13.08.2025
ONLINE-HANDEL

Bookbot: Startup macht mit Second-Hand-Büchern achtstellige Umsätze

Seit zwei Jahren ist das Prager Startup Bookbot auch in Österreich aktiv - und kann dabei starke Zahlen vorlegen.
/artikel/bookbot-oesterreich
Das Bookbot-Management | (c) Bookbot
Das Bookbot-Management | (c) Bookbot

Dass der Buchhandel zum Sprungbrett zu großem wirtschaftlichen Erfolg werden kann, hat spätestens Jeff Bezos mit Amazon bewiesen – bekanntlich zum Leidwesen etablierter Händler:innen. Und auch wenn Buchhandel längst nur mehr eines von vielen Geschäftsfeldern ist: der US-Riese ist im Jahr 2025 der nach Umsatz größte Buchhändler der Welt. Doch es gibt ein Startup mit dem durchaus unbescheidenen Ziel, Amazon von der Spitze zu verdrängen: Bookbot. Und dabei setzt das Unternehmen zur Gänze auf Second-Hand-Bücher.

Seit zwei Jahren in Österreich

In seinem Gründungsland Tschechien firmiert das Startup unter dem Namen Knihobot.cz. 2019 gegründet ist es seit zwei Jahren auch am österreichischen Markt aktiv – brutkasten berichtete damals. „Österreich bedeutet nicht nur geografische und kulturelle Nähe, sondern ist vor allem für eine starke Lesekultur, das wachsende Umweltbewusstsein und einen ausgeprägten Sinn für Qualität und Service bekannt. Das passte von Anfang an hervorragend zu unserem Konzept“, sagt Gründer und CEO Dominik Gazdoš heute.

400 Prozent Absatzsteigerung in zwölf Monaten

Und Bookbot konnte seine These seitdem nicht nur hierzulande, sondern auch international weiter bestätigen. Viele Millionen Bücher wechselten seit dem Start 2019 insgesamt mit dem Service des Startups den Besitzer, 500.000 davon in Österreich in den vergangenen zwei Jahren. Das entspreche einer CO2-Einsparung von rund 500 Tonnen im Vergleich zum Verkauf neuer Bücher allein in der Alpenrepublik.

Gründer und CEO Dominik Gazdoš | (c) Bookbot
Gründer und CEO Dominik Gazdoš | (c) Bookbot

In den letzten zwölf Monaten erzielte das Unternehmen hierzulande ein Kund:innenwachstum von 178 Prozent und eine Absatz-Steigerung von ganzen 400 Prozent. „Dieses Wachstum zeigt uns ganz klar, dass die Menschen nicht nur nachhaltig konsumieren wollen, sondern es auch tun, wenn das Angebot stimmt“, sagt Gazdoš.

Jedes Buch wird händisch bewertet und gereinigt

Und dieses Angebot geht weit über das eines Marktplatzes hinaus. Denn das Startup übernimmt für registrierte Kund:innen den gesamten Verkaufsprozess. Diese können ihre Bücher entweder einschicken oder von Bot:innen abholen lassen. In der Zentrale in Prag bewerten dann 80 festangestellte und mehr als 800 teilzeitangestellte Mitarbeiter:innen den Zustand jedes einzelnen Buches, reinigen die Werke manuell und sollen so sicherstellen, dass jedes in seinem bestmöglichen Zustand angeboten wird.

Das Bookbot-Lager in Prag | (c) Bookbot
Das Bookbot-Lager in Prag | (c) Bookbot

Bei Verkauf erhalten Verkäufer:innen dann 60 Prozent des Wiederverkaufspreises abzüglich 1,19 Euro. Im Schnitt werden die Bücher für rund fünf Euro verkauft. Auf der Seite sind aber auch seltene antiquarische Stücke für einen Verkaufspreis von bis zu mehr als 1.000 Euro zu finden.

22,5 Millionen Euro Umsatz 2024 – Verdopplung 2025 angestrebt

Damit generiert Bookbot mittlerweile international Umsätze, die sich sehen lassen. Von 2023 mit rund zwölf Millionen Euro auf 2024 mit 22,5 Millionen Euro gelang fast eine Verdoppelung. Selbiges will das Startup dieses Geschäftsjahr schaffen. Zu den Märkten im Heimatland Tschechien, der Slowakei, Österreich und Deutschland kamen jüngst Belgien, die Niederlande, Frankreich, Italien und Spanien als weitere Expansionsmärkte hinzu.

Das Ziel ist dabei klar: Gebrauchte Bücher sollen nicht als Kompromiss, sondern als bevorzugte Wahl wahrgenommen werden. „Der Fokus liegt auf konsequenter Nutzerorientierung, technologischer Effizienz und nachhaltigem Wachstum. Wir wollen zeigen, dass bewusster Konsum nicht Verzicht bedeutet, sondern neue Möglichkeiten schafft, von denen alle profitieren“, so Dominik Gazdoš.

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Der neue Bauteil 4 des XISTA Science Parks © XISTA

Mit dem extra eingerichteten Shuttlebus kommt man von Wien recht gemütlich bis nach Maria Gugging, dem Teil von Klosterneuburg, in dem der Campus des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) zu Hause ist. Wo sich sonst Wohnhäuser und landwirtschaftliche Flächen abwechseln, ist ein moderner Science-Hub gewachsen, der 2024 auch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen besucht wurde. Nun wurde der dazugehörige XISTA Science Park offiziell um einen neuen Bauteil erweitert.

v.l. LAbg. Bürgermeister Christoph Kaufmann, Uli Grabenwarter (Equity Investments at European Investment Fund), ISTA-Präsident Martin Hetzer, Geschäftsführerin tecnet equity Doris Agneter, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Hwst. Prälat Anton W. Höslinger, (Can.Reg, Propst des Stiftes Klosterneuburg), ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki, Markus Wanko, XISTA und Superintendent Michael Simmer (Evangelische Kirche A.B. in Niederösterreich) © NLK Pfeiffer

3.000 Quadratmeter Forschungsfläche

Der von der Wirtschaftsagentur ecoplus unter der Leitung von Bernadette Schabbauer „on time und in budget“ errichtete Neubau erweitert die vermietbare Fläche um rund 3.000 Quadratmeter für Biotech- und Deep-Tech-Unternehmen. Rund 22 Millionen Euro soll die Errichtung des neuen Bauteils gekostet haben, wie auf Nachfrage von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner erwähnt wird. Damit möchte der Standort auf die steigende Nachfrage nach spezialisierten Chemie-, Zellkultur- und Mikrobiologielabors reagieren. Ein Großteil der neuen Flächen wird vorerst vom ISTA selbst beansprucht, mit dem Ziel, dort künftig bis zu vier Spinoffs unterzubringen.

„Im Kern steht die Entwicklung neuer Unternehmen aus der Forschung heraus“, erklärte Markus Wanko, Geschäftsführer von XISTA. Während das ISTA die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit rund 90 Forschungsgruppen und 1.400 Mitarbeitenden abdeckt, übersetzt XISTA diese Erkenntnisse über den Science Park und den Venture-Arm XISTA Science Ventures in die Praxis.

Biotech-Startup Solgate zieht ein

Als erstes Unternehmen nutzt das Biotech-Startup Solgate die neu geschaffenen Laborflächen. Die Ausgründung des ISTA und des CeMM (Forschungszentrum für Molekulare Medizin) fokussiert sich auf die Entwicklung neuartiger Therapeutika, die gezielt auf Membran-Transportproteine wirken. Mit der Laborinfrastruktur vor Ort möchte das internationale Team unter der wissenschaftlichen Leitung von Enrico Girardi, der durch die neu bezogenen Räumlichkeiten führte, seine Pharma-Forschung direkt am Standort fortsetzen.

Laborflächen am ISTA-Gelände © ISTA

30. Investment von XISTA-Fund

Die Erweiterung fällt mit Fortschritten auf der Finanzierungsseite zusammen. Erst vor wenigen Tagen besiegelte der XISTA-Science-Venture-Fonds sein mittlerweile 30. Investment, wie Geschäftsführer Markus Wanko verrät. Genauere Details über den Deal möchte man aktuell noch nicht verraten.

Was man hingegen deutlich hervorheben möchte, ist der wirtschaftliche Hebel des Standorts. Bisher wurden laut eigenen Angaben über XISTA etwas mehr als 30 Millionen Euro in Startups investiert. „Die Unternehmen selbst haben das genutzt, um 300 Millionen Euro selbst einzuwerben. Also ich glaube, wir haben es geschafft, da ein System aufzubauen. Das funktioniert“, so Wanko über den Hebeleffekt von 1:10.

Die europäische Komponente

Unterstützt wird das Modell auch von europäischer Seite. Uli Grabenwarter vom European Investment Fund (EIF), der als Ankerinvestor bei XISTA Science Ventures Funds II fungiert, betonte: „Das Engagement des EIF spiegelt unser Vertrauen in die enge Anbindung von XISTA an führende Forschungseinrichtungen sowie in seinen langfristigen Ansatz im Deep-Tech-Bereich wider. Genau das, was Europas Innovationsökosystem braucht“.

Für das ISTA ist der Neubau ein zentraler Baustein der eigenen Translation. „Dieses Gebäude ist ein ganz essentieller Teil, dass wir eine Wirkung, die über die Forschung und die Labors hinausgeht, in die Gesellschaft hineinbringen“, hielt ISTA-Präsident Martin Hetzer fest.

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