24.08.2021

B&C Innovation Investments: Wiener Scaleup-Investor holt Moser-Parapatits in die Geschäftsführung

Die B&C Innovation Investments ist bereits in acht Scaleups im Industrie-Bereich investiert und will das Portfolio in Österreich weiter ausbauen.
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Alexander Moser-Parapatits verstärkt die Geschäftsführung der B&C Innovation Invest © Georg Wilke
Alexander Moser-Parapatits verstärkt die Geschäftsführung der B&C Innovation Investments © Georg Wilke

Die B&C-Gruppe beteiligt sich über die B&C Innovation Investments an Scaleups im Bereich Industrie und verstärkt nun die Geschäftsführung mit einem Tech-Experten. Alexander Moser-Parapatits ergänzt die bisherigen Geschäftsführer Thomas Zimpfer und Regina Sturm-Lenhart. Gleichzeitig bleibt der 35-Jährige auch in der Industrieholding der Gruppe tätig, in der er unter anderem AMAG-Beteiligungsmanager ist.

B&C bereits in 8 Scaleups investiert

Moser-Parapatits studierte Wirtschaftsingenierwesen, Maschinenbau und Bauingenierwesen in Wien und Graz und war bei Magna in den Bereichen Forschung und Innovation tätig, bevor er zur B&C-Gruppe wechselte. In der Innovation Investments ist er bereits seit 2017 im Portfolio-Ausbau beschäftigt. Den Beteiligungsarm gibt es seit 2016 und seither wurden bereits acht direkte Beteiligungen eingegangen: TTTech, Frequentis, Contextflow, Kreatize, Klarx, Kinexon, Flightkeys und Citrine. Zudem ist die B&C Innovation Investments in den Speedinvest II Fonds investiert.

„Mit einem Investitionsvolumen von bislang rund 80 Millionen Euro unterstützen wir ‚Scaleups‘ und erleichtern damit auch den Zugang der heimischen klassischen Industrie zu innovativen Technologien. Diesen Weg haben wir auch in der Corona-Krise weiterverfolgt. Mit Alexander Moser-Parapatits wird das Geschäftsführungsteam um einen erfahrenen Technologieexperten verstärkt, der bereits einige Jahre für die B&C-Gruppe tätig ist“, sagt Thomas Zimpfer. „Unser BCII-Beteiligungsportfolio entwickelt sich sehr gut und ich bin überzeugt, dass in Österreich noch großes Innovations-Potenzial vorhanden ist, das es zu heben gilt“, ergänzt Alexander Moser-Parapatits.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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