25.08.2021

Billa, Billa Plus und Penny starten Corona-Impfung

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Österreich verstärkt auf niederschwellige Impfangebote ohne Terminvereinbarung. In Wien kann man sich nun auch an der Supermarkt-Kassa bei Billa, Billa Plus und Penny immunisieren lassen.
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Impfen im Supermarkt Rewe
v.l.n.r: Mario Märzinger, Geschäftsführer Penny, Peter Hacker, Amtsführender Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport sowie Marcel Haraszti, Vorsitzender Billa gaben heute das neue Impfangebot der Stadt Wien im Supermarkt bekannt. © Rewe Group/Harson

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker baut das COVID-Schutzimpfungsangebot in Wien weiter aus. Nach Impfzentren, Impfstraßen, Impfcontainern, Impfbussen, Bädern oder Einkaufszentren wird nun auch direkt an der Supermarkt-Kassa geimpft – und zwar ganz ohne Voranmeldung. Möglich macht das die Kooperation der Stadt Wien mit der Rewe Group. Vorstand Marcel Haraszti, der heute gemeinsam mit Penny-Geschäftsführer Mario Märzinger den Startschuss dazu gab, erklärt: „Es muss unser aller gemeinsames Ziel sein, die Pandemie nachhaltig einzudämmen. Die Corona-Schutzimpfung ist in Hinblick auf den kommenden Herbst und steigende Infektionszahlen notwendiger denn je.“

Strategie: Impfungen in den Alltag integrieren

Deswegen wird diese ab sofort auch an den drei Standorten Billa Plus Brigittenau (Millennium City), Penny Simmeringer Hauptstraße und Billa Favoriten angeboten. Geimpft wird je nach Standort in Eingangsnähe in einem nicht einsehbaren Bereich oder in einem Impfcontainer am Kund*innenenparkplatz. Nicht aussuchen kann man sich jedoch den Impfstoff. Personen ab 18 Jahren erhalten das Vakzin von Johnson & Johnson, Menschen zwischen 12 und 17 Jahren Biontech/Pfizer. Die hier notwendige Zweitimpfung gibt es dann wieder ohne Terminvereinbarung drei Wochen später im Austria Center Wien oder in einem frei wählbaren Impfzentrum der Stadt. Mitgebracht werden muss ein Lichtbildausweis und – sofern vorhanden – die E-Card.

Mit der neuen Impfmöglichkeit will man laut Hacker vor allem in Bezirken, in denen noch Potenzial bei der Impfquote besteht, neue Anreize liefern. Die beiden Impfboxen Wohlmuthstraße und Eisenbahnstraße wurden zu diesem Zweck zu Billa bzw. Penny verlegt. „Je besser wir die COVID-Schutzimpfung in den Alltag der Wienerinnen und Wiener einbetten können, umso besser werden diese Angebote auch angenommen. Mit dieser Kooperation schaffen wir genau das: Nie war es unkomplizierter, sich in Wien impfen zu lassen“, ist der Wiener Gesundheitsstadtrat überzeugt.

Impfen ohne Termin steigert Quote – WKO hebt Engagement des Handels hervor

Mit dem niederschwelligen Impfangebot ohne Terminvereinbarung konnten seit Juli rund 64.000 Wiener*innen zusätzlich erreicht werden. Spitzenreiter in den Einkaufszentren ist die Lugner City mit 1.911 Impfungen. Über die Impfbusse wurden bis dato 2.422 Impfstiche durchgeführt, bei den Containern führen Rathausplatz (4.073), Donauinsel (2.023) und der Stephansdom (1.184) das Ranking an.

Aber auch in anderen Bundesländern erweist sich der Handel als verlässlicher Partner in der Pandemiebekämpfung. In Vorarlberg etwa werden Impfungen ab September ebenfalls in den drei größten Einkaufszentren des Landes angeboten. Rainer Trefelik, Obmann der Bundesparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), dazu: „Vorarlberg nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Das Impfangebot in Einkaufszentren muss rasch flächendeckend in ganz Österreich umgesetzt werden.“ Den Wiener Vorstoß gemeinsam mit der Rewe Group bezeichnet er ebenfalls als begrüßenswert ebenso wie eine österreichweite Ausrollung.

Toni Polster unterstützt Impf-Kampagne des Handelsverbands

Zustimmung und Lob gibt es auch von Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will: „Wenn wir den Wettlauf mit der vierten Corona-Welle gewinnen wollen, dann braucht es genau solche Kooperationen zwischen Politik, Gemeinden, Betrieben und Verbänden. Wir freuen uns sehr, dass unsere heimischen Händler gezielte Schritte setzen, um kostenlose Impfmöglichkeiten noch niederschwelliger anbieten zu können.“ Diese hat der Branchensprecher zuletzt auch im Zuge der bundesweiten Impfkampagne „WIR HANDELN gemeinsam. WIR IMPFEN gemeinsam.“ gefordert, die bis in den Herbst hinein bei rund 1.200 niedergelassenen Ärzt*innen ausgespielt wird. Ende dieser Woche startet zudem die Ausstrahlung in ausgewählten österreichischen Kinos, um insbesondere die Jugend zum Impfen zu motivieren. Prominente Unterstützung für die Kampagne kommt von Fußball-Legende Toni Polster, der medienwirksam erklärt: „Ned schimpfen, impfen. Die Corona-Impfung schützt vor schweren Krankheitsverläufen und reduziert das Risiko auf Langzeitfolgen erheblich.“

REWE–IMPFANGEBOT UND ÖFFNUNGSZEITEN

Billa Favoriten
Standort: Franz-Koci-Straße 8, 1100 Wien (Impfbox befindet sich am KundInnenparkplatz)
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 08:00–19:00 Uhr (Pause von 12.00 bis 13.00 Uhr).

Billa Plus Brigittenau
Standort: Millenium City, Handelskai 94–96, 1200 Wien
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 08:00–20:00 Uhr (Pause von 12.00 bis 13.00 Uhr) und Samstag von 7:40–18:00 Uhr (Pause von 12.00 bis 13.00 Uhr)

Penny Simmering
Standort: Simmeringer Hauptstraße 59–61, 1110 Wien
Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 08:00 Uhr – 19:00 Uhr (Pause von 12.00 bis 13.00 Uhr) und Samstag von 7:40 – 18:00 Uhr (Pause von 12.00 bis 13.00 Uhr)

Pro Standort sind pro Tag bis zu 150 Impfungen möglich. Betont wird weiters, dass die Schutzimpfung im Supermarkt nicht an einen Einkauf gebunden ist. Als Dankeschön gibt es für jeden Impfwilligen einen „Ja! Natürlich“ Bio-Ingwer-Apfel-Shot bei Billa und Billa Plus oder einen „Oxxenkracherl“ Energydrink bei Penny.
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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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