✨ AI Kontextualisierung
Was unter anderem durch den Longevity-Trend auch für Normalverbraucher:innen immer mehr zum Alltag gehört, ist für Spitzensportler:innen schon längst unumgehbar: ein konsequentes Monitoring von Körperwerten. Und im Profisport geht dieses freilich weit über das Tragen einer Smartwatch hinaus. Das BioTech-Startup Biolyz aus dem niederösterreichischen Tulln will seine Speicheltests als weitere Methode dafür etablieren.
„Unregelmäßige Bluttests und Wearables reichen nicht aus, um die innere Chemie des Menschen präzise im Zeitverlauf abzubilden. Nur mit hochfrequenten Messungen lässt sich die Frage beantworten: Wie geht es dem Spieler, dem Team heute?“, sagt Biolyz-Gründer und CEO Marlon Millard. „Unsere Methode erlaubt es, Fitness, Belastung und Regeneration von Athleten zu verstehen.“
Massenspektrometrie und KI
Konkret nutzt Biolyz hochauflösende Massenspektrometrie und ein selbst entwickeltes Analyseverfahren, um in Speichelproben Biomarker festzustellen, die Hinweise auf Stress, Belastung des Muskel- und Kreislaufsystems und Regenerationsfähigkeit geben. Dazu hat das Startup eine eigene Laborinfrastruktur, mit der man Geschwindigkeit und Datensouveränität gewährleisten will.
Zusätzlich nutzt das Unternehmen KI-basierte Verfahren, um komplexe Zusammenhänge in den Biomarkerprofilen zu erkennen. Die Modelle sollen Muster, Belastungstrends und potenzielle Risikofaktoren frühzeitig identifizieren und Vereine bei datenbasierten Entscheidungen im Trainings- und Belastungsmanagement unterstützen. „Im Ergebnis können Vereine den Einsatz ihrer Spieler besser planen, Leistungsspitzen bestmöglich nutzen, Verletzungsrisiken verringern und Ruhepausen bei physischer oder psychischer Erschöpfung verordnen“, heißt es von Biolyz.
Pilotprojekt mit Borussia Dortmund geht in langfristigen Vertrag über
2024 holte sich das Startup damit ein Millioneninvestment – brutkasten berichtete. Mittlerweile hat es rund 20 Mitarbeiter:innen und kann auf ein erfolgreiches Pilotprojekt mit dem deutschen Fußball-Bundesligisten BVB Borussia Dortmund in der Saison 2024/2025 zurückblicken, das auch von Sportmedizin-Forscher:innen der TU Dortmund begleitet wurde.
Nun wurde diese Kooperation in einen Dreijahresvertrag gegossen, wie Biolyz vermeldet. „Die Testungen haben uns gerade in der intensiven Rückrunde geholfen, die körperlichen Reaktionen auf die Beanspruchung unserer Spieler besser zu verstehen. Wir bekommen jetzt einen noch besseren Einblick darüber, was sich im Körper des Sportlers abspielt“, wird Markus Braun, Mannschaftsarzt von Borussia Dortmund, in einer Aussendung zitiert.

Weitere Bundesliga- und Premier-League-Vereine in Biolyz-Pipeline
Doch bei der aktuellen Nummer 2 in der deutschen Bundesliga (Stand 12.01.2026) bleibt es nicht. Man habe bereits Projekte mit anderen deutschen Bundesliga-Clubs, mit weiteren befinde man sich in vertieften Gesprächen, heißt es von Biolyz. Um welche es sich konkret handelt, dürfe man aktuell noch nicht verraten, sagt Gründer Marlon Millard auf brutkasten-Anfrage, nur so viel: „Es handelt sich um Top-Clubs aus dem oberen Tabellenbereich.“
Und auch international streckt das Tullner Startup seine Fühler weiter aus. So soll es bald Kooperationen mit Vereinen aus der englischen Premier-League und der zweiten Liga Championship geben. „Hier werden wir mit einzelnen Vereinen über die gesamte Tabelle hinweg arbeiten“, erklärt Millard. „Die finanziellen Rahmenbedingungen in England sind deutlich andere. Das ist ein wesentlicher Grund, warum wir unsere Expansion nach England für das erste Quartal 2026 planen und Partner bereits onboarden.“
Österreichische Clubs erst bei weiterer Skalierung
Im Heimatmarkt Österreich ist Biolyz hingegen aktuell noch nicht aktiv. „Es gibt hier zwar bereits interessierte Clubs, diese werden wir jedoch erst später an Bord holen, wenn wir weiter skaliert haben. Wir verfolgen einen klaren Top-down-Ansatz. Wir arbeiten zuerst mit den Besten und mit jenen, die es werden wollen“, so der Gründer. Perspektivisch plane man aber nicht nur die Ausweitung auf weitere Spitzensportarten wie Basketball und American Football, sondern auch Anwendungen für den Amateur- und Breitensport sowie für die Präventivmedizin.






