19.12.2025
HEALTH

Bauch rein, Luft raus: Warum die falsche Atmung krank macht

Wir können nicht ohne – und dennoch machen wir es meistens falsch: Wie die falsche Atmung unsere Gesundheit schädigt und wie Nasenatmung, Mouth-Taping und Co Abhilfe schaffen, erklären Lungenfacharzt Ulrich Radda und Gründer Krzysztof Dąbrowski.
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Krzysztof Dąbrowski, Gründer von RespireLabs. | © Tiroler innovationspreis

Dieser Artikel ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von November 2025 “Verantwortung” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Es schaukelt langsam, aber ziemlich stark. Nach links und nach rechts, wie in einem Boot. Die Deckenlampe dreht sich im Kreis. Meine Arme und Beine fühlen sich so an, als würden sie mich mit kleinen Heftklammern nach unten ziehen.

Es ist 6 Uhr 30 morgens, ich bin gerade aufgewacht – nicht erholt, wie ihr euch denken könnt. Der Raum um mich wackelt. Und da ist dieser Kopfschmerz. So, als hätte ich schon länger nicht mehr Luft geholt. Habe ich anscheinend auch nicht, denn ich habe Schlafapnoe. Ich gehöre zu den über 936 Millionen Menschen auf der Welt, die davon betroffen sind; Männer häufiger als Frauen – und das Risiko steigt mit Alter und Gewicht. Viele wissen das aber nicht, so wie ich.

Langsam stehe ich auf, der Schwindel vergeht, ich spüre festen Boden unter meinen Füßen. Aber eines bleibt: das Kopfweh, die Erschöpfung. Und das Halsweh. Kratziger Hals, Entzündungen in der Nasen- und Nebenhöhlen-Region, Kopfschmerzen und Schwindel sind nur wenige der typischen Symptome von Menschen, die nicht richtig atmen, wenn sie schlafen. Erkennt ihr euch wieder?

Das Gehirn schlägt Alarm

Bei Schlafapnoe handelt es sich um eine Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlafens immer wieder aussetzt, und zwar durch das Verengen oder Verschließen der Atemwege. Die dadurch entstehenden Atempausen treten bis zu mehrere Hundert Mal pro Nacht auf und dauern mehrere Minuten an. Schon ab fünf Atempausen pro Nacht spricht man von Schlafapnoe. Die Folgen sind ein Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut und eine Minderversorgung der Organe.

Das Gehirn schlägt dann Alarm: Der oder die Schlafende wird geweckt, um wieder atmen zu können. Diese Weckreaktionen unterbrechen den Schlaf – oft; zu oft. Menschen, die an Schlafapnoe leiden, spüren die Symptome vor allem untertags: starke Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten; und es gibt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Schwindel nach dem Aufstehen und Kopfschmerzen können erste Anzeichen sein.

Nase zu, Erholung aus

So wie bei Krzysztof Dąbrowski, dem Gründer des Startups RespireLabs: „Seitdem ich ein Kind bin, ist meine Nase konstant zu. Ich musste immer durch den Mund atmen.“ Das führte zu schlechter Atmung – und schließlich zu Schlafapnoe. Vor allem Müdigkeit, Infektionen von Hals, Nasen- und Nebenhöhlen sowie Nacken- und Brustschmerzen traten auf. Und ein wirklich anstrengendes Leben untertags.

Denn Dąbrowski hat nie wirklich erholsam geschlafen. Wenn der Körper im Schlaf nicht atmet, weckt ihn das Hirn und sagt: Atme. Betroffene schlafen nie durch, sondern werden ständig geweckt – ohne dass sie es merken. Es folgten Arztbesuche, Operationen der Nebenhöhlen, Therapien. Nichts hat so wirklich geholfen. Dąbrowski hat nie durch die Nase geatmet. Die Mundatmung, die im Grunde genommen „falsch“ und nicht gut für unseren Körper ist, hat ihm Probleme bereitet.

Fight or Flight

Durch den Mund atmet man zu häufig und zu viel Luft ein. Unser Nervensystem ist dann im „Fight or Flight“-Mode. Die logische Folge daraus: Körper und Geist können nicht entspannen. Das bestätigt auch Dr. Ulrich Radda. Er ist Facharzt für Pulmologie, Medizinischer Dienst und Versorgungsinnovation Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK).

Dr. Ulrich Radda, Facharzt für Pulmologie, Medizinischer Dienst und Versorgungsinnovation Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK). | © ÖGK

„Unsere Gesellschaft atmet vorwiegend falsch“ – und zwar viel zu viel durch den Mund und viel zu oft in die Brust. Das heißt: Wir atmen oberflächlich. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen der Bauchatmung – auch Zwerchfellatmung genannt – und der Brustatmung. Bei der Bauchatmung nutzen wir das Zwerchfell als wichtigen Atemmuskel. Das führt zu einer tieferen Atmung. „Wenn ich einatme, erzeuge ich einen Druckunterschied. Das Zwerchfell geht beim Einatmen bis zu sieben Zentimeter nach unten. Damit wird die Lunge groß gemacht“, so Radda. Die Brustatmung hingegen baut auf die Zwischenrippenmuskeln. Dabei hebt und senkt sich primär unser Brustkorb, man atmet flacher.

Im Alltag verwenden wir normalerweise eine Kombination beider Techniken; wobei die Bauchatmung bei Entspannung und die Brustatmung bei Anspannung, also bei Stresssituationen und körperlicher Anstrengung, eingesetzt wird.

Brust, Bauch und Stress

Gesünder ist „ganz klar die Bauchatmung“, meint Radda. Diese hat nicht nur positive Auswirkungen auf unseren Körper, sondern aktiviert auch das parasympathische Nervensystem, das für Entspannung sorgt und den Cortisolspiegel senkt. Das hilft, Stress zu reduzieren. „Eine langsame, tiefe Atmung kann den Blutdruck senken und den Herzrhythmus verlangsamen. Außerdem kann Bauchatmung durch die Bewegung des Zwerchfells die Bauchorgane massieren, was die Darmbewegung anregt“, so Radda weiter.

Die flache Brustatmung hingegen ist ein Zeichen von Stress und kann diesen sogar verstärken. Der Körper verspannt und kann nicht genügend Sauerstoff aufnehmen. Dabei wird das sympathische Nervensystem aktiviert, das im Körper für Anspannung sorgt. Die Folge: Der Blutdruck steigt und die Herzfrequenz wird erhöht. Obwohl das im Grunde ein wichtiger Schutzmechanismus ist, kann es auf Dauer gefährlich werden.

„Viele Menschen atmen unbewusst flach, weil sie ihre Atmung durch Stress und körperliche Inaktivität in den Brustkorb verlagern“, erklärt Radda. Auslöser sind nicht nur psychische Belastungen und eine schlechte Körperhaltung, sondern auch das ständige Bauch-Einziehen oder zu enge Kleidung.

Die Nase und der Mund

Doch nicht nur Brust und Bauch entscheiden bei der Atmung mit. Auch der Mund und die Nase spielen eine Rolle: Die Nasenatmung hat einige Vorteile: „Darunter die Filterung, Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft. Außerdem führt sie zu einer höheren Sauerstoffsättigung des Bluts und zur Produktion von Stickoxid, das unsere Blutgefäße erweitert und zur Verbesserung der Durchblutung führt“, erzählt der Mediziner. Die Nasenatmung kann damit den Sauerstoffgehalt in unserem Blut um bis zu zwanzig Prozent erhöhen.

Ein weiteres Plus der Nasenatmung: „Sie kann unser Immunsystem stärken und einen besseren Schlaf bewirken“, meint Radda. In der Nase befinden sich nämlich natürliche Luftfilter, die Staub, Allergene und Krankheitserreger abhalten. Das alles ist bei der Mundatmung nicht der Fall. Und sie hat noch ein weiteres Manko: „Wir wissen, dass Mundatmung und die dadurch hervorgerufene Austrocknung der Schleimhäute zu Zahnfleischentzündungen führen kann. Auch der Zahnschmelz kann angegriffen werden. Und: Die Zunge liegt bei der Mundatmung tiefer, sie übt nicht den erforderlichen normalen Druck auf den Oberkiefer aus. Das kann vor allem bei Kindern zu Fehlentwicklungen im Kiefer oder zu Zahnfehlstellungen führen.“

Tapes und warme Milch mit Honig

Eine der häufigsten medizinischen Behandlungsformen für obstruktive Schlafapnoe ist die CPAP-Beatmung, also eine Art Atemunterstützung, wie Facharzt Radda erklärt: „Befeuchtete Luft wird druckunterstützt über eine Maske im Schlaf zugeführt, was verhindert, dass der Gaumen zusammenfällt und die Atemwege verschlossen werden. Für die meisten Patient:innen ist das ein Gamechanger“, so Radda.

Abseits dieser medizinischen Behandlung greifen jedoch immer mehr Menschen zu Nasen- und Mund-Tapes, um Mund, Zähne und Lunge gesund zu halten und den Körper im Schlaf mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. So auch Gründer Dąbrowski: Mouth-Taping hat den Gründer aus seiner Schlafmisere gerettet. Er warnt allerdings davor, diese Technik uninformiert zu beginnen – zuerst sollte ein HNO- oder Lungenfacharzt konsultiert werden. Das Mundtapen im Schlaf hat Dąbrowski geholfen, effizient durch die Nase zu atmen, seinen Kiefer zu schließen und die Sauerstoffsättigung im Blut zu erhöhen. Die Folge: mehr Energie, keine Kopfschmerzen mehr, ein besseres Leben.

Nasentapes wiederum können die Nasenflügel heben und die Belüftung durch die Nasenatmung verbessern, meint Radda. Das erweise sich gerade im Schlaf als gesundheitsfördernd. Radda äußert sich optimistisch: „Man kann das ohne Weiteres versuchen, um den Schlaf zu verbessern. Ich bin auch ein Verfechter von einem Glas warmer Milch mit Honig. Wenn man das am Abend trinkt, wirkt das schlafanstoßend. Jeder sollte sich die Tür offen lassen für Maßnahmen, die einem individuell helfen.“

Radda warnt jedenfalls davor, eine potenzielle Schlaf- und Atemstörung zu unterschätzen: „Man kann auf Dauer Folge- oder Begleiterkrankungen entwickeln, der Blutdruck steigt und die Lebensqualität wird enorm eingeschränkt. Kopfschmerzen sind nur die erste Begleiterscheinung. Es gibt Studien, die zeigen, dass auch das Risiko für Herzinfarkte deutlich zunimmt, wenn man Schlafapnoe unbehandelt lässt.“

Ab ins Schlaflabor

Wichtig ist also: bei Verdacht auf Schlafapnoe unbedingt zum Lungenfacharzt und ab ins Schlaflabor. Lungenfachärzt:innen und Mediziner:innen können mit einfachen Checks beurteilen, ob falsche Atmung oder Schlafapnoe vorliegt. Facharzt Radda gibt darüber hinaus weitere Tipps zum einfachen Selbstcheck: „Man sollte sich jeden Tag Zeit nehmen und auf seine Atmung achten.“ Alarmglocken sollten vor allem bei folgenden Symptomen läuten: „Wenn man sich nicht ausgeschlafen fühlt, Konzentrationsschwächen hat und so müde ist, dass man beim Sitzen oder bei monotonen Tätigkeiten einschläft – das alles können Anzeichen für ein obstruktives Schlafsyndrom, die sogenannte Schlafapnoe, sein. Das sollte man unbedingt mit einem Lungenfacharzt abklären.“

Und: „Einer der größten Risikofaktoren ist Adipositas. Durch eine Gewichtsabnahme kann sich die Atmung im Schlaf – auch das Schnarchen – verbessern“, meint Radda.

Hand auf den Bauch

Radda empfiehlt daher, sich folgende Fragen zu stellen: „Nehme ich mir im Alltag Zeit zum Atmen? Habe ich das Gefühl, ich bekomme genug Luft?“ Sollte das nicht der Fall sein, können schon kleine Atemübungen einen großen Unterschied machen. Zum Beispiel: Die Hand auf den Bauch legen und langsam durch die Nase einatmen, sodass sich der Bauch hebt. Und ja: Den Bauch beim Einatmen rauszustrecken ist okay – entgegen unserer gesellschaftlichen Norm, den Bauch der Ästhetik wegen einzuziehen.

Eine weitere Übung: Vier Sekunden lang durch die Nase einatmen, die Luft für fünf Sekunden anhalten; dann sechs Sekunden lang ausatmen. Das soll vor allem in verspannten Situationen körperliche Entlastung bieten. Radda: „Man sollte seine Work-Life-Balance ernst nehmen und Stresssituationen richtig beurteilen. Dauerhafter Stress beeinflusst die Atmung und damit die Sauerstoffversorgung im Körper. Stress lässt uns oberflächlich atmen, was auf Dauer nicht gesund ist.“

Durchatmen

Dass schon einfache Atemübungen funktionieren, hat auch Gründer Krzysztof Dąbrowski bewiesen. Er hat sich in erster Linie auf Übungen der sogenannten Buteyko-Methode des bewussten, langsamen Atmens konzentriert. Und zack: „Nach ein paar Übungen konnte ich frei durch die Nase atmen. Ich war wirklich beeindruckt.“

Erste Erfolge sah er schon nach ein bis zwei Tagen. Nach nur sechs Monaten wurde er zum konstanten Nasenatmer. Mittlerweile hat Dąbrowski jene Lebensqualität und -freude zurück, die ihm mit verstopfter Nase, Mundatmung und Schlafapnoe genommen wurde. Und schließlich war seine Reise auch der Grund, warum Krzysztof sein Startup RespireLabs gegründet hat.

Damit entwickelt er eine Software mit passendem Mund-Tape-Wearable, die die Atmung im Schlaf messen und analysieren kann. „Wenn du erschöpft und chronisch müde bist, denkst du, dass es keinen Ausweg gibt oder du krank bist. Sobald du aber merkst, dass das eigentlich an deiner Atmung liegt, kann dein Leben so schnell besser werden!“, meint Dąbrowski heute.

Krzysztof Dąbrowski, Gründer von RespireLabs, mit seinem Smart-Wearable-Mouth-Tape. | © RespireLabs

Das bestärkt auch Mediziner Radda: „Wenn man die Atmung versteht und bewusst trainiert, kann man seine Gesundheit und die Lebensqualität deutlich verbessern. Das ist ein unterschätztes Thema. Die Atmung hat ganz viel Einfluss auf unseren Körper.“ Deshalb legt er Menschen vor allem eines ans Herz: „Weniger ist oft mehr. Ruhige Atemzüge – durch die Nase in den Bauch – sind fast immer der Schlüssel zu mehr Entspannung und einem gesünderen Leben.“


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Foto: epilogy.photography

Während der ViennaUP wurde Wien einmal mehr zur internationalen Drehscheibe der Startup-Welt. Inmitten dieser Woche voller Begegnungen, Ideen und Innovationen setzte ein Event einen ganz besonderen Akzent: Im Wien Museum, mit weitem Blick über den Karlsplatz, kamen zahlreiche Founder, Investor:innen, Corporate-Partner und Wegbegleiter:innen zusammen, um ein Jubiläum zu feiern, das sinnbildlich für den internationalen Fokus des österreichischen Innovationsstandorts steht: 10 Jahre Global Incubator Network Austria (GIN).

Schon beim Eintreten wurde spürbar, was GIN über das vergangene Jahrzehnt ausgemacht hat – das Zusammenspiel aus österreichischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gründer:innen aus Wien trafen auf asiatische Startups, die diese Woche in der Stadt zu Gast waren, um in Europa Fuß zu fassen.

Foto: epilogy.photography

Eine von ihnen war Nga Chi Lydia Yip, Co-Founderin und CSO von Elleon Biotech aus Hongkong. Ihr Startup hat ein Reagenz entwickelt, mit dem sich markierte Zellen – etwa Krebs- oder virusinfizierte Zellen – mit bloßem Auge oder per Smartphone sichtbar machen lassen, ganz ohne teure Mikroskope oder geschultes Personal. „Ich habe in den letzten Tagen mehr wertvolle Leads getroffen als in zwei Jahren in Hongkong“, erzählte sie. Über das GIN-Programm war sie auf der Suche nach einem strategischen Partner für die Antikörper-Produktion – und wurde bei einem der Networking-Momente tatsächlich fündig. „Ich liebe den Vibe hier. Die Leute sind wirklich da, um einander zu helfen.“

Genau diese Atmosphäre baut GIN seit 2016 systematisch auf: Verbindungen, die weit über ein einzelnes Programm oder eine Delegationsreise hinausreichen.

Ein Jahrzehnt Brückenbauen zwischen Österreich und Asien

Seit seiner Gründung 2016 verfolgt GIN ein klares Ziel: innovative Startups beim internationalen Wachstum zu unterstützen und gleichzeitig Österreich als zentralen Innovationsstandort zu stärken. Unter dem Leitgedanken „Connecting the Circles of Growth“ hat sich daraus ein Netzwerk entwickelt, das weit über klassische Förderprogramme hinausgeht.

Die Bilanz nach zehn Jahren spricht für sich: 756 unterstützte Startups, 71 internationale Programm-Batches, 7 zentrale Partnerregionen und über 30 internationale Innovationspartner. Im Zentrum stehen die beiden Programme GO ASIA und GO AUSTRIA, die den Austausch in beide Richtungen ermöglichen – ein zweiseitiger Ansatz, der GIN zu einer einzigartigen Brückenbauerin macht. Geschichten wie jene von Elleon Biotech zeigen, was das konkret bedeutet.

Foto: epilogy.photography

Zur Beginn reflektierten Henrietta Egerth (Geschäftsführerin FFG) und Bernhard Sagmeister (Geschäftsführer aws) über die Vision hinter GIN, die gemeinsame Steuerung der beiden Programme und den Blick nach vorne. „Zehn Jahre Global Incubator Network Austria bedeuten zehn Jahre messbaren Impact für das österreichische Startup-Ökosystem und weit darüber hinaus“, betont Henrietta Egerth. „Allein am aktuellen GIN-Programm nehmen 56 Startups aus sieben asiatischen Zielregionen teil – mehr als jemals zuvor.“

Panel: Local Roots, Global Reach

Unter dem Titel „Local Roots, Global Reach: The New Rules of Internationalization“ diskutierte ein hochkarätig besetztes Panel die veränderten Spielregeln internationaler Expansion. Marcus Berger (CEO, Aviloo), Ayashi Das Majumder (Co-Founderin & COO, Sensegrass), Markus Lang (General Partner, Speedinvest) und Andreas Mühlberger (Infineon Technologies Austria) brachten vier sehr unterschiedliche Perspektiven zusammen. Die zentrale Botschaft: Für einen kleinen Exportmarkt wie Österreich ist Internationalisierung essenziell – gleichzeitig aber komplexer geworden, und sie gelingt nur durch starke Partnerschaften und langfristige Begleitung.

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Workshop: Impulse für die nächsten zehn Jahre

Im interaktiven Workshop-Teil, moderiert von Viktoria Ilger (Venture Clienting Austria), wurden die Gäste selbst zu Mitgestaltenden. An mehreren Tischen diskutierten sie in kleinen Runden über die zentralen Fragen rund um Internationalisierung. Begleitet wurde der Nachmittag von einem Live-Graphic-Recording-Team, das die wichtigsten Gedanken und Erkenntnisse in Echtzeit visuell festhielt – ein wachsendes Bild, das ebenso entstand wie die Insights selbst und am Ende eindrucksvoll präsentiert wurde.

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Blick nach vorne: Indien als nächster Meilenstein

Mit der geplanten Erweiterung von GIN GO ASIA nach Indien ab 2027 wurde ein klares Signal für die nächste Phase gesetzt. Bereits heute holt das aktuelle GO AUSTRIA Programm sieben indische Deep-Tech-Startups nach Österreich. Indien zählt mittlerweile über 130 Startup-Unicorns und entwickelt sich mit enormer Dynamik zu einem der wichtigsten Technologie- und Wachstumsmärkte der Welt. Mit der India-Austria Startup Bridge wurde bereits vor zwei Jahren ein erstes Instrument geschaffen, um indische Startups nach Österreich zu holen – ab 2027 öffnen sich die Türen gezielt auch für österreichische Startups in diesen Zukunftsmarkt. So festigt GIN Österreichs Rolle als europäisches Gateway für Innovation, Technologie und internationale Zusammenarbeit.

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Eine Community feiert

Zum Abschluss wurde sichtbar, was GIN über die Zahlen hinaus ausmacht: eine globale Community aus Foundern, Partner:innen, Mentor:innen und Freund:innen. In einem Happy-Birthday-Video schickten Wegbegleiter*innen aus aller Welt ihre Glückwünsche. Das GIN-Team kam auf die Bühne, die Gläser wurden erhoben – und der Nachmittag mündete in eine Feier, die anschließend bei GIN & Friends am Karlsplatz ihre Fortsetzung fand. Für Lydia Yip stand da nur noch ein letztes Meeting an, bevor auch sie dazustieß: „Ich hätte nie erwartet, dass eine Geschäftsreise so viel Freude macht.“


Das Global Incubator Network Austria (GIN) ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung und wird von der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) umgesetzt. Ziel ist es, Start-ups, Investor:innen und Innovationspartner:innen international zu vernetzen und den Innovationsstandort Österreich nachhaltig zu stärken. Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt.

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