31.03.2023

Berliner Startup Cellbricks steht vor „Quantensprung in der Medizin“

Das Berliner Startup Cellbricks will die Medizin revolutionieren. Langfrsitig setzt es sich das Unternehmen als Ziel, Organe mit einem 3D-Drucker herzustellen.
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Das Berliner Startup Cellbricks will Operationen verändern. (C) AdobeStock
Das Berliner Startup Cellbricks will Operationen verändern. (C) AdobeStock

Die Wartelisten für Organe sind teilweise lang. Durschnittlich wartet man in Österreich 16 Monate auf eine neue Niere, 5.3 Monate auf eine Bauchspeicheldrüse, 3.9 Monate auf eine neue Lunge oder 3.3 Monate auf ein Spenderherz. Im Ernstfall kann jeder Tag zu viel sein. Das Berliner Startup Cellbricks will helfen, ausreichend Spenderorgane zu Verfügung zu stellen.

Cellbricks will Organe drucken

In einem 3D-Drucker entwickelt das BioTech-Startup menschliches Gewebe. So will das Kleinunternehmen Implantate aus echten Zellen produzieren. Zunächst würde Brustgewebe auf der Agenda stehen. Langfristig will man Organe wie Lebern, Nieren und Bauchspeicheldrüsen drucken.

In einem zwei-Minuten-Pitch beim deutschen Digitalpreis „The Spark“ nannte die Jury das Vorhaben von Cellbrick einen „Quantensprung in der Medizin“. Gegründet wurde das Unternehmen vom Maschinenbauingenieur Joachim von Arnim schon im Jahr 2016. Mittlerweile zählt Cellbricks 25 Mitarbeiter:innen (darunter Biotech-Enthusiast:innen, Wissenschaftler:innen, Ingenieur:innen, Chemiker:innen), die allesamt das gemeinsame Ziel eint: „die Welt zu verändern“.

Langfristige Brust-Implantate als Ziel

In einem ersten Forschungsprojekt, das in Kooperation mit dem Institute of Health der Charité von statten ging, gelang ein erster Erfolg. Dabei hat Cellbricks einen biologischen Wundverschluss aus Gelatine und Hautzellen gedruckt, der dabei helfen soll Wunden zu verschließen.

Nun hat das Unternehmen seinen Fokus auf Brustgewebe gelegt, um Krebspatient:innen eine Stütze zu sein.  Neben Chemo- und Strahlentherapie wird der Tumor oft per Operation entfernt, manchmal entnehmen die Ärzte die gesamte Brust. Slilikon-Implantate, die Ärzte als Ersatz einsetzen, sind nur eine Übergangslösung. Brickcells arbeitet nun an biologischen Brustimplantate, die ein Leben lang als Ersatz herhalten sollen.

Langfristig ist es das Ziel Organe, wie Herz, Lunge und Leber mit dem 3D-Drucker herzustellen. Dabei repliziert das Startup menschliches Gewebe und füttert es mit Gelantine und Co. an. Der Markt gebe laut Einschätzungen des Handelsblatt viel Potenzial her. Im Jahr 2021 das Marktvolumen für Bioprinting bei 1,7 Milliarden US-Dollar. Bis ins Jahr 2030 soll dieser auf insgesamt fünf Milliarden Dollar ansteigen.

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© AustrianStartups - Michael Kowatschew und Nina Hödlmayr.

Nach vier Jahren Arbeit im AustrianStartups-Vorstand übergibt Nina Hödlmayr ihre Rolle an Michael Kowatschew, Co-Founder von Heizma. Nach diesem Wechsel gehören dem Vorstand Markus Raunig, Stephanie Cox, Bernhard Niesner, Kilian Kaminski, Anna Pölzl und Kowatschew an.

„Fällt mir nicht leicht“

„Ich freue mich, dass Misha (Anm.: Michael Kowatschew) meine Rolle im Vorstand übernimmt. Ich kenne ihn seit einigen Jahren als klugen, ambitionierten Gründer mit Integrität und der Fähigkeit, andere zu inspirieren. Er bringt genau die Perspektive mit, die AustrianStartups braucht, um Gründer auch weiterhin bestmöglich zu unterstützen“, sagt Hödlmayr. „Ich war bei AustrianStartups mit ganzem Herzen dabei, und ich hoffe, das war für alle spürbar. Diese Arbeit loszulassen, fällt mir nicht leicht. Gleichzeitig glaube ich daran, dass Organisationen sich weiterentwickeln und es manchmal richtig ist, einen Schritt zurückzutreten und Platz zu machen. Mein Engagement für Gründer werde ich auch weiterhin durch Investments und Mentoring fortsetzen.“

Hödlmayr war seit Mai 2022 Teil des Vorstands, Mentorin beim Entrepreneurial Leadership Program, Jurorin bei der Youth Entrepreneurship Week und Stifterin der Stiftung Unternehmerische Zukunft, deren Gründung sie bei einem Vorstands-Offsite mit anstieß.

„Ohne Nina wäre AustrianStartups nicht da, wo wir heute sind. Sie hat unsere Professionalisierung entscheidend vorangetrieben und war sich nie zu schade, selbst anzupacken – ob als unermüdliche Mentorin in unseren Bildungsprogrammen oder als Co-Gründerin der Stiftung Unternehmerische Zukunft. Ein großes Danke an Nina für ihren herausragenden Einsatz für AustrianStartups – auch ohne Vorstandsrolle bleibt sie uns als großartiges Vorbild für die nächsten Gründer erhalten“, sagt Raunig, Vorsitzender des Vorstands.

Und er ergänzt: „Misha ist ein Vollblutunternehmer, der selbst schon durch alle Höhen und Tiefen gegangen ist. Durch seine Arbeit bei der Sigma Squared Society bringt er wertvolle Erfahrung im Aufbau internationaler Gründer mit. Wir freuen uns sehr, dass er mit an Bord kommt und gemeinsam mit uns daran arbeiten wird, dass in Österreich wieder mehr Zukunft gebaut wird.“

Unternehmertum positiver wahrnehmen

Kowatschew möchte mit seiner Rolle im Vorstand dazu beitragen, dass mehr junge Menschen den Mut haben, zu gründen, und das Bild von Unternehmertum in Österreich positiver wahrgenommen wird: „Ich möchte mehr Brücken zwischen den besten Leuten aus unterschiedlichen Gründungsphasen bauen, von Early Stage über Scaleup und Exit bis zum Mittelstand. In der Verbindung talentierter und inspirierender Menschen aus unterschiedlichen unternehmerischen Phasen steckt viel Magie“, sagt er.

Sein Debüt in seiner neuen Rolle gibt Michael Kowatschew am 15. Oktober 2026 beim AustrianStartups Summit in der Ottakringer Brauerei in Wien. Dort wird er über seine persönliche Gründerstory sprechen.

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