15.04.2026
KRYPTO

Bitpanda Fusion: Relaunch der Bitpanda-Trading-Plattform

Das Wiener Unicorn Bitpanda verkündet auf der Paris Blockchain Week den Relaunch seiner Trading-Umgebung "Bitpanda Fusion". Mit dem Schritt vom klassischen Broker zur mehrschichtigen Plattform will man "die Liquiditätslücke im europäischen Kryptomarkt schließen".
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Das Bitpanda-Headquarter in Wien (c) Bitpanda
Das Bitpanda-Headquarter in Wien | (c) Bitpanda

Im Dezember 2024 ging „Bitpanda Fusion“ erstmals an den Start, um die Preisdaten verschiedener Krypto-Börsen zu bündeln und das Nutzererlebnis zu vereinfachen – brutkasten berichtete. Damals proklamierte Gründer Eric Demuth (bis vergangenes Jahr CEO) das Ziel, einen „neuen Standard für Krypto-Trading“ setzen zu wollen. Am heutigen Mittwoch kündigt das Unternehmen nun im Rahmen der Paris Blockchain Week einen Relaunch der Plattform an.

Bitpanda verortet im europäischen Kryptomarkt nach wie vor ein strukturelles Problem: Die verfügbare Liquidität sei fragmentiert und operiere größtenteils auf globalen Handelsplätzen außerhalb Europas. Jede Börse biete bisher ihren eigenen, isolierten Liquiditätspool mit begrenzter Tiefe und Reichweite an. In der Branche hätten sich Leistungsfähigkeit und regulatorische Klarheit zunehmend auseinanderentwickelt, was laut Bitpanda zu Ineffizienzen führt und anspruchsvollere Handelsstrategien einschränkt.

Von fragmentierten Handelsplätzen zur MiCA-konformen Infrastruktur

Mit dem Relaunch von Fusion strebt das Unternehmen einen „strukturellen Wandel im europäischen Markt“ an: Den Weg von fragmentierten Handelsplätzen hin zu einer integrierten, MiCA-konformen Infrastruktur. Durch diesen Schritt wolle sich Bitpanda vom klassischen Broker zu einer mehrschichtigen Investment- und Trading-Plattform weiterentwickeln.

Konzipiert ist Fusion als fortgeschrittene Trading-Umgebung, die sich explizit an High-Volume- und High-Frequency-Trader richtet. Das technologische Kernelement bildet dabei die gebündelte Liquidität. Die Plattform ist an zwölf globale Handelsplätze angebunden und aggregiert deren Orderbücher „nahezu in Echtzeit“. Je nach Marktsituation wird die Liquidität für das jeweilige Handelspaar laut Unternehmensangaben dynamisch aus zwei bis neun Quellen bezogen.

Einheitliches Konto und Pro-Trading-Tools

Anstatt Kapital zwischen verschiedenen Plattformen transferieren zu müssen, agieren Nutzer:innen aus einem einheitlichen Konto heraus, dessen Guthaben für Standard- und Advanced-Trading gleichermaßen verwendet werden kann. Zu den integrierten Pro-Trading-Tools gehören der Zugang zu über 2.000 Handelspaaren sowie erweiterte Ordertypen wie Limit, Stop-Limit oder Take-Profit. Ergänzt wird das Angebot durch eine native Integration von TradingView und eine Trading-API für den automatisierten Handel. Die Gebührenstruktur für den aktiven Handel startet ab 0,25 Prozent und ist an das jeweilige Handelsvolumen geknüpft.

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Thomas Greiner | Konzernsteuerung - Strategie Owner Innovation | Asfinag | (c) LinkedIn-Profil Thomas Greiner

Extremtemperaturen, Monsungüsse und schärfstes Streetfood: Die Ankunft in Mumbai ist ein sensorischer Weckruf. Um das Land und seinen Modernisierungshunger zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Zahlen im direkten Kontrast zu Österreich: Mit über 1,4 Milliarden Menschen ist Indien das bevölkerungsreichste Land der Erde. Das durchschnittliche BIP bzw. Einkommen liegt bei rund 2.300 bis 2.500 Euro pro Kopf im Jahr, in Österreich sind es rund 50.000 bis 55.000 Euro. Auch bei der Lebenserwartung klafft mit etwa 68 bis 71 Jahren in Indien gegenüber über 82 Jahren in Österreich eine Lücke von mehr als einem Jahrzehnt.

Den wohl drastischsten Tribut fordert das Wachstum auf den Straßen: Während Österreich jährlich rund 350 bis 400 Verkehrstote zählt, verzeichnet Indien offiziell über 150.000 bis 170.000 Opfer – mehr als 450 tödlich verunglückte Menschen an einem einzigen Tag. In Gesprächen mit den dortigen Behörden über Vermeidungsstrategien wurde schnell deutlich: Sicherheit ist hier untrennbar mit dem rasanten Ausbau und der Modernisierung resilienter Infrastruktur verknüpft.

Gleichzeitig verlangt einem der Alltag vor Ort alles ab. Der permanente Geräuschpegel, die drückende Schwüle, die spürbare Luftverschmutzung und die sprachlichen Nuancen zwischen rasantem indischem Englisch und lokalen Dialekten fordern die eigene Anpassungsfähigkeit fortwährend heraus. Diese Reibungspunkte machen jedoch schonungslos bewusst, auf welch hohem Niveau unsere europäische Lebensqualität angesiedelt ist, eine Grenzerfahrung, die extrem fordernd, aber genau deshalb ungemein lehrreich war.

Indien klettert im Global Innovation Index unaufhörlich nach oben (mittlerweile fest unter den weltweiten Top 40) und stellt nach den USA und China das drittgrößte Startup-Ökosystem der Welt. Wer begreifen will, wie skalierbare Technologien und Großinfrastrukturen unter extremen Rahmenbedingungen entstehen, muss hierherblicken und Zeit vor Ort investieren.

Bildung als knappes Privileg & als Treibstoff

Der Kontrast zu unserer gewohnten akademischen Welt ist gewaltig: Während ein Studium bei uns oft als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird, ist der Zugang zu universitärer Bildung in Indien ein hart erkämpftes Gut. Das resultiert in einer beispiellosen Leistungsbereitschaft. Am renommierten Indian Institute of Technology (IIT) Bombay, wo ich einen Teil meiner Zeit verbracht habe, ist der Wissensdurst und der unbedingte Umsetzungswille der Studierenden mit Händen greifbar. Die Universitäten fungieren nicht als Elfenbeintürme, sondern als agile Brutstätten, die ein kompromissloses unternehmerisches Mindset tief in den Köpfen verankern. Die Begegnungen mit zahlreichen Studierenden, deren unbändige Motivation und gelebtes Erfindertum wirkten förmlich ansteckend.

Startups: Tempo, 7-Tage-Woche und radikale Kostenvorteile

Dieser Geist setzt sich nahtlos in der Gründerszene fort. Bei meinen Treffen mit lokalen Startups war die Dynamik greifbar. Man gewinnt schnell das Gefühl, die Arbeitswoche hätte hier grundsätzlich sieben Tage und ein Urlaub wirkt wie ein Luxusgut für spätere Zeiten.

Deepdive im Indian Institute of Technology Bombay

Besonders im Software- und KI-Umfeld verblüffen die Kennzahlen für Ingenieurleistungen: Gründer nannten mir gegenüber wiederholt Werte von halber Entwicklungszeit bei einem Drittel der Kosten im Vergleich zu Europa. Auch wenn sich solche Relationen im Detail schwer unabhängig verifizieren lassen, steht fest: Die Kombination aus hochqualifizierten Fachkräften, niedrigen Stundensätzen und bedingungslosem Einsatzwillen verschafft dem indischen Tech-Sektor eine enorme Hebelwirkung. Auch wenn „Made in Europe“ zu Recht einen hohen Stellenwert genießt, sollten gerade bei uns junge Startups über strategische Zeit- und Kostenvorteile durch gezielte Kooperationen mit indischen Partnern nachdenken.

Deep Tech & Infrastruktur: Von Quanten-KI bis RAHSTA Expo

In gemeinsamen Workshops am Civil Engineering Department des IIT Bombay drehte sich die Diskussion um handfeste Zukunftstechnologien. Dabei zeigten insbesondere Impulse zur Optimierung von Energieprofilen in Immobilien mittels quantencomputergestützter Algorithmen auf, wie CO₂-Fußabdrücke im Gebäudesektor auf mathematisch völlig neuem Niveau minimiert werden können.

Den praktischen Gegenpol lieferte die RAHSTA Expo, Asiens Leitmesse für den Straßen-, Brücken- und Tunnelbau. Von KI-gestütztem Asset-Monitoring über Baugeräteautomatisierung bis hin zu lückenlosen Digital Twins und Low-Carbon-Baumaterialien: Das Tempo, mit dem Indien seine lebenswichtigen Verkehrs- und Großinfrastrukturen digitalisiert, ist beeindruckend.

Fazit: Was wir lernen müssen

Indien wartet nicht auf globale Standards, es gestaltet sie durch schiere Geschwindigkeit und Pragmatismus mit. Für das europäische Innovations-Ökosystem liegt der wichtigste Lerneffekt nicht allein im Technologietransfer, sondern vor allem im Mindset: Hunger auf Fortschritt, radikale Umsetzungsstärke und der Mut, Spitzenforschung und Unternehmertum ohne Berührungsängste zu verschmelzen.

Während bei uns in Europa dichte Regulatorien oft für lange Verfahrensdauern und zähe Bauzeiten sorgen, geht Indien den umgekehrten Weg. Ein ausgewogenes Mittelding aus europäischer Sorgfalt und indischem Tempo wäre für beide Welten ein echter Gewinn. Was wir zudem ganz konkret lernen können, ist der Umgang mit extremen Wetterereignissen: Wie Großinfrastruktur immenser Hitze und sintflutartigem Starkregen trotzt, zeigt uns Indien eindrucksvoll. Blicken wir also öfter über den eigenen Fahrbahnrand hinaus.

„Fortschritt entsteht dort, wo wir die Komfortzone der Standards verlassen und über den gewohnten Fahrbahnrand hinausdenken.“ Thomas Greiner. Im Bereich der Verkehrssicherheit wird viel geforscht, es gibt hier aber auch viel aufzuholen, eine Change für Firmen aus Österreich.


Mein Dank gilt Alexander Redlein (TU Wien) für die Ermöglichung dieser Studienreise, Rashmi Jois für die Begleitung durch die Metropole Mumbai sowie den Partnern am IIT Bombay für den profunden akademischen Dialog sowie der Trade Commission Indien für die wertvolle Vernetzung vor Ort.

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