10.07.2023

Bauernhof-Flair in der Stadt: markta eröffnet seine erste Filiale in Wien

markta, der digitale Marktplatz für Bauernprodukte, öffnete vergangenen Samstag die Türen zu seiner ersten Filiale.
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Theresa Imre und Julian Hödlmayer (c) Oliver Topf für markta

Der digitale Bauernmarkt geht offline: Vergangenen Samstag eröffnete markta, der digitale Marktplatz für Bauernprodukte, seine erste Filiale in der Wiener Innenstadt – wie im März dieses Jahres angekündigt. Mit dem hybriden Geschäftskonzept will markta sein bisheriges E-Commerce-Geschäftsmodell erweitern und neue Kundschaft gewinnen.

Bauernmarkt-Feeling auf 400 Quadratmetern

Die Online-Plattform für bäuerliche, regionale Produkte aus nachhaltiger Erzeugung hat sich in Österreich seit ihrer Gründung im Jahr 2017 einen Namen gemacht. Nun geht die markta GmbH offline: Auf 400 Quadratmetern eröffnet markta in der Alserstraße 16 im neunten Wiener Gemeindebezirk seine erste Filiale – und bietet ein Sortiment aus lokaler und nachhaltiger Produktion, das Lebensmittel, Haushalts- und Kosmetikprodukte umfasst.

Workshops, Meetups und Verkostungen “ab Hof”

Wer nach einem Bauernmarkt-Flair in der Stadt sucht, ist bei markta richtig: Das luftige Design lädt zum Verweilen und Plaudern ein, beschreibt markta das Flair seiner ersten Location. Die Regale seien aufgelockert um einen großen Baum in der Ladenmitte platziert, womit man das Marktplatz-Feeling nachstellen wolle. Neben dem Bauenmarkt-Feeling will markta zudem die faire Behandlung von Mensch, Tier und Umwelt in den Fokus rücken, heißt es in einer Pressemeldung. Das markta Team will Kund:innen nicht nur über die Produzent:innen, Anbau sowie Produktions- und Arbeitsbedingungen der angebotenen Produkte aufklären. Laut Filialkonzept stehen auch Meetups, Verkostungen und Workshops mit markta Produzent:innen auf dem Plan.

Click und Collect in Filiale möglich

Die Filiale gilt als Pilotprojekt für weitere Filialen, so das martka-Team in einer Presseaussendung. Das physische Geschäftslokal soll den bestehenden Online-Versand mit der Click & Collect-Abholfunktion ergänzen. In Zukunft können Kund:innen ihre Bestellungen via martka.at nun nicht nur in kooperierenden Storebox-Locations, sondern auch in der Alserstraße abholen. Unter der Woche hat die Filiale von 8 bis 19 Uhr, am Samstag von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Die neue markta Filiale in der Alser Straße 16 – zuvor Location der Bank Austria. (c) markta.

Regionale Bauernprodukte in der Stadt

2018 von Theresa Imre gegründet, bietet markta seinen Kund:innen österreichweit diverse Produkte von bäuerlichen Klein- und Familienbetrieben an. 2021 sicherte sich martka im Zuge seiner Series-A-Finanzierungsrunde ein Millioneninvestment, der brutkasten berichtete. 2022 holte Imre Ex-Müller-Chef Julian Hödlmayer als Geschäftspartner ins Boot. Anfang 2023 verkündete das Startup eine Partnerschaft mit dem Wiener Logistik-Scaleup Storebox, was die Abholung von Bestellungen per Click & Collect ermöglichte.

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Michael Dobersberger ist der "Startup-Wingman" im Silicon Valley. | © brutkasten

Das Silicon Valley ist nach wie vor das unangefochtene Epizentrum der globalen Tech-Welt. Ein Großteil des weltweiten Risikokapitals ist in der Region rund um San Francisco gebündelt. Für europäische Startups birgt der Markteintritt in den US-amerikanischen Raum jedoch erhebliche kulturelle wie strukturelle Hürden. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Arbeit von Michael Dobersberger an. Brutkasten hat ihm einen Tag lang in San Francisco über die Schulter geschaut.

Michael Dobersberger im Gespräch mit brutkasten-Redakteurin Ann-Kathrin Salmen vor der Bay Bridge in San Francisco. © brutkasten

Ein Ökosystem für den Aufstieg

Als Co-Direktor der Initiative Open Austria, einem Joint Venture der Wirtschaftskammer Österreich und des Außenministeriums, fungiert Dobersberger als strategischer Sparring-Partner vor Ort. Während die WKÖ-AußenwirtschaftsCenter in New York und Los Angeles das operative Tagesgeschäft im Exportgeschäft abwickeln, konzentriert sich das AußenwirtschaftsCenter in San Francisco unter seiner Leitung auf spezialisierte Formate.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, Startups ready für das Silicon Valley zu machen, damit sie einen gewissen Startvorteil gegenüber anderen europäischen Startups haben“, erklärt Dobersberger im Gespräch. Sein Aufgabengebiet umfasst gezieltes Startup-Coaching für den US-Markteintritt sowie Innovation Scouting für etablierte Großunternehmen. Die Nachfrage ist hoch: „Allein heuer habe ich schon über 260 Unternehmen in einem meiner Programme gehabt.“

Die Teilnehmer:innen des GOUSA Kickoffs im Silicon Valley. © Michael Dobersberger

Das Mindset: Ja, wenn … statt Nein, weil …

Die kulturellen Gräben zwischen europäischen und US-amerikanischen Entrepreneurship-Zugängen erlebt Dobersberger täglich. Während hierzulande Risiken oft im Vordergrund stehen, herrscht in Kalifornien eine ausgeprägte Optimierungskultur.

Den zentralen Unterschied im Denkansatz bringt Dobersberger pragmatisch auf den Punkt: „In den USA heißt es: ‚Es kann funktionieren, wenn …‘, während in Europa oft gesagt wird: ‚Das funktioniert nicht, weil …‘“. Es gehe keineswegs darum, kritische Einwände zu ignorieren, sondern Geschäftsideen konstruktiv zu bewerten und Chancen in den Mittelpunkt zu rücken.

Schnelligkeit und ein realistischer Blick auf Fehler

Ein entscheidender Erfolgsfaktor am US-Markt sei die Umsetzungsgeschwindigkeit. „Du musst nicht besser sein, du musst schneller sein“, betont Dobersberger. Wer rasch am Markt testet, gewinnt wertvolles Feedback und kann Mitbewerber überholen.

Ergänzt wird dieses Tempo durch den vielzitierten Umgang mit dem Scheitern, der jedoch häufig missverstanden werde. Fehler seien zwar Teil der Lernkurve, dürften das Unternehmen jedoch nicht ruinieren. „Fail fast, fail often – and keep the price to a minimum“, bringt es Dobersberger auf den Punkt. Das bedeutet übersetzt so viel wie: „Scheitere schnell, oft und halte die Kosten dabei auf einem Minimum.“

Präzision fordert der Experte auch beim Markenauftritt und Produktstart. Zu langes Perfektionieren im Stillen sei gefährlich: „Wenn du nicht irgendwann sagst: ‚Mein erstes Produkt war so peinlich‘, dann bist du zu spät an den Markt gegangen“, veranschaulicht er eindrücklich.

Ein Großteil von Dobersbergers Arbeit besteht darin, Menschen miteinander zu vernetzen. © brutkasten

Die Matrjoschka-Logik beim Pitchen

Auch in der Kommunikation rät Dobersberger zu einer radikalen Vereinfachung. Statt technischer Details müsse in den ersten Sekunden das zugrundeliegende Problem im Fokus stehen. Dobersberger nutzt dafür das Bild einer umgekehrten Matrjoschka-Puppe.

„Die erste Matrjoschka ist die wichtigste – das ist dein Why“, erklärt er. Ziel der ersten 40 Sekunden sei es nicht, das gesamte Produkt zu erklären, sondern Neugier zu wecken und Folgetermine zu sichern. Wer zu tief ins Technische abgleite, verliere das Gegenüber rasch.

Menschen investieren in Menschen

Zudem entscheide die Persönlichkeit des Gründerteams oft mehr als die Technologie selbst. Das Feedback internationaler Investor:innen zeichne hier ein klares Bild: „Die Investoren investieren zu 90 Prozent ins Team und zu zehn Prozent in die Technologie.“ Starken Gründerpersönlichkeiten traue man eher zu, Märkte zu erschließen und Geschäftsmodelle bei Bedarf anzupassen.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, von der Schärfung der Story bis hin zur Vernetzung vor Ort, unterstützt Dobersberger heimische Gründer:innen dabei, im Silicon Valley nachhaltig Fuß zu fassen.

Dobersberger mit seinem ehemaligen indonesischen Diplomaten-Kennzeichen. Vor seiner Zeit in Amerika war er in Indonesien, Serbien und England tätig. © brutkasten
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