14.08.2015

Bilder sprechen lassen: Kurze Videos können Startup-Booster sein

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Man kann auch mit wenig Geld einen Film produzieren.

Erst diesen Jänner wurde der teuerste Werbespot aller Zeiten vorgestellt. Leonardo DiCaprio, Robert de Niro sowie Star-Regisseur Scorsese spielen mit. Und die Produzenten um den Werbespot, der eher wie der Beginn von „Ocean’s Eleven“ wirkt, haben sich den prominent besetzten Dreh einiges kosten lassen: 70 Millionen US-Dollar. Werbung gemacht wird für ein Spielkasino.

So viel Geld hat man als Jungunternehmer für sein Startup oder für eine Crowdfunding Kampagne nicht zur Verfügung. Trotzdem braucht man oft ein Video über sein Unternehmen oder eine Idee – sei es für eine Bewerbung oder den Webauftritt. Alleine schon deswegen, weil man Ideen in einem Video oft viel besser erklären kann. Im besten Fall teilen Menschen, denen der Film gefällt, den Link mit ihren Freunden auf Facebook oder anderen Social Media Plattformen. Und sorgen für den fehlenden Boost…

Die Crowdfunding Plattform Kickstarter hat in einem Video nachgefragt, wie man mit einem Budget von maximal 500 US-Dollar einen Film produzieren kann.

Der Brutkasten hat die wichtigen Punkte nachfolgend zusammengefasst. Die benötigte Ausrüstung, wenn man sich keine professionelle Ausrüstung leisten kann? Zwei iPhones (eines zum Filmen und eines für den Ton), die private Wohnung, Essen und …Bier.

  • Da das Anmieten von coolen Locations meist viel Geld kostet, sollte man lieber in der eigenen Wohnung oder auf öffentlichen Plätzen shooten – damit spart man Geld und hat außerdem die volle Kontrolle über den Drehort
  • Wichtig ist vor allem guter Sound. Die Soundaufnahme auf dem Recorder des iPhones ist ausreichend. Dafür das Smartphone einfach in der Brusttasche verstecken – dann ist auch die Lautstärke gut genug
  • Man braucht kein ganzes Filmset um eine gute Aufnahme zu produzieren, oft reicht ein interessanter Filmwinkel, um den Bildausschnitt in Szene zu setzen
  • Man könnte daran denken, bereits abgedrehte Filmszenen, die man billig einkaufen kann, im Nachhinein einzufügen. Wenn es passt, kann man auf diese Weise Großstadtaufnahmen oder Strandszenen nachträglich integrieren. Einfach nach solchen Anbietern googeln…
  • Das gleiche gilt für Soundeffekte: Eine „Explosion“ kostet nicht viel, ist aber immer effektiv und sorgt für den Überraschungsmoment
  • Wichtig ist, sehr „natürlich“ zu filmen und mit dem Fokus zu spielen. Meist wirkt eine Aufnahme professionell gefilmt, wenn man auf einen konkreten Punkt den Fokus legt und den Rest „verschwimmen“ lässt
  • Es braucht ein Konzept, ein gutes, einfaches Skript, das man sich möglichst im Vorfeld überlegen muss. Ein Kurzfilm soll auch einer bleiben: Man sollte gar nicht erst versuchen eine Geschichte, die sich über Stunden hinziehen müsste, innerhalb weniger Minuten zu erzählen
  • Wenn man die Mitwirkenden schon nicht bezahlen kann, dann muss es wenigstens was zu essen geben. Angeblich komme auch Freibier gut an

Hier das Video zur Kurzfilmproduktion. Besonders das Beispiel ab Minute 3.30 ist sehenswert

© Kickstarter

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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