08.10.2020

Der beste Cider der Welt kommt von einem österreichischen Startup

Beim World Cider Award in Norwich, England, wurde der Cider des steirischen Startups KühbreinMost zum "World’s best Sparkling Cider" gekürt.
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Das Kühbrein-Kernteam im eigenen Keller. (c) Kühbrein
Das Kühbrein-Kernteam im eigenen Keller. (c) Kühbrein

Der World Cider Award ist eine globale Auszeichnung, die jedes Jahr in England an die besten internationalen Apfelwein- und Cider-Produzenten vergeben wird. Und dieses Jahr geht der Titel „World’s best Sparkling Cider“ nicht etwa an ein gesichtsloses Großunternehmen – sondern an KühbreinMost, ein Startup aus aus dem obersteirischen Murtal.

Die Jury des Awards beschrieb den KühbreinCider von KühbreinMost als „blumig, fruchtig in der Nase, nach Pfirsich und Hollunderblüte. Ausgewogen und sehr langanhaltend am Gaumen“.

Wer ist KühbreinMost?

Bei KühbreinMost handelt es sich um ein Murtaler Startup, das von den Kargl-Brüdern David und Peter sowie Davids Freundin Beate Offenbacher gegründet wurde. Der Name Kühbrein leitet sich vom Hofnamen des elterlichen Milchvieh-Betriebes ab. Man könnte Kühbrein also auch als Familieunternehmen der Startup-Ära bezeichnen.

Die BWL-Studenten haben vor drei Jahren begonnen, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb unserer Eltern Premium-Cider und sortenreine Apfelwein zu produzieren. Es folgten unter anderem ein Auftritt in der Puls4-Gründershow „2 Minuten 2 Millionen“ und verschiedene Qualitätspremierungen – die aktuelle Prämierung sieht man aber als das bisherige Highlight der Unternehmensgeschichte. „Wir wussten bereits von unseren Kunden, dass sie unseren Cider als „Best Cider all time“ bezeichnen. Dass dies jetzt auch von einer unabhängigen Jury im weltweiten Vergleich so gesehen wird, ist ein absoluter Wahnsinn“, sagt dazu etwa Peter Kargl.

KühbreinMost wird zum Ausflugsort

Und das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht. „In Zukunft möchte wir uns mehr als Ausflugsort etablieren, um den Konsumenten zu zeigen, wie wir Apfelwein produzieren und was unsere Defintion davon ist“, sagt Peter Kargl weiter: „Langfristig ist es natürlich unser Ziel, weiter Awareness für die Produkte Cider und Apfelwein zu schaffen. Wir müssen versuchen, uns weiter vom eingerosteten Image des Mostes zu entfernen und noch mehr Menschen davon überzeugen, dass auch Apfelwein ein hervorragendes Produkt sein kann, das am Sonntagstisch zum Gericht serviert wird, und nicht nur zur Jause.“

Online ist der KühbreinCider unter anderem auf www.fromaustria.at, www.piccantino.at und www.kuehbreinmost.at erhältlich.

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Apollo, KI, Altgiechisch, Mistral
© Österreichische Nationalbibliothek/ÖAW/Daniel Hinterramskogler - Papyrus aus der römischen Kaiserzeit mit einer griechischen Geburtsanzeige, von Apollo rekonstruiert (Römisches Ägypten, 149 n. Chr.) und Anna Dolganov, Forscherin am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW.

In Museen und Bibliotheken weltweit lagern hunderttausende Inschriften und über eine Million Papyrusfragmente aus der Antike. Der Großteil des Materials ist fragmentarisch und schwer lesbar. „92 Prozent der Papyri warten bis heute auf ihre Entzifferung. Ein gigantischer, unerschlossener Schatz der Geschichte“, heißt es per Aussendung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Genau hier möchte Apollo ansetzen.

Apollo: „Neues Fenster zu unserem gemeinsamen kulturellen Erbe“

Entwickelt wurde das Large Language Model (LLM) in einer Kooperation zwischen der ÖAW und den europäischen KI-Unternehmen Mistral AI und SAIL Reply. Am gestrigen Mittwoch präsentierten die Forschungspartner die erste Stufe des Apollo-KI-Systems, das ab sofort der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

„Apollo zeigt, was europäische Zusammenarbeit leisten kann, wenn KI, die gezielt an wissenschaftliche Anforderungen angepasst werden kann, auf jahrhundertealtes wissenschaftliches Wissen trifft“, sagt Guillaume Lample, Co-Founder und Chief Scientist von Mistral. „Indem Mistrals Technologie dabei hilft, Texte wiederherzustellen, die seit zweitausend Jahren nur fragmentarisch überliefert sind, eröffnet sie ein neues Fenster zu unserem gemeinsamen kulturellen Erbe – und das ist erst der Anfang.“

600 Millionen Wörter

Die meisten Texte der Antike sind nur unvollständig überliefert und es fehlen einzelne Wörter oder sogar ganze Textpassagen. Das Sprachmodell Apollo könne fehlende Inhalte von Fragmenten eigenständig ergänzen und dabei helfen, das Verständnis und die historische Einordnung eines Schriftstückes zu verbessern.

Obwohl für das Training der KI in Altgriechisch nur 600 Millionen Wörter zur Verfügung standen – mehrere zehn Milliarden Wörter gelten üblicherweise als der Standard für LLMs – sei eigenen Angaben nach Apollo treffsicher.

„Bei einem vorhandenen Originaltext auf Papyrus erreicht das Modell bei maskierten, also bewusst versteckten Passagen eine Trefferquote von rund 80 Prozent“, erklärt Anna Dolganov, Forscherin am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW und Mastermind hinter dem Projekt. Bei tatsächlich unbekannten Textlücken bewerteten internationale Fachexpert:innen, die das KI-System im Rahmen einer Blindstudie evaluiert haben, Apollos Vorschläge in 77 Prozent der Fälle als mindestens ebenso gut wie durch Menschen vorgenommene Ergänzungen und in 16–20 Prozent der Fälle sogar besser, heißt es.

Apollo erkennt Sprachstufen

Besonders beeindruckend sei zudem, wie präzise Apollo zwischen verschiedenen Sprachstufen des Griechischen unterscheiden kann, betont Dolganov: „Unser LLM kann mit vergleichsweise geringem Wissen über einen Kontext weitreichende Schlüsse ziehen. Anhand von Satzbau und Vokabular erkennt Apollo präzise, ob ein Text zum Beispiel aus Homers ‚Odyssee‘ stammt, und ergänzt ihn im passenden Sprachregister.“

Als Beweis zeigte Dolganov bei der Präsentation von Apollo etwa eine antike Geburtsurkunde, die vollständig rekonstruiert wurde. Zudem wurde eine beim Ausbruch des Vesuvs verkohlte Schriftrolle an entscheidenden Stellen „vollständig lesbar gemacht“. Und mit der Rekonstruktion einer fragmentarischen Inschrift aus dem Schwarzmeerraum hat sich der Forscherin zufolge belegen lassen, dass in einer bestimmten Region bereits römisches Recht galt. Die Aussendung sprach hierbei von einer „weitreichenden Erkenntnis, die durch einen Beleg für die römische Prostitutionssteuer untermauert wird.“

Weitere Stufen geplant

„Mithilfe der KI entsteht ein neues Bild der antiken Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, da sich viele Erkenntnisse erst aus der Masse der Dokumente ergeben – etwa bei Steuerquittungen“, präzisiert Dolganov.

Und Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, ergänzt: „Apollo bringt die Erforschung von historischen Schriftstücken und Dokumenten in ein neues Zeitalter. Der Einsatz des neuen Sprachmodells wird völlig neue Forschungsfragen zulassen und unser historisches Wissen erweitern. Wir sind stolz, dass die ÖAW gemeinsam mit dem europäischen KI-Unternehmen Mistral diese wegweisende Technologie entwickelt hat. Für die Zukunft streben wir eine vertiefte Zusammenarbeit mit Mistral an.“

© ÖAW/Daniel Hinterramskogler – Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, bei der öffentlichen Vorstellung von Apollo.

Der ersten Stufe des Modells sollen bald noch weitere folgen. „Das Ziel ist ambitioniert, aber machbar“, wie Dolganov betont: Die KI soll künftig unerschlossene Papyri sowohl entziffern als auch rekonstruieren können. Geplant ist außerdem eine Erweiterung, mit der das Modell thematische und semantische Suchen in der gesamten griechischen Textüberlieferung durchführen sowie Parallelstellen suchen soll und so die passende Evidenz für Ergänzungsvorschläge gleich mitliefert.

Dolganov, die ÖAW und Mistral wollen jedoch bei Altgriechisch nicht aufhören. Aufbauend auf den Erfahrungen soll die KI künftig auch mit einem lateinischen Textkorpus trainiert werden. Dafür stehen dann rund zwölf Milliarden Wörter zur Verfügung. Was für das Projekt noch fehlt, sei ein passender Name.

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Der beste Cider der Welt kommt von einem österreichischen Startup

  • Der World Cider Award ist eine globale Auszeichnung, die jedes Jahr in England an die besten internationalen Apfelwein- und Cider-Produzenten vergeben wird.
  • Und dieses Jahr geht der Titel „World’s best Sparkling Cider“ nicht etwa an ein gesichtsloses Großunternehmen – sondern an KühbreinMost, ein Startup aus aus dem obersteirischen Murtal.
  • Bei KühbreinMost handelt es sich um ein Murtaler Startup, das von den Kargl-Brüdern David und Peter sowie Davids Freundin Beate Offenbacher gegründet wurde.
  • Der Name Kühbrein leitet sich vom Hofnamen des elterlichen Milchvieh-Betriebes ab.
  • Die BWL-Studenten haben vor drei Jahren begonnen, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb unserer Eltern Premium-Cider und sortenreine Apfelwein zu produzieren.

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