01.08.2025
PERSONALIE

Bitpanda: Paul Klanschek zieht sich als Co-CEO zurück

Bitpanda stellt seine Führungsspitze neu auf: Co-Founder und Co-CEO Paul Klanschek zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und rückt in den Aufsichtsrat, während Lukas Enzersdorfer-Konrad mit Eric Demuth künftig die operative Doppelspitze bildet.
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Die drei Bitpanda-Gründer Paul Klanschek, Christian Trummer und Eric Demuth (v.l.) | (c) Bitpanda

Mehr als zehn Jahre nach Gründung von Bitpanda hat Paul Klanschek beschlossen, seine Rolle als Co-CEO niederzulegen und sich künftig als Aufsichtsratsmitglied zu engagieren. In dieser neuen Funktion soll er künftig dazu beitragen, die langfristige strategische Ausrichtung der Krypto-Plattform zu gestalten, während er sich von seinen operativen Verantwortlichkeiten zurückzieht. Den Führungswechsel an der Spitze gab Bitpanda am Freitag in einem Blog-Post bekannt.

Lukas Enzersdorfer-Konrad wird Co-CEO

An seine Stelle tritt nun Lukas Enzersdorfer-Konrad, bisher stellvertretender CEO. Gemeinsam mit Gründer Eric Demuth wird er künftig die CEO-Rolle übernehmen und die Doppelspitze bei Bitpanda fortführen. Enzersdorfer-Konrad ist seit 2018 bei Bitpanda und habe „maßgeblich zum Wachstum beigetragen, die Strategie mitgestaltet und die Geschäftstätigkeit skaliert.“

„Neues Kapitel“ für Bitpanda

Der Wechsel spiegele sowohl für Bitpanda als auch für Klanschek selbst den „nächsten logischen Schritt“ wider. Klanschek erklärt: „Jetzt ist es Zeit für ein neues Kapitel. Ich ziehe mich aus dem Tagesgeschäft zurück, werde aber als Aufsichtsratsmitglied und Aktionär weiterhin eng verbunden bleiben.“

Eric Demuth fügt zum jüngsten Wechsel an der Spitze hinzu: „Pauls Vision und Energie haben Bitpanda zu dem gemacht, was es heute ist. Auch wenn dies das Ende eines Kapitels markiert, ist es kein Abschied. Paul wird weiterhin die Zukunft des Unternehmens als Aufsichtsratsmitglied mitgestalten. Mit Lukas an der Spitze sind wir für das, was kommt, bestens aufgestellt.“

Mit mittlerweile über sieben Millionen Nutzer:innen versteht sich Bitpanda nicht mehr nur als Trading-Plattform, sondern als reguliertes Finanzinstitut – und als Teil der digitalen Finanzinfrastruktur Europas.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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