Beiersdorf wird Partner von Online-Pitching-Competition „Global Pitch 3“
Das Wiener Startup DealMatrix ist mit dem Ziel angetreten, die größte Online-Pitching-Competition weltweit auf die Beine zu stellen. Für die mittlerweile dritte Ausgabe der Competition ist das Startup eine Partnerschaft mit dem internationalen Hautpflege-Unternehmen Beiersdorf eingegangen.
Das Startup DealMatrix hat sich mit dem Pitching-Format „Global Pitch“ zum Ziel gesetzt, die weltweit größte Online-Pitching-Competition ins Leben zu rufen (der brutkasten berichtete). Durch den virtuellen Ansatz sollen die Teilnehmer laut DealMatrix Reisekosten und Zeit sparen. Zudem möchte das Startup über die reine Onlineveranstaltung Startup-Ökosysteme aus der ganzen Welt miteinander verbinden und durch strukturierte Fragestellungen eine hohe Effizienz im Analysieren und Bewerten der Unternehmensdaten erzielen. Wie das Startup betont, nutzen mittlerweile international tätige Investmentgesellschaften den „Global Pitch“ für das Scouting von innovativen Ideen. Für die dritte Ausgabe der Competition ist das Startup eine Partnerschaft mit dem internationalen Hautpflegeunternehmen Beiersdorf eingegangen.
Mit der Bewerbung bekommen die Startups laut DealMatrix die Chance, ihre Lösungen online vorzustellen. Dabei wählen Experten jene Ideen und Unternehmen aus, bei denen sie entsprechendes Potential sehen und unterstützen diese mit ihrem Know-how. Im Fall von Beiersdorf bietet das Unternehmen beispielsweise Zugang zu seinem globalen Netzwerk, einem Portfolio führender Marken, sowie Erfahrungen über die Bedürfnisse der Kunden.
„Das innovative Format von Global Pitch, ist ein neuer Ansatz um entscheidungsrelevante Informationen am Punkt zu präsentieren und kollaborativ mit seinen Peers zu bewerten“, sagt Christoph Drescher, CEO und Gründer von DealMatrix. „Beiersdorf erhält aus erster Hand Zugang zu vielversprechenden Ideen und Unternehmen um gemeinsam mit den Startups an den Lösungen von morgen zu arbeiten.“
Im Rahmen der Competition werden Auszeichnung in verschiedenen Kategorien vergeben, die vom Thema Nachhaltigkeit über Gesundheitswesen bis hin zu E-Government reichen (mehr über die Kategorien). Laut DealMatrix wird Beiersdorf Partner in den drei Kategorien „Our Body“, „Our Planet“ und „Our Information“. Die Bewerbung für „Global Pitch 3“ ist noch bis 12. Mai möglich.
Fawks AI-Gründerin: Von Indien über die IAEA zu einem KI-Startup, das Dialekte erkennt
Fawks AI, in Wien von CEO und CTO Neha Agarwal und COO Arun Gaurav gegründet, erhielt vom Austria Wirtschaftsservice für seine Spracherkennungs-Engine eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro.
Fawks AI-Gründerin: Von Indien über die IAEA zu einem KI-Startup, das Dialekte erkennt
Fawks AI, in Wien von CEO und CTO Neha Agarwal und COO Arun Gaurav gegründet, erhielt vom Austria Wirtschaftsservice für seine Spracherkennungs-Engine eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro.
Eigentlich geht es hier nicht um ein Startup aus Indien, aber dennoch muss es kurz erwähnt werden: über 86 Millionen US-Dollar Umsatz, eine geschätzte Firmenbewertung von 200 Millionen US-Dollar, 500 Mitarbeiter:innen. Und das gebootstrapped. Das ist die Geschichte des indischen Proptech Housiey. Gegründet wurde es 2016 von Neha Agarwal und ihrem Bruder Ankit.
Problem Intransparenz
Der Ausgangspunkt der Geschwister damals war ein Markt, in dem es zwar viele Immobilienportale gab, aber es aufgrund laxer Regulierung immer wieder zu Fällen kam, in denen Makler:innen Objekte zu Preisen anboten, die vom tatsächlichen Endpreis stark abwichen. Auch Angaben zu Steuern, Regulierung und Mindestpreisen fehlten und Käufer:innen zahlten häufig zu viel für Immobilien.
Darin sahen die beiden eine Marktlücke. So bauten sie eine Plattform, auf der Bauträger direkt vertreten sind. Ihr Bruder übernahm als CEO den Vertrieb, Agarwal verantwortete die gesamte Technik. Dazu gehörte die Suchmaschinenoptimierung, die die heute in Wien lebende Gründerin als einen der Eckpunkte für den investorenlosen Erfolg nennt. „Housiey sollte bei Google gut ranken, ohne viel Geld für Werbung auszugeben. Das war noch vor dem KI-Zeitalter“, sagt sie. Außerdem entwickelte Agarwal den Anmeldeprozess für Nutzer:innen und setzte zu Beginn auf YouTube-Kanäle, um Immobilien zu präsentieren.
Der andere zentrale Faktor für Erfolg war die Transparenz: Nutzer:innen sollen alle Informationen zu einer Immobilie in einem durchgängigen Ablauf sehen können, vollständig und korrekt. „Das schafft Vertrauen und sie tappen nicht in eine Falle“, so Agarwal.
Von Indien nach Österreich: Fawks AI entsteht
2012 endete das Kapitel Indien und die Founderin kam für einen Job bei den Vereinten Nationen nach Österreich (IAEA). Eigentlich war ein Aufenthalt von sechs Monaten geplant, doch sie blieb, wechselte danach in einen Job bei einem anderen Unternehmen und kündigte dort schließlich, um gemeinsam mit COO Arun Gaurav Fawks AI in Wien zu gründen.
Das Wiener KI-Startup entwickelt eine eigene Speech-Engine zur Kundenkommunikation: eine KI, die Telefonanrufe im Kundensupport wie ein Mensch führen soll und sich an Unternehmen richtet. Erste Tests mit zahlenden Kund:innen laufen bereits.
aws-Förderung
Dafür erhielt das Startup eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro von der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Förderprogramms aws Preseed | Deep Tech. Damit soll die Kerntechnologie mit dem Codenamen HIVE vom Konzept zu einem produktionsreifen Prototyp weiterentwickelt werden. Im vergangenen Jahr wurde Fawks AI zudem für den ersten Venture-Cake-Jahrgang von weXelerate, dem Wiener Startup-Accelerator, als eines von acht Startups bei 150 Bewerbungen ausgewählt. Ein möglicher Grund dafür: eine sprachliche Besonderheit von Fawks AI.
„Wir haben festgestellt“, präzisiert Agarwal, „dass es bei der deutschen Sprache auf den Dialekt ankommt, etwa Vorarlbergerisch oder Wienerisch. Im Benchmarking lag die Erkennungsrate nur bei 68 Prozent. Wir haben überall gesucht, aber kein Spracherkennungsmodell gefunden, auch nicht in Europa, sondern nur US-Modelle. Wenn ein Anruf zum Beispiel eine Bankangelegenheit betrifft und eine IBAN genannt wird, wird die Nummer nicht korrekt erkannt, und der nächste Workflow wird nicht ausgelöst. Viele große Unternehmen können KI deshalb nicht richtig einsetzen, weil die Spracherkennung nicht gut genug ist.“
Deswegen deckt Fawks AI Standarddeutsch, Wienerisch und Österreichisch-Bairisch ab, und adressiert auch Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache, sondern in der Schule gelernt haben. Künftig möchte man noch Schweizerdeutsch in die Anwendung implementieren.
Damit ist Fawks AI nicht allein und bewegt sich hierzulande in einem Feld, mit großer Konkurrenz wie fonio, KI-Note oder NeedNect. Doch es gibt einen Grund, warum man sich für Wien entschieden hat.
„Ernst genommen“
„Österreich hat uns ernst genommen, bevor es andere taten“, sagt Agarwal. „Die Förderung ist ein Signal, dass die aws bereit ist, anspruchsvolle Ingenieursprobleme zu unterstützen, nicht nur Anwendungen. Europäische KI-Infrastruktur lässt sich nicht mit amerikanischen Standardwerkzeugen aufbauen. Das hat die aws verstanden, und ihre Jury ebenso. Wir sind dankbar für das Vertrauen.“
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