14.12.2022

Bitpanda baut Management um

Bitpanda besetzt die Positionen CFO und CLO neu. Erst vor kurzem hatte CGO Irina Scarlat das Wiener Unicorn verlassen.
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Der neue Bitpanda CFO Jonas Larsen und die neue CLO Olivia Broderick | (c) Bitpanda
Der neue Bitpanda CFO Jonas Larsen und die neue CLO Olivia Broderick | (c) Bitpanda

Das Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda verzeichnet zwei Neuzugänge auf höchster Ebene: Olivia Broderick, zuvor bei checkout.com, wird neue CLO (Chief Legal Officer) und folgt damit Oliver Stauber, der schon vor einiger Zeit das Unternehmen verlassen hat. Jonas Larson, zuvor bei Lunar, folgt Peter Grausgruber als CFO (Chief Financial Officer). Erst im Oktober hatte auch die bisherige CGO (Chief Growth Officer) Irina Scarlat beim Scaleup aufgehört.

Demuth: „Bringen unser Team auf das nächste Level“

Sowohl Broderick als auch Larson hätten umfassende Erfahrung im Fintech-Beriech sowie mit Wachstumsunternehmen, heißt es von Bitpanda. „Sie sind Kraftpakete im Bereich Führung regulierter Fintechs“, so das Unternehmen in einem Blog-Beitrag. Und CEO Eric Demuth kommentiert: „Ihre starke Führungsqualitäten und ihre Erfahrung in der rechtlichen, regulatorischen und finanziellen Welt der Fintechs bringen unser Team auf das nächste Level, um weiterhin die richtigen Dinge für unsere Kunden und unser Geschäft zu tun“.

Bitpanda sieht keine Häufung bei Management-Wechseln

Als Häufung von Wechseln im Management will man die Neubesetzungen und den Abgang bei Bitpanda auf Anfrage nicht sehen. Schließlich sei die CLO-Position bereits längere Zeit vakant gewesen und um einen Wechsel im eigentlichen Sinn handle es sich daher nur bei der CFO-Position.

„Neue Marktrealität“ als Grund für CFO-Wechsel

Dazu heißt es von einer Bitpanda-Sprecherin in einem Statement: „Vor dem Hintergrund der neuen Marktrealität und Bitpandas erneuerter Geschäftsstrategie haben wir gemeinsam diskutiert, reflektiert und uns schließlich einvernehmlich darauf geeinigt, dass Peter Grausgruber als Chief Financial Officer zurücktreten wird. Peter kam 2019 zu Bitpanda und war eine wichtige Führungspersönlichkeit in unserer Organisation, der die Skalierung unseres Unternehmens von 130 Pandas in 3 Märkten auf 730 Mitarbeiter in mehr als 20 Ländern beaufsichtigt hat – und das alles bei gleichzeitiger Bewältigung der rasanten Anforderungen eines Bullenmarktes“. Man sei ihm „unglaublich dankbar“.

CGO-Abgang: „Veränderte Wachstumsstrategie“ bei Bitpanda

Zum Abgang von CGO Irina Scarlat heißt es von der Sprecherin: „Aufgrund der aktuellen Marktsituation hat Bitpanda mit einer grundlegenden Verlagerung des Schwerpunktes hin zur Community reagiert. Die Optimierung des User-Erlebnisses sowie die Ausweitung des Produktangebots für sogenannte ‚Early Adopters‘ und Innovator:innen erfordern nun einen anderen Marketing- und Geschäftsansatz“. In Anbetracht der „veränderten Wachstumsstrategie“ und des Zielmarktes sei man zur gemeinsamen Entscheidung gelangt, dass Scarlat als Chief Growth Officer zurücktreten werde. Man sei „natürlich sehr traurig“, aber zuversichtlich, dass dies der beste Schritt für alle Beteiligten sei.

DisclaimerDie Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

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Die Strabag-Zentrale in Wien | (c) Erlacher / Strabag
Strabag startet Early-Stage VC Fonds. (c) Erlacher / Strabag

Schon vor über einem Jahr wurde bekannt, dass der österreichische Baukonzern Strabag einen eigenen Corporate VC Fonds eröffnen will, also eine Konzerntochter, die als Beteiligungsgesellschaft in Startups investiert. Nun dürfte dieser Plan mit Loom Ventures offiziell umgesetzt worden sein, wie der Managing Director Ilja Aizenberg auf LinkedIn bekanntgab.

Digital-, Energie- und Industrie-Infrastruktur

Auf ihrer Website beschreiben Loom Ventures genau, wen sie adressieren wollen: „Wir investieren in europäische Unternehmen in der Frühphase (Early-Stage) an der Schnittstelle von digitaler, Energie- und Industrie-Infrastruktur. Wenn Ihr Unternehmen reale Systeme autonomer, leistungsfähiger oder widerstandsfähiger macht, möchten wir von Ihnen hören“.

Weiters heißt es: „Infrastruktur ist längst mehr als nur reine Versorgung. Sie rückt näher an den Endnutzer heran, generiert mehr Wertschöpfung und bildet einen starken Integrationsvorteil (Moat) zwischen physischen Anlagen (Assets), Daten und Anwendungen. Ob in digitalen, Energie- oder Industriesystemen – wir sind stolz darauf, durch unseren Partner und Investor STRABAG über einen einzigartigen Branchenzugang zu verfügen. Dies untermauert unser Versprechen, unsere Gründungsteams weit über das reine Kapital hinaus aktiv zu unterstützen.“

100-Millionen-Euro-Fonds

Der Fonds hat laut Viktor Pasquali, Mitglied im Investment Committee von Loom Ventures, eine Größe von 100 Millionen Euro und sitzt in Wien. Pasquali kommentiert auf LinkedIn wie folgt: „Was vor zwei Jahren hinter den Kulissen begann, ist nun offiziell: Loom Ventures, ein 100-Millionen-Euro-Early-Stage-Venture-Capital-Fonds für europäische InfraTech-Unternehmen. Die Arbeit daran war genau die Art von Aufgabe, die ich am meisten schätze: eine Idee in eine Struktur zu verwandeln, die auf eigenen Beinen stehen kann – von der Konzeption und dem Aufsetzen des Fonds über die Governance und Positionierung bis hin zum Management-Team.“

Doppelspitze

Zum genannten Management-Team macht Pasquali genaue Angaben: Ilja Aizenberg und Toba Spiegel. Spiegel war zuvor Investment Director bei Trill Impact und war bereits Board-Observer für Soil Capital und tado.

„Ich habe mich entschieden, die Mission zu übernehmen, Loom Ventures mitzuleiten, weil es mir ermöglicht, die Art von Fonds aufzubauen, an die ich glaube: eine klare These, einen Fokus auf Investitionen, bei denen unsere Überzeugung am höchsten ist, und enge Zusammenarbeit mit Gründern. Gleichzeitig kann ich auf die industrielle Expertise und das Netzwerk von Strabag als eines der führenden Infrastrukturunternehmen Europas zurückgreifen, was mir noch bessere Wege gibt, das zu tun, was ich in diesem Job am erfüllendsten finde: für Gründer nützlich zu sein“, schreibt Spiegel auf LinkedIn.

Aizenberg war zuletzt Board Observer bei Wiliot und hat unter anderem auch für die Unternehmen NonoLINC, Corvic AI und Anjuna Security gearbeitet. Er bringt laut eigenen Angaben Erfahrung in KI und Materialwissenschaften sowie dem Unternehmensaufbau mit.

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