Als klassisches Startup geht Bond Vet auf den ersten Blick vielleicht nicht durch: Das Unternehmen mit Sitz in New York, bei dem auch der Wiener Lukas Keindl als Co-Founder an Bord ist, betreibt primär Tierkliniken. Doch dabei setzt es auf digitale Aspekte und einen massiven Wachstumskurs. Mitte 2019 eröffnete man die erste Klinik in Brooklyn und holte sich ein sechs Millionen US-Dollar-Seed-Investment – der brutkasten berichtete. Seitdem sind drei weitere Standorte hinzugekommen.
Und hierbei soll es bei weitem nicht bleiben. Bis Ende 2021 sollen mindestens zehn weitere Kliniken in den USA folgen. Diese Ambition unterstrich Bond Vet nun mit dem Abschluss einer Serie A-Finanzierungsrunde über 17 Millionen US-Dollar durch Bestandsinvestor Talisman Capital Partners.
„Tiermedizin als Branche ist extrem krisenresistent“
Dieser Wachstumskurs wurde auch durch die Coronakrise nicht eingedämmt. „Tiermedizin als Branche ist extrem krisenresistent. Wir sind auf ‚urgent care‘, also die dringenderen Fälle spezialisiert. Diese können nicht unbedingt warten“, erklärt Co-Founder Keindl gegenüber dem brutkasten. „Was wir in den vergangenen Monaten gesehen haben ist, dass unsere Kunden bereit sind, für Ihre Haustiere zu sorgen, egal was sonst gerade passiert“.
Ähnlich wie Kinderärzte habe man kaum eine Verringerung in der Nachfrage gesehen. Und das obwohl die Lage mit Covid-19 in New York bekanntlich recht ernst gewesen sei. „Seitdem haben wir zwei neue Locations eröffnet. Das war durchaus eine interessante Erfahrung, aber das Team hat super Arbeit geleistet und alles durchgebracht. Mit dieser Finanzierungsrunde können wir uns jetzt auf die nächste Welle in unserem Wachstum konzentrieren“, so Keindl.
Bond Vet: Entwicklerteam sitzt in Wien
Doch Bond Vet punktet bei Kunden nicht nur mit physischer Präsenz. Schon vor der Pandemie hatte man beim Startup an Telemedizin für Tiere gearbeitet. Ein entsprechendes Service wurde dieses Jahr, relativ zu Beginn der Krise gelauncht und gut angenommen. Hinter diesem und anderen digitalen Services des Startups steht ein Team in Wien unter der Leitung von Daniel Holzmann, einem langjährigen Wegbegleiter Keindls, der mit diesem schon in mehreren Startups tätig war.
Doch auch wenn der Bezug zu Österreich beim New Yorker Startup stark ist, scheint eine Expansion bis ins Heimatland des Co-Founders unwahrscheinlich. „Das schöne am US Markt ist, dass wir uns erst sehr spät Gedanken machen müssen in einen weiteren Markt zu expandieren. Bei einem Jahres-Branchenumsatz von mehr als 20 Milliarden Dollar können wir für viele Jahre sehr stark wachsen, bevor eine Expansion in eines der Nachbarländer oder nach Europa Sinn machen würde“.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Lisbon Launchpad: Neues Programm soll österreichische Startups für den Web Summit Sales- und Investment-fit machen
Drei Tage vor dem Web Summit anzufangen, reicht nicht: Andreas Jaritz und Jasper Ettema starten das „Lisbon Launchpad", ein fünftägiges Programm, das österreichische Startups Sales- und Investment-fit machen soll - förderbar über GO International, mit Pitch-Chance vor den COREangels.
Der Web Summit in Lissabon | (c) martin pacher / brutkasten
Für viele Gründer:innen aus Österreich ist der Web Summit in Lissabon im November ein Fixpunkt im Kalender. Was am Ende dabei herauskommt, ist jedoch oft Zufall.
„Viele Startups sind nicht gut vorbereitet. Die fangen ein, zwei, drei Tage vorher an, machen vielleicht das eine oder andere Meeting aus und verlassen sich darauf, dass sie zum Österreicher-Abend gehen“, sagt Andreas Jaritz im Gespräch mit brutkasten. Der Serial Founder, der unter anderem das Remote-Work-Startup Emma Wanderer mitgegründet hat und heute in Lissabon lebt, kennt beide Seiten. Mit seinem eigenen Startup war er selbst am Web Summit im Fundraising unterwegs und kam mit zwei Investoren bis zur Due Diligence.
Aus dieser Erfahrung ist nun ein Programm entstanden. Gemeinsam mit Jasper Ettema, Gründer von JET Growth und Initiator der Startup Investment Academy, startet Jaritz heuer das „Lisbon Launchpad“. Die Idee: Startups sollen nicht „kalt“ in den Web Summit gehen, sondern mit ausgearbeiteter Sales-Strategie, geschärftem Pitch und bereits geknüpften Kontakten. “80 Prozent des Erfolgs solcher Veranstaltungsteilnahmen liegt in der Vorbereitung. Wir zeigen den Teilnehmer:innen wie sie das beste aus ihre Teilnahme machen.”
Zwei Online-Sessions, fünf Tage Lissabon, dann der Summit
Das Programm läuft in drei Phasen. Am 2. Oktober gibt es einen zweistündigen Online-Kick-off, am 23. Oktober eine weitere Online-Session. Vom 4. bis 9. November arbeiten die Teams dann vor Ort in Lissabon mit den Coaches am Markteintritt in Portugal, Sales-Pipeline und Fundraising. Direkt im Anschluss, vom 9. bis 12. November, nehmen sie am Web Summit teil und setzen um, was sie in den Tagen zuvor erarbeitet haben.
Jasper Ettema und Andreas Jaritz, die Initiatoren des „Lisbon Launchpad“ | Foto: zur Verfügung gestell
Inhaltlich stützt sich das Launchpad auf drei Säulen. Erstens die Sales-Strategie mit Ideal Customer Profiles, Buyer Personas, Outreach-Nachrichten und dem Aufbau einer konkreten Pipeline. Zweitens das Fundraising: Finanzierungsbedarf ableiten, Investor:innen-Personas entwickeln, Pitch und One-Pager erstellen. Nach eigenen Angaben erhalten die Teilnehmer:innen dazu Zugang zu einer Investor:innen-Liste mit mehr als 2.500 Einträgen zu über 1.800 europäischen Investor:innen. Drittens der Markteintritt in Portugal und darüber hinaus, etwa in Richtung Südamerika und Afrika, wofür lokale Expert:innen eingebunden werden.
„Ich habe das bei großen Events immer sehr strategisch gemacht. Wie viele Termine machst du aus? Wie sorgst du dafür, dass du nichts dem Zufall überlässt?“, sagt Jaritz. Genau dieses Vorgehen soll im Launchpad vermittelt werden. Die Coachings finden laut Programmbeschreibung in Gruppen- und Einzelformaten statt, jeweils mit einem theoretischen Teil und einer direkten Umsetzung für das eigene Startup. “Wir nehmen dieses Erfolgsformat aus der Startup Investment Academy mit, wo wir einen 100-Prozent-Promotor-Score erreichen haben,” sagt dazu Ettema.
Pitching Night bei den COREangels
Der wohl größte Anreiz liegt in den beiden Side Events, die während der Tage in Lissabon stattfinden. Bei einer Partner Night geht es um den Markteintritt in Portugal, Südamerika und Afrika. Bei einer Investment Night pitchen die Teilnehmer:innen vor Business Angels aus lokalen Netzwerken, darunter den COREangels, einer Angel-Investment-Vereinigung, die laut Jaritz in in mehreren Ländern mit über 300 Angels aktiv zwischen 50.000 und 250.000 Euro investiert.
Dazu kommt ein weiteres Element, das Jasper Ettema erst kürzlich fixieren konnte: Jenes teilnehmende Startup, das den höchsten Grad an „Investment Readiness“ erreicht, kommt auf die Shortlist des Investment Committees der COREangels und darf dort pitchen. Ettema und Jaritz wollen außerdem österreichische Business Angels und Investor:innen zu den Side Events nach Lissabon bringen.
Dass die beiden Initiatoren mit dem Format nicht bei null starten, zeigen die Zahlen der Startup Investment Academy in Graz, auf der das Launchpad aufbaut. “Von den 28 Startups, die bislang teilgenommen und gegründet haben, sind laut Ettema alle noch aktiv, sieben davon haben mittlerweile ein Funding abgeschlossen, und eines machte bereits einen Exit. Jaritz selbst war mit dem Grazer Startup FreyZein Teilnehmer der Academy.
Unterstützung durch Advantage Austria, Förderung über GO International
Unterstützt wird das Launchpad von der Wirtschaftskammer Österreich und Advantage Austria in Lissabon. Die Idee zum Programm entstand laut den beiden im Austausch mit Günther Schabhüttl, der die Außenwirtschaft in Lissabon vertritt. Für die Teilnehmer:innen relevant ist vor allem die Förderschiene: Laut Programmbeschreibung können die Kosten für Launchpad und Web Summit inklusive Beratungs- und Reisekosten je nach Situation des Startups über den Internationalisierungsscheck des GO-International-Programms der Wirtschaftskammer Österreich zu 50 Prozent gefördert werden.
Was es kostet
Das Paket umfasst die beiden Online-Sessions, fünf Tage Gruppen- und Einzelcoaching in Lissabon, die Side Events, alle Methoden und Vorlagen. Anreise und Übernachtungen müssen die Teilnehmer:innen selbst organisieren. Für Einzelgründer:innen kostet die Teilnahme 2.990 Euro exklusive Umsatzsteuer, für Zweierteams 4.990 Euro.
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Bond Vet: 17 Mio. Dollar Investment für NY-Startup mit Wiener Co-Founder
Als klassisches Startup geht Bond Vet auf den ersten Blick vielleicht nicht durch: Das Unternehmen mit Sitz in New York, bei dem auch der Wiener Lukas Keindl als Co-Founder an Bord ist, betreibt primär Tierkliniken.
Doch dabei setzt es auf digitale Aspekte und einen massiven Wachstumskurs.
Mitte 2019 eröffnete man die erste Klinik in Brooklyn und holte sich ein sechs Millionen US-Dollar-Seed-Investment – seitdem sind drei weitere Standorte hinzugekommen.
Bis Ende 2021 sollen mindestens zehn weitere Kliniken in den USA folgen.
Diese Ambition unterstrich Bond Vet nun mit dem Abschluss einer Serie A-Finanzierungsrunde über 17 Millionen US-Dollar durch Bestandsinvestor Talisman Capital Partners.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …
Bond Vet: 17 Mio. Dollar Investment für NY-Startup mit Wiener Co-Founder
Als klassisches Startup geht Bond Vet auf den ersten Blick vielleicht nicht durch: Das Unternehmen mit Sitz in New York, bei dem auch der Wiener Lukas Keindl als Co-Founder an Bord ist, betreibt primär Tierkliniken.
Doch dabei setzt es auf digitale Aspekte und einen massiven Wachstumskurs.
Mitte 2019 eröffnete man die erste Klinik in Brooklyn und holte sich ein sechs Millionen US-Dollar-Seed-Investment – seitdem sind drei weitere Standorte hinzugekommen.
Bis Ende 2021 sollen mindestens zehn weitere Kliniken in den USA folgen.
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Als klassisches Startup geht Bond Vet auf den ersten Blick vielleicht nicht durch: Das Unternehmen mit Sitz in New York, bei dem auch der Wiener Lukas Keindl als Co-Founder an Bord ist, betreibt primär Tierkliniken.
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Mitte 2019 eröffnete man die erste Klinik in Brooklyn und holte sich ein sechs Millionen US-Dollar-Seed-Investment – seitdem sind drei weitere Standorte hinzugekommen.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
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