08.05.2019

So kann die Blockchain das Immobilien-Business revolutionieren

Vom Kauf der Wohnung bis zu digitalen Hausverwaltung: Die Blockchain schafft neue Möglichkeiten im lukrativen Immobilien-Business. Auf der Blockchain Real am 21. Mai wird das Thema im Detail behandelt.
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Immobilien in der Blockchain
(c) fotolia / tampatra
kooperation

Blockchain-Technologie und Kryptoassets werden in erster Linie mit einer Revolution des Finanzmarkts in Verbindung gebracht, andere Anwendungsgebiete werden zum Beispiel beim Crowdfunding oder in der Sharing Economy gesehen. Erst in weiterer Folge bringt man die digitale Technologie mit jener Branche in Verbindung, die wie keine andere in der „Brick-and-Mortar“-Welt agiert: Immobilien.

Dabei gibt es gerade im Real Estate-Business zahlreiche Bereiche, die von der Blockchain-Technologie profitieren können. Und am 21. Mai widmet sich von 9 bis 18 Uhr im SO/Vienna (Praterstraße 1, 1020 Wien) mit der „Blockchain Real“ sogar eine eigene Veranstaltung dem Einsatzpotenzial von Blockchain in der Immobilienbranche. Im Sidetrack findet der erste FIBREE World Summit statt, über das sich Startups mit Fokus auf die Themen Blockchain und Real Estate mit Experten der Branche vernetzen können.

Initiator des Events ist der IT-Experte Walter Strametz, Gründungsmitglied der Foundation for International Blockchain and Real Estate Expertise (FIBREE), der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Gewinn und dem Linde Verlag organisiert. Im Gespräch mit dem brutkasten nennt er zahlreiche Beispiele dafür, wie die Blockchain-Technologie dem Immobilien-Business nutzen kann.

Immobilien-Finanzierung via Blockchain

Offensichtlich ist hier laut Strametz der Aspekt der Finanzierung. Derzeit liegt das Volumen von Immobilien-Crowdfunding in Österreich laut Stametz bei 30 bis 40 Millionen Euro, auf Blockchain basierende Finanzierungen – etwa in Form eines Security Token Offerings (STO) – könnten diesem Trend einen zusätzlichen Schub verleihen. „Der Clou ist, dass Unternehmen die Finanzierung dann selber durchführen können und keine Plattform dafür brauchen“, sagt Strametz: Und Finanzierungsmöglichkeiten, die früher AGs vorbehalten waren, können nun auch von KMU genutzt werden.

In Colorado, USA, ist zum Beispiel vor ein paar Monaten ein ganzes Hotel über ein STO verkauft worden. Zudem wird durch die Tokenisierung der Immobilie auch der Aspekt des „fractional ownership“ ermöglicht, bei dem also mehrere kleinere Parteien Teileigentümer einer größeren Immobilie werden. Die Besucher der Blockchain-Real lernen wiederum unter anderem das slowenische Startup Blocksquare kennen. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, Immobilieninvestments durch Tokenisierung auf einfache und sichere Weise jederzeit für jedermann zugänglich zu machen. Ein erstes Objekt wurde bereits digitalisiert, Blocksquare konnte sich mit ihrem Konzept auch international bei der „Real EstateBlockchain Competition“ im Schweizerischen „Cryptovalley“ unter über 150 Teilnehmern als Sieger durchsetzen, und 100.000 US-Dollar mitnehmen.

Übertragung von Immobilien: Treuhand und Versteigerung

Zudem sieht Strametz Potenzial darin, dass die Blockchain das Treuhandkonto ersetzen könnte, wenn es um die Übertragung einer Immobilie geht. Auch Anzahlungen könnten mit Hilfe der Blockchain abgebildet und dokumentiert werden, so dass sie anschließend korrekt auf die Restzahlung angerechnet werden. Strametz Startup element36 schlägt in genau diese Kerbe: „Mit der Lösung von element36 können zum Beispiel Treuhandprozesse, Anzahlungen oder auch Versteigerungen digital via Bankkonto und trotzdem auf der Blockchain abgewickelt werden, ohne dass der Endbenutzer die Blockchain-Technologien wie etwa Kryptowährungen beherrschen muss“, sagt Strametz: „Dazu bildet element36 ‚FIAT-Währungen‘, also herkömmliche Währungen wie Euro oder Schweizer Franken, auf der Blockchain ab. Somit können staatliche Währungen im Zuge der immer bedeutender werdenden Smart Contracts verwendet werden.“

Ebenso können neue Business Modelle entstehen: Zum Beispiel wäre es möglich, dass bei einer Versteigerung von Immobilien der Höchstbietende nicht den von ihm genannten Preis, sondern den des zweithöchsten Bieters zahlt. Dadurch soll verhindert werden, das Preise künstlich in die Höhe getrieben werden.

Weniger Potenzial sieht Strametz für Österreich allerdings in der Digitalisierung des Grundbuchs. Denn hierzulande funktioniert das bestehende System in Österreich schon relativ gut – in Entwicklungsländern, wo das System weniger ausgereift ist, könnten mit der Blockchain jedoch neue Lösungen für das Grundbuch entstehen.

Hausverwaltung über die Blockchain

Ein ganz anderer Aspekt der Blockchain-Nutzung im Immobilien-Business liegt in der digitalen Hausverwaltung. Hier nennt Strametz ein Beispiel aus den Niederlanden, bei denen ein Immobilienunternehmen mit rund 40.000 Wohneinheiten größere Wohnhäuser unter eine Selbstverwaltung der Bewohner gestellt hat.

Die Bewohner zahlen dabei in einen gemeinsamen Topf ein und nicken Verträge ab, die daraufhin transparent in der Blockchain gespeichert werden. Dies wird mit Smart Contracts kombiniert, so dass laufende Zahlungen automatisiert abgebucht werden. Die Bewohner haben dadurch einen besseren Überblick, das Unternehmen wird finanziell entlastet. Nach ersten Versuchen soll das Projekt kommenden Herbst schließlich starten.

„Die Blockchain-Technologie ist für die Immobilienfinanzierung von großer Bedeutung und macht diese nicht nur für Großinvestoren, sondern für jedermann zugänglich. Diese Technologie hat auf jeden Fall das Potential, sich in Österreich zu etablieren“, erklärt abschließend Christoph Urbanek, Partner bei DLA Piper und Legal Advisor von element36 für den Bereich Immobilien: „Es ist jedoch wichtig, dass die Finanzmarktaufsicht bei derartigen Entwicklungen immer mit ins Boot geholt wird, um ein stabiles System wie in der Schweiz schaffen zu können.“ Was sich gut fügt: Die FMA wird ebenfalls auf dem Event vertreten sein.

Die Blockchain Real findet am 21. Mai 2019 von 8:00 bis 18:30 im Sofitel Vienna, SO/ Vienna Hotel (Praterstraße 1, 1020 Wien) statt.

Mit dem Code  xbnex gibt es einen 10% Rabatt auf den regulären Ticketpreis.

Tickets auf tickettailor.com
Mehr Informationen auf blockchain-REAL und auf derbrutkasten.com
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Der Hitzestress in Wien wird hier visualisiert. (c) Live.infrared.city

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Echtzeit-Mikroklimadatenschicht

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„Hitze ist die neue Normalität“

„Hitze ist keine Anomalie mehr; sie ist die neue Normalität, die wir kartieren müssen. Indem wir die gefühlte Temperatur auf Straßenebene erfassen, schaffen wir eine Live-Schicht, die zwei Dinge leistet: Sie hilft sofort, eine kühlere Route zu finden, und sie macht sichtbar, wie jeder Baum und jede Fassade das Klima unserer Städte verändert. Wien ist heute live; wir sind bereit, zu einer globalen Echtzeit-Mikroklimadatenschicht zu skalieren“, sagt Serjoscha Düring, CTO und Mitgründer von infrared.city.

Schattenplätze am Wiener Rathausplatz. (c) Live.infrared.city

Wien als erster Einsatzort

Wien ist der erste Einsatzort; infrared.city plant, diese Datenschicht auf Städte in ganz Europa und darüber hinaus auszuweiten. Die Wiener Mikroklima-Schicht kann bereits erkundet werden. Stadtverwaltungen, Gesundheitsbehörden und Stadtplaner, die daran interessiert sind, diese Schicht für ihre Stadt einzusetzen, sind eingeladen, sich direkt an das Startup zu wenden.

Infrared.city wirbt auch dafür, die Sicherheit bei großen Outdoor-Events über die Plattform zu planen. So könnten beispielsweise für das Donauinselfest dieses Wochenende Daten abgerufen werden. Die Daten werden stündlich aktualisiert und liefern eine 72-Stunden-Vorhersage.

Klimazwilling für die bebaute Umwelt

Infrared.city ist ein in Wien ansässiges Klimatechnologie-Unternehmen, das einen digitalen Echtzeit-Klimazwilling für die bebaute Umwelt entwickelt. Für die Datensammlung werden hybride KI- und Physik-Modelle verwendet. Das Startup entstand durch eine Forschungsgruppe am Austrian Institute of Technology (AIT), die sich mit KI, Stadtentwicklung und Klimaresilienz beschäftigte. Dazu sprach Angelos Chroni, CEO und Co-Founder von infrared.city zuletzt im brutkasten-Interview.

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So funktioniert die Klima-Karte. (c) Infrared.city
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