verfügt das Startup über eigene Standorte in Asien. Gründer und CEO Sergiu Ardelean gab den Teilnehmer:innen abschließend mit auf den Weg, dass sie im Rahmen der Internationalisierung auch aktiv nach Unterstützung suchen sollten. Die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA bietet hierfür jedenfalls ein reichhaltiges Programm an Maßnahmen.


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In der heißesten Zeit des Jahres können die Produkte und Dienstleistungen von Startups Abhilfe schaffen. | (c) AdobeStock

Von Sonnenbrillen für Kinder über vegane Grillalternativen bis zu effizienteren Klimaanlagen: Österreichische Startups verbessern den Sommer mit ihren innovativen Ideen. Rechtzeitig zur sonnenreichsten Zeit des Jahres stellen wir Produkte und Dienstleistungen vor, die auch für euch hilfreich sein können.  

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Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography
Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography

Im Sommer darf eines nicht fehlen: die passende Sonnenbrille. Das österreichische Startup SooNice produziert sie speziell für Kinder. Kratzfeste Brillengläser und Seitenklappen sollen hochwertigen UV-Schutz bieten. Dabei setzt das Unternehmen mit biobasiertem Kunststoff auf Nachhaltigkeit. Das Konzept scheint zu funktionieren, denn das vergangene Geschäftsjahr war für das Unternehmen das bisher erfolgreichste. 2026 rechnet man mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Konkret brachte SooNice zur Saison 2026 zwei neue Modelle und eine neue Farbvariante auf den Markt. Mit den 10- bis 16-Jährigen will das Startup eine neue Zielgruppe erschließen. Zusätzlich kam 2026 eine Sonnenbrille für sportliche Aktivitäten auf den Markt. Geografisch setze die Firma laut Geschäftsführerin Christina Reifeltshammer aktuell einen Fokus auf die BeNeLux-Länder.

Like2camp

Legales, naturnahes Campen: like2camp macht es möglich. | (c) like2camp

Für viele ist es der Urlaub schlechthin: Campen in der Wildnis. Dabei ist es oft gar nicht so einfach, einen naturnahen Stellplatz zu finden, der auch noch legal ist. Das Salzburger Startup like2camp hat sich genau dieses Problems angenommen. Sie wollen Camper:innen eine Alternative zum Wildcampen bieten, indem sie auf ihrer Plattform naturnahe Stellplätze vermitteln. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass die Schweizer Buchungsplattform Nomady das Salzburger Startup im Rahmen eines Asset-Deals übernimmt. Like2camp wurde dabei vollständig in nomady.camp integriert, blieb aber als Produkt und Marke innerhalb von Nomady bestehen. Die Schweizer Buchungsplattform hatte bereits davor eine Plattform für naturnahes Campen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien betrieben. Durch den Zusammenschluss soll die Reichweite erhöht und die Community erweitert werden.

Die Pflanzerei

Gründerin Nadina Ruedl vertreibt vegane Hausmannskost in Wien. | (c) Die Pflanzerei

Für viele Österreicher:innen gehört Grillen einfach zum Sommer. Für all jene, die auf Fleisch verzichten, bietet das Startup “Die Pflanzerei” rund um Gründerin Nadina Ruedl eine geeignete Alternative. In ihrem Shop im siebten Wiener Gemeindebezirk bekommt man österreichische vegane Hausmannskost. Sie verkauft neben veganen Würsteln unter anderem auch pflanzlichen Leberkäse, Fleischknödel oder Schnitzel. Beim Wirtschaftspreis Trigos wurde die Pflanzerei 2025 in der Kategorie “regionale Wertschaffung” ausgezeichnet. Das Projekt „Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen“ wurde dabei hervorgehoben. Damit unterstützt die Pflanzerei regionale Traditionsbetriebe beim Einstieg in pflanzliche Alternativen. 

so.cool

(l.n.r.) Ben Assa, Philippe Schmit (CEO) und Alireza Eslamian (CTO) setzen auf innovative Lösungen. | © Alex Wieselthaler

Diesen Sommer hatte Österreich mit einer Hitzewelle nach der anderen zu kämpfen. Die Temperaturen in Wiens Wohnungen stiegen teilweise jenseits der 35 Grad, in den Nächten kühlte es nicht ab. Die Klimaanlagen des Startups so.cool (vormals Social Cooling) können Abhilfe schaffen. Das Besondere: Das patentierte thermische Energiespeichersystem Terra Breeze funktioniert ohne den klassischen Abluftaustausch und muss nicht installiert werden. Die Wärme wird nicht nach außen geleitet, sondern im Gerät gespeichert und wieder abgegeben, wenn niemand im Raum ist. Das System soll laut so.cool rund 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Klimaanlagen. Das Konzept scheint zu überzeugen, vergangenes Jahr holte das Startup ein Pre-Seed-Investment von 400.000 Euro. Lead-Investoren waren der Schweizer Krypto-Unternehmer Robert Lauko sowie das Wiener Family Office c.e.l.l. Investment, das vor allem im Nachhaltigkeitsbereich aktiv ist. Im März eröffnete so.cool einen neuen Standort im Wiener Technologiezentrum Seestadt. 

Dæly

Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
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Sommerzeit ist Ferienzeit. Viele Familien stellt sie vor organisatorische Herausforderungen. Das Grazer Startup Dæly setzt genau hier an: bei der Planung. Ein 15,6 Zoll großer Touchscreen soll die Zettelwirtschaft von Einkaufslisten, Kalendern, To-Do-Anwendungen etc. beseitigen und so die Organisation erleichtern. Kinder besäßen laut Co-Founder Florian Ritter noch kein Smartphone. Daher müssen Eltern neben digitalen auch analoge Kalender pflegen. Die Organisation werde daher auf bis zu acht verschiedenen Geräten abgewickelt, was zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag führe.

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Egal ob Meisterschaft, Camps oder Trainingslager: Im Sommer blühen Österreichs Vereine auf. Auch bei ihnen ist die Organisation oftmals nicht leicht. Der Vereinsplaner soll Vereinsvorständen die tägliche Arbeit erleichtern. Das Online-Verwaltungstool kann von der Terminplanung über Mitgliedermanagement bis hin zu Dokumentenverwaltung eingesetzt werden. 2022 machte das Startup mit einem Auftritt bei “2 Minuten 2 Millionen” erstmals auf sich aufmerksam. Zuletzt dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten nach Deutschland aus. Mit einer Niederlassung in Passau sollen die Betreuung vor Ort sowie lokale Partnerschaften intensiviert werden. 

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

In keiner Jahreszeit gibt es so viele Sonnenstunden wie im Sommer. Das erhöht auch die Stromproduktion von PV-Anlagen. Das Energy-Sharing-Startup Sonnnig verwaltet Energiegemeinschaften. So können z.B. Familien ihre Wohnsitze verbinden und Strom austauschen oder Einzelpersonen ihr Strom-Guthaben einlösen. Ursprünglich konzentrierte sich das Startup auf Endverbraucher, also Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden. Nun soll Sonnnig aber auch mit Energieversorgern kooperieren, denn Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem.     

infrared.city

Der Hitzestress in Wien wird hier visualisiert. (c) Live.infrared.city

Die Sommer werden immer heißer und Großstädte wie Wien stehen zunehmend unter Hitzestress. Die Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich. Das ClimateTech-Startup live.infrared.city möchte dem entgegenwirken. Es liefert eine kostenlos abrufbare Echtzeit-Hitzekarte, die das gesamte Wiener Stadtgebiet abdeckt. Dadurch sollen unkompliziert die kühlste Route, die schattigsten Straßen oder das heißeste Gebiet gefunden werden. Wien war die erste Stadt, die von live.infrared.city abgedeckt wurde. Mittlerweile sind auch London, New York und Stuttgart auf der Webseite zu finden.

Kennt ihr noch Startups, die euch den Sommer erleichtern? Dann schreibt uns unter [email protected].

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