14.11.2025
BRÜCKE

BeFounder: Wiener Accelerator holt Indiens-Startup-Szene nach Österreich

Der Accelerator BeFounder startet die "India Edition", um indische High-Tech-Startups, vor allem aus dem KI-Bereich, direkt mit europäischen Investor:innen sowie Unternehmen zu vernetzen und Wien als Tor zum europäischen Markt zu stärken.
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BeFounder, Indien, India Edition
© BeFounder - Alireza Sohrabian

BeFounder ist ein österreichischer Accelerator, der innerhalb der Europäischen Union tätig ist und internationale Unternehmer dabei unterstützt, auf dem europäischen Markt – insbesondere in der DACH-Region – zu wachsen. Gegründet wurde er von dem Serienunternehmer Alireza Sohrabian (damals noch unter dem Namen Bold Founders), wie brutkasten bereits berichtete.

BeFounder: Indien nach Ukraine

Im Februar des heurigen Jahres gab es ein Rebranding und eine Ukraine-Edition, um ukrainische Founder im Ausland und auch in Österreich beim Gründen und Skalieren zu unterstützen, wie Chairman Kambis Kohansal Vajargah damals erklärte. Nun gab man den Start der „BeFounder India Edition“ bekannt.

Die neue Initiative konzentriert sich stark auf strategisches Matchmaking und Fundraising und möchte die vielversprechendsten Startups Indiens (insbesondere aus High-Tech-Bereichen wie KI) mit führenden europäischen Unternehmen, Investor:innen und Innovationspartnern verbinden.

„Direkte Brücke“

„Wir bauen damit eine direkte Brücke von Indiens Tech-Szene nach Österreich. Unser Ziel ist es, die innovativsten Startups hierher zu holen und damit Wien und das gesamte österreichische Innovationsökosystem zu stärken“, erklärt Sohrabian, Managing Director von BeFounder.

Das Programm zielt darauf ab, konkrete Möglichkeiten für Wachstum, Zusammenarbeit und direkten Zugang zum EU-Markt zu schaffen. Durch sein in Wien ansässiges Beschleunigungsnetzwerk könne BeFounder indischen Gründer:innen direkte Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung, der rechtlichen Etablierung und dem Markteintritt bieten. Und Wien als strategisches Tor Europas für die internationale Expansion positionieren, so der Claim.

Hauptmerkmale des Programms

Das sechsmonatige Hybridprogramm (online und in Wien) wird für alle ausgewählten Startups kostenlos und vollständig finanziert angeboten. Darüber hinaus erhalten Teilnehmende Beratung zu rechtlichen, steuerlichen und geschäftlichen Gründungsfragen sowie zu Aufenthaltsregelungen wie der Rot-Weiß-Rot-Karte in Österreich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf individuellem Experten-Mentoring durch ein Netzwerk von mehr als 80 erfahrenen europäischen Gründer:innen und Branchenexpert:innen.

Ausgewählte Startups haben zudem die Möglichkeit, sich im Rahmen der Delhi-Vienna Innovation Bridge am „BeFounder Day“ während der ViennaUp 2026 zu präsentieren.

Kriterien für Teilnahme

„Dieses Programm wird ein großer Schritt zur Stärkung von Innovation und Künstlicher Intelligenz in Österreich sein“, so Sohrabian weiter. „Unser Ziel ist es, indische Innovationen für den europäischen Markt zu gewinnen und zu unterstützen, nicht nur, um Unternehmer zu fördern, sondern auch, um den Weg zu einem innovativeren und leistungsfähigeren Österreich zu ebnen.“

Das Programm steht offen für „Pre-Seed-Startups mit einer starken Geschäftsidee, einem wachstumsbereiten Team und mindestens einem indischen Gründer“. Und auch Seed-Stage-Startups und Unternehmungen mit früher Markttraktion (MVP oder Pilotkunden); ebenfalls mit mindestens einem indischen Gründer, so die Kriterien.

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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