27.09.2022

Binance CEO findet Krypto-Winter gut

Der Krypto-Winter macht Anleger:innen derzeit teils schwer zu schaffen. Changpeng Zhao, CEO der weltgrößten Krypto-Börse Binance, findet aber auch Gutes daran.
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Binance CEO Changpeng Zhao findet nette Worte für den Krypto-Winter
Binance CEO Changpeng Zhao findet nette Worte für den Krypto-Winter | (c) Smorshedi via Wikimedia Commons

Auf dem Papier hat der Krypto-Winter Changpeng Zhao, CEO der weltgrößten Krypto-Börse Binance, jede Menge Geld gekostet. Denn nicht nur sank der Wert seines Kryptovermögens wegen des Absackens von Bitcoin und Co in den vergangenen Monaten massiv. Auch schrumpfte der Unternehmenswert von Binance parallel zum Kurs-Crash maßgeblich.

Binance CEO: Bärenmarkt ist „gesund“

Doch Zhao scheint mit diesen Einbußen gut zurechtzukommen. Er findet den Krypto-Winter sogar grundsätzlich gut, wie er nun laut dem Fachmagazin Decrypt auf der Konferenz Mainnet Conference erläuterte. „Preiskorrekturen sind eigentlich gut“, sagte der Binance CEO dort. Der Bärenmarkt sei „gesund“ für den Markt. Dieser befinde sich noch in einem frühen Stadium und Crashes und Abstürze würden zu diesem Wachstumsprozess einfach dazugehören.

Wert der Krypto-Assets nicht nach deren aktuellem Preis bemessen

Anleger:innen sollten den Krypto-Winter nun ausstehen und den Wert der Krypto-Assets nicht nach deren aktuellem Preis, sondern nach der Menge an Personen, die diese kaufen, nutzen und handeln, bemessen, meint Zhao. „Wir befinden uns nicht in einem gesättigten Markt“, so der Binance CEO.

Wie lange dauert der Krypto-Winter noch?

Der Krypto-Markt befindet sich seit dem letzten Bitcoin-Alltime-High im November 2021 in einem stufenweisen Abwärtstrend. Dieser wurde durch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung tendenziell verstärkt. In der Kurshistorie der großen Coins, vor allem Bitcoin, dauerten die Krypto-Winter bislang immer mehrere Jahre. Nach einem Alltime-High 2017 und einem darauffolgenden schrittweisen Absturz dauerte es etwa zweieinhalb Jahre bis Mitte 2020, bis der Kurs wieder erreicht wurde. Bislang legten Bitcoin, Ethereum und Co aber nach Überwinden des Winters stets massiv zu.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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