07.04.2022

Cleen Energy: Biogena-Gründer steigt bei börsenotiertem PV-Unternehmen aus NÖ ein

Cleen Energy holt neue prominente Investoren an Bord. Runtastic-Co-Founder Luger ist mittlerweile zweitgrößter Anteilseigner.
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Das Management der Cleen Energy AG Roland Gstöttner (Leiter Operations), Lukas Scherzenlehner (Vorstandsvorsitzender), Thomas Hirtenlehner (Leiter Finanzen) © Cleen Energy
Das Management der Cleen Energy AG Roland Gstöttner (Leiter Operations), Lukas Scherzenlehner (Vorstandsvorsitzender), Thomas Hirtenlehner (Leiter Finanzen) © Cleen Energy

Das seit 2017 an der Wiener Börse notierte PV-Kraftwerks-Unternehmen Cleen Energy hat im Zuge einer Kapitalerhöhung neue Investoren an Bord geholt – darunter in der Startup-Szene bekannte Köpfe. Unter den neuen Aktionären sind laut Cleen Energy nun auch Biogena-Gründer und Startup-Investor Albert Schmidbauer und mit Michael Wurzinger der ehemalige COO der UBM Development AG. Sie gesellen sich zu frühen Investoren wie Runtastic-Co-Founder Alfred Luger und Startup-Investor und Ex-2m2m-Juror Michael Altrichter. Luger hat seine Anteile mittlerweile sogar auf mehr als 20 Prozent aufgestockt und ist damit nach Gründer Lukas Scherzenlehner (25%) der größte Anteilseigner.

7 Mio. Euro frisches Kapital

In Summe strebt das Unternehmen bei der Erhöhung frisches Kapital im Umfang von 7 Millionen Euro an. Bei der in einer Privatplatzierung umgesetzten Kapitalmaßnahme wurden neue Aktien zum Stückpreis von zwölf Euro ausgegeben. Aufgrund der starken Nachfrage werden nun weitere Aktien von in Summe bis zu zwei Millionen Euro ausgegeben. Damit werden dem Unternehmen bis zu sieben Millionen Euro zur Verfügung stehen – ursprünglich waren fünf Millionen Euro geplant.

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen neue Photovoltaik-Kraftwerke in Deutschland, Italien, Kroatien, Bulgarien und den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzieren. „Die Aktie der Cleen Energy AG gibt Anlegern die Gelegenheit, in den stark wachsenden Markt der nachhaltigen Energieproduktion zu investieren. Allein das Volumen des österreichischen Marktes wird bis 2030 auf rund 34 Milliarden Euro geschätzt. Die Prognosen für Europa sind im gleichen Zeitraum sogar zwei Billionen Euro. Wir blicken als Unternehmen mit sehr großem Optimismus in eine grünere Zukunft, die wir ja schon seit mehreren Jahren als innovativer Pionier mitgestalten“, so Lukas Scherzenlehner.

Cleen Energy erwartet 2022 Betriebsleistung von 30 Mio. Euro

2021 sei der Stromumsatz der bereits errichteten Kraftwerke bei 3,6 Millionen Euro gelegen. Insgesamt stehen in den Auftragsbüchern aktuell Projekte mit einem Volumen von rund 184 Millionen Euro für nächsten drei Jahre, wie das Unternehmen mitteilte. Für das laufende Jahr erwartet Cleen Energy eine Steigerung der Betriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 100 Prozent.

Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet das Unternehmen eine Steigerung der Betriebsleistung um mehr als 100 Prozent auf 25 bis 30 Millionen Euro. Die aktuellen geopolitischen und klimatischen Krisen und die stark und dauerhaft steigenden Energiepreise würden das Wachstum der Cleen Energy AG in den nächsten Jahren weiter fördern, so das Unternehmen. Für 2024 wird ein Portfolio an Photovoltaik-Kraftwerken mit einer Leistung von rund 300 Megawatt Peak angestrebt. Dieses Stromvolumen würde bei der aktuellen Vergütung für Strom einen nachhaltigen und wiederkehrenden Umsatz von rund 31,5 Millionen Euro pro Jahr bedeuten.

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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