12.12.2024
NEUINVESTOR

Benjamin Ruschin steigt bei Wiener Sicherheitsfirma Halevi Partner ein

Der Business Angel und Multi-Founder Ben Ruschin beteiligt sich in einem neuen Feld: Fortan ist er bei der Sicherheitsakademie Halevi Partner an Bord.
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Rony Halevi, Ben Ruschin und Richard Lanczmann © Katharina Schiffl

Benjamin Ruschin, Tech-Investor und Co-Founder von Big Cheese Ventures, WeAreDevelopers und Founders of Europe, beteiligt sich bei der Wiener Sicherheitsfirma Halevi Partner. Diese positioniert sich als „Sicherheitsakademie“. Sie umfasst also Leistungen rund um Sicherheitstraining, -ausbildung und -simulation sowie Verteidigungs- und Kampftechniken.

„Realistische Bedingungen“ bei Halevi Partner

Die Akademie stammt – einer Pressemeldung zufolge – aus „dem Umfeld von Elite-Kampfeinheiten“. Das Unternehmen sitzt laut Medienberichten im 22. Wiener Gemeindebezirk in einer ehemaligen Speiseölfabrik.

Gegründet wurde Halevi Partner am ersten Dezember 2018 – damals unter dem Namen „Octopus Advanced Security Training“. Das Founderteam umfasst die beiden Sicherheitsexperten Richard Lanczmann und Aharon „Rony“ Halevi.

2.000 Quadratmeter Trainingsfläche

Das Ausbildungszentrum für Selbstverteidigung und Personal Security erstreckt sich auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern. Dort herrschen „realistische Trainingsbedingungen“, die zu „internalisierten Abläufen“ führen sollen, wie die Website von Halevi Partner preisgibt. Auf dem Gelände sollen sowohl Privatpersonen als auch professionelle Sicherheitskräfte und Sportschützen trainieren können.

Im Repertoire der Akademie finden sich zudem Ausbildungen im Nahkampf, darunter Krav-Maga- oder Selbstverteidigungskurse für Frauen. Das Sicherheitsexperten-Duo soll überdies auch Führungskräfte schulen, um von „Special Operations“, also den „harten Trainings der Spezialeinheiten“, zu profitieren. In Team-Workshops sollen Resilienz, Bewusstsein und Teamfähigkeit gestärkt werden.

Bei Einsatz kennengelernt

Laut Pressemeldung gilt die Unternehmung mittlerweile als eine der führenden Sicherheitsberatungs-Unternehmen in Österreich. Co-Founder Lanczmann ist zuvor als Sicherheitsmitarbeiter der israelischen Fluglinie El Al sowie als Elite-Einsatzkraft tätig gewesen.

Auch Co-Founder Halevi selbst hat laut Aussendung „jahrelang in israelischen Spezialeinheiten“ und bei der Fluglinie El Al gearbeitet. Kennengelernt hat sich das Gründerduo „bei einem gemeinsamen Einsatz“, heißt es per Aussendung.

Seit Jänner 2022 ist Co-Founder Lanczmann als alleiniger Geschäftsführer der Akademie tätig. Rony Halevi ist nun Prokurist, zuvor teilten sich die beiden den Posten des CEOs. Lanczmann selbst hält aktuell 28,57 Prozent am Unternehmen.

Co-Founder Aharon Halevi hält 21,43 Prozent, die Hesz’sche Privatstiftung 17,86 Prozent. Als weiterer Bestandsinvestor gilt die ETC BeteiligungsgmbH, die – ebenso wie Neuinvestor Ruschin – mit 16,07 Prozent an der Unternehmung beteiligt ist.

„Die Welt ist in den letzten Jahren gefährlicher geworden“

„Wir freuen uns, mit Ben Ruschin einen erfahrenen Investor für Halevi Partner an Bord zu haben. Mit seiner Vertriebserfahrung und seinem Netzwerk bringt er eine wichtige Kompetenz in unser Unternehmen ein“, wird Co-Founder Lanczmann in einer Aussendung zitiert.

Ruschin kommentiert die Beteiligung folgendermaßen: „Die Welt ist in den letzten Jahren gefährlicher geworden – Österreich ist davon nicht ausgenommen. CEOs müssen sich mehr als je zuvor um die persönliche Sicherheit ihrer Mitarbeiter kümmern und Privatpersonen sind mit dem Thema konfrontiert, wie sie die Sicherheit ihrer Familie gewährleisten.“

Dem Investor zufolge soll das Angebot von Halevi Partner „sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen“ auf Gefahrenquellen vorbereiten und „konkrete Lösungen anbieten.“ Eine konkrete Beteiligungssumme Ruschins wird neben nicht genannt.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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