18.06.2021

Beiersdorf: NX Nivea Accelerator startet nun auch in China

Nach Südkorea unterstützt Beiersdorf nun auch Beauty-Startups in China und will bis 2022 zum führenden Beauty-Accelerator in Asien werden.
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NX Nivea Accelerator China
Beiersdorf hat die ersten fünf Top-Startups für das Accelerator-Programm in China ausgewählt.
© Beiersdorf

Im Juni 2019 hat Beiersdorf mit NX Nivea den ersten globalen Beauty-Startup-Accelerator ins Leben gerufen, der Indie-Marken und Beauty-Tech-Startups fördert, die so wie Beiersdorf schon heute die Hautpflege von morgen im Visier haben. Der Start erfolgte in Seoul in Südkorea und hat sich als durchaus erfolgreich erwiesen. Nun wird das Programm mit fünf Startups aus Shanghai auf China ausgeweitet. Im Fokus stehen auch hier Unternehmen aus den Bereichen Indie-Marken, Beauty-Technologie, Personalisierung und Plattform-Geschäftsmodelle mit hohem Digitalisierungsgrad. Offen sei man zudem für globale Indie-Marken aus dem Bereich Hautpflege, die in den chinesischen Markt einsteigen und eigene lokale Teams in Shanghai aufbauen wollen. Zhengrong Liu, Vorstandsmitglied von Beiersdorf für die Region Großchina/Nordostasien, betont: „Indem wir uns mit lokalen Innovatoren zusammentun, beschleunigen wir den Prozess, visionäre Beauty-Konzepte zu identifizieren und zu entwickeln, Wachstumspotenziale zu erschließen und in der Hautpflege im Einklang mit Beiersdorfs Unternehmensstrategie C.A.R.E.+ zu gewinnen.“ So will man bis zum Jahr 2022 zum führenden Beauty-Accelerator in Asien werden.

Um gemeinsam neue Marken schnell und effizient am Markt zu etablieren, hat Beiersdorf eine Partnerschaft mit Chinas größter B2C-Plattform Tmall der Alibaba Group zur Co-Inkubation chinesischer Startups geschlossen. Bestehende Hautpflegemarken aus dem Portfolio von Beiersdorf wie Nivea, Eucerin, La Prairie und Hansaplast sind bereits erfolgreich auf Tmall vertreten, teilt der Konzern in seiner Aussendung mit.

Top-5-Startups eruiert

Mehr als 100 Kandidaten wurden vom Körperpflegehersteller hinsichtlich ihres Geschäftspotenzials, ihrer Innovationskraft und ihrer Teamfähigkeit genau unter die Lupe genommen. Folgende fünf Start-ups konnten die NX-Jury überzeugen:

 •   Lake Lab: Eine Beauty-Marke, die auf der Hautpflegeplattform ‚You Look Good Today‘ (C2h4) generiert wurde und umfangreiche Daten und KI-Technologien für die Produktentwicklung auf der Grundlage von Hautdaten und Bewertungen von Verbraucher*innen nutzt
 •   BASIC Lab: Eine Hautpflegemarke, die sich auf nicht mehr als 12 Inhaltsstoffe in jedem Produkt konzentriert und die minimalistische Hautpflegephilosophie von vereinfachten, sauberen Inhaltsstoffen fördert
 •   2XY: Eine geschlechtsneutrale Hautpflegemarke, inspiriert von Inhaltsstoffen aus der Natur
 •   Turflan: Eine wissenschaftliche Hautpflegemarke mit hochwirksamen Produkten in Zusammenarbeit mit internationalen Forschungsinstituten
 •   MOJA: Eine Indie-Marke, die sich auf reine, hochwirksame Formeln für heilende Hautpflege spezialisiert hat

Die ausgewählten Top-5-Startups können nun sechs Monate lang das globale Netzwerk von Beiersdorf mit 160 Tochtergesellschaften nutzen. Außerdem gibt es vom neu eröffneten Innovationszentrum in Shanghai, übrigens nach Hamburg das weltweit zweitgrößte Forschungszentrum des Unternehmens, Unterstützung in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Marketing und Büroflächen sowie exklusiven Zugang zu hochmodernen Laboren.

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(v.l.) Peter Hajek, Monika Köppl-Turyna, Lisa-Marie Fassl und Markus Raunig © Tobias Gärtner

Wie steht es um das Interesse an der Selbstständigkeit in Österreich? Eine Online-Befragung von Peter Hajek Public Opinion Strategies im Auftrag der Stiftung Unternehmerische Zukunft liefert dazu aktuelle Daten. Im Befragungszeitraum vom 22. Mai bis 8. Juni 2026 wurden insgesamt rund 1.500 Personen der österreichischen Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 69 Jahren befragt. Die Zahlen zeigen, wie stark das direkte Umfeld die Neigung zum Unternehmertum in Österreich prägt.

Der „Eltern-Effekt“ als zentraler Einflussfaktor

Der zentralste Befund der Untersuchung liegt in der familiären Prägung: Der Wunsch und die konkrete Absicht zu gründen gehen laut den Studiendaten maßgeblich mit der unternehmerischen Tätigkeit der eigenen Eltern einher. Insgesamt geben 20 Prozent der Befragten an, mindestens einen selbstständigen oder unternehmerischen Elternteil zu haben. Laut Umfrage verändert diese Erfahrung die Haltung grundlegend: Während sich ohne unternehmerischen Hintergrund lediglich 27 Prozent der Befragten eine Gründung grundsätzlich vorstellen können, steigt dieser Wert bei Personen mit unternehmerischem Elternhaus auf 47 Prozent.

Noch drastischer unterscheidet sich die konkrete Planung: Bei Befragten ohne unternehmerische Eltern geben derzeit nur 7 Prozent an, innerhalb der nächsten zwölf Monate konkret eine Gründung zu planen. Hat mindestens ein Elternteil ein Unternehmen geführt oder gegründet, springt diese Gründungsabsicht auf 18 Prozent, also mehr als das Doppelte. Das Elternhaus senkt somit laut Studie die subjektiven Hürden von der bloßen Vorstellung hin zur konkreten Absicht.

Eklatanter Mangel an sichtbaren Vorbildern im Alltag

Dass die familiäre Herkunft in den Daten eine so dominante Rolle spielt, deckt sich mit einem deutlichen Mangel an sichtbaren Alternativen im öffentlichen Raum. Laut Umfrage fällt fast der Hälfte der Gesamtbevölkerung (49 Prozent) spontan kein einziger Name einer Unternehmerin oder eines Unternehmers ein.

Unter den Befragten zwischen 16 und 29 Jahren geben sogar 60 Prozent an, niemanden nennen zu können. Werden überhaupt Namen genannt, handelt es sich meist um prominente Großunternehmer wie Mateschitz (13 Prozent), Haselsteiner (5 Prozent), Benko (3 Prozent), Swarovski (3 Prozent) oder Elon Musk (2 Prozent). Greifbare Vorbilder aus dem alltäglichen Leben fehlen in der Wahrnehmung vieler Befragter.

Gleichzeitig zeigt die Erhebung: Wer im unternehmerischen Umfeld aufwächst oder entsprechende Kontakte hat, würde im Falle eines Gründungsvorhabens eine nahestehende Person laut Eigenangabe mit 37 Prozent mehr als doppelt so oft aktiv bestärken wie Personen ohne dieses Umfeld (17 Prozent).

Breiter Ruf nach Wirtschaftsbildung an Schulen

Unterstützung aus dem Elternhaus ist ein wichtiger Faktor, doch soll er laut den Befragten nicht der einzige sein, der über die berufliche Zukunft entscheidet, wie sich aus weiteren Ergebnissen ablesen lässt. 80 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Jugendliche bereits in der Schule stärker lernen sollten, wie man Unternehmen gründet oder führt. Zudem hätten sich 75 Prozent selbst mehr praktische Wirtschaftsbildung gewünscht.

Für Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft, liefern die Befragungsergebnisse deshalb einen klaren Auftrag an die Bildungspolitik. Seine zentrale These formuliert Raunig bei der heutigen Pressekonferenz als Kernversprechen der Stiftungsarbeit: „Unsere Überzeugung als Stiftung lautet: Es darf nicht davon abhängen, was für Eltern oder welches Umfeld man hat, ob man unternehmerisch tätig wird oder nicht.“

Durch praxisnahe Schulprogramme, den Aufbau eigener Medienkanäle zur Veranschaulichung des unternehmerischen Alltags und die gezielte Sichtbarmachung nahbarer Vorbilder soll dieses Herkunfts-Delta geschlossen werden.

Wachstumsorientierte Startups als echter Jobmotor

Aus volkswirtschaftlicher Sicht kommt es jedoch nicht bloß auf die reine Anzahl an Gründungen an, sondern auf deren Qualität, das betont Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Die auch als Vorstandsmitglied der Stiftung agierende Wirtschaftsforscherin hebt hervor, dass vor allem junge, wachstumsstarke Unternehmen als entscheidender Motor für Beschäftigung und Innovation wirken und überproportional viele neue Arbeitsplätze schaffen.

Auf der Pressekonferenz spitzte Investorin und Stiftungs-Vorstandsmitglied Lisa-Marie Fassl die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Haltungswende zu: „Das einzige, was uns hilft wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben als Standort, ist Innovation. […] Es muss gesamtgesellschaftlich gesehen einfach wieder sexy sein, einen Beitrag zu leisten. Wir leben in einem Land mit einer massiven Vollkaskomentalität, wo man darauf wartet, dass irgendwer etwas für einen richtet.“

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