13.12.2021

Basenbox-Expansion: „Learnings“ auf dem Weg nach Deutschland

Das Wiener Food-Startup Basenbox hat nach über fünf Jahren seines Bestehens den Weg nach Deutschland gewagt. Wie es vonstattenging und auf welche Hürden man traf, erzählt CMO Albrecht Eltz und nimmt uns auf eine kleine Reise mit.
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Basenbox
(c) Basenbox - Das Basenbox-Team setzte seine ersten Schritte nach Deutschland.

Alles begann 2016, als Basenbox von den beiden Geschwistern Leopold Lovrek und Philippa Hoyos sowie Cousin Lukas und Freund Albrecht Eltz gegründet wurde. Drei Jahre später präsentierte man sich einer breiten Öffentlichkeit mit einem Auftritt bei „2 Minuten 2 Millionen“ und trat aus einer kleinen Küche ins TV. Letzten Sommer erreichte man das halbe Bestehungsjahrzehnt und bietet heute seine basischen Speisen in München an.

„Wir freuen uns sehr, jetzt auch endlich Münchner:innen unser Konzept vorstellen zu dürfen und sie auf genussvolle Weise von den Vorteilen eines basischen Lifestyles zu überzeugen“, erklärt Philippa Hoyos, Mit-Gründerin der Basenbox. Als Produktionspartner im Nachbarland konnte das Startup den Feinkosthändler „Käfer“ gewinnen. Ausgeliefert werden die Basenkuren vom E-Bike-Kurier „fairsenden„.

„Heikle Konsumenten“

„Für Produkteinführung im Lebensmittelbereich gibt es kaum schwierigere Märkte, als Deutschland“, sagt Albrecht Eltz, dessen Agenden bei Basenbox im Marketing-Bereich liegen. „Das liegt zum einen am sehr heiklen Konsumenten und zum anderen am gigantischen Wettbewerb; auch im Bereich der basischen Ernährung.“

Sie plädiert, als Tipp für andere Gründer, für eine schrittweise Vorgangsweise, richten jene den Blick auf den deutschen Markt. „Wir wollten uns nicht zu viel gleichzeitig aufzuhalsen. Gleichzeitig möchten wir nicht nur ein ganzheitlich nachhaltiges Produkt anbieten, sondern auch nachhaltig, langfristig unsere Kund:innen überzeugen und damit erfolgreich sein. Mit unserer Basenkur zunächst nach München zu gehen lag auf der Hand. Die bayrische Hauptstadt ist demografisch vergleichbar zu Wien und liegt nur knapp über vier Zugstunden von der Heimatstadt entfernt.“

Kalter Markt

Eines der wichtigsten „learnings“, die das Team bei seiner Expansion machen musste, war, dass Erfolgsrezepte hierzulande nicht zwangsweise auch woanders funktionieren müssen, wie Eltz erklärt.

„Der Münchner Markt war dann doch ‚kälter‘ als erwartet. Mit Marketingaktivitäten, die sich in Wien bewährt haben, haben wir in München teilweise auf Granit gebissen. Wir haben also wortwörtlich den Hörer in die Hand genommen und klassisch ‚Sales‘ gemacht“, sagt er. „Auch in puncto Werbekooperationen mit ‚Creatern‘ und ‚Influencern‘ weht in Deutschland ein ganz anderer Wind, gerade was die Budgets angeht. Da sind wir wohl sehr verwöhnt von der österreichischen Szene.“

Basenbox und ihre „learnings“

Da man im Nachhinein meistens etwas schlauer ist, als davor, würde das Basenbox-Team heute ein paar Dinge anders machen, wie es gesteht. Etwa früher anfangen, den Zielmarkt durch Pre-Launch-Aktivitäten „aufzuwärmen“. Dies habe man natürlich getan, allerdings damit eine Spur zu spät begonnen. Zudem sei ein weiterer Faktor, besonders im Food-Bereich mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit, essentiell: Kooperationspartner mit ähnlicher Einstellung.

„Wie gesagt, es ist wichtig alles ’step by step‘ anzugehen. Der Markt ist riesig und sehr differenziert. Es gibt große regionale Unterschiede, starke Mitbewerber und sehr viel Bewegung. Unser Tipp: Sich jemanden an die Seite holen, der den Markt kennt und schon Erfahrung damit sammeln konnte“, sagt Eltz. „Und sich regionale Partner suchen, die die eigene Philosophie verstehen. Mit unseren beiden Partnern konnten wir, ein
rundes, nachhaltiges Konzept in München starten.“

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Die notarity-Gründer (vlnr.): Alexander Gugler, Sebastian Wodniansky, Jakobus Schuster, Max Pointinger | (c) Alexander Schindler

Im Sommer 2021 ging das Wiener LegalTech-Startup notarity mit einem klaren Produktversprechen an den Start: die Online-Abwicklung notarieller Dienstleistungen einfacher und angenehmer zu machen. Damit konnte im Heimatmarkt Österreich bald ein signifikanter Anteil der Notariate überzeugt werden, nicht aber die Notariatskammer, die über eine Tochtergesellschaft ein eigenes Angebot in dem Bereich hat. Es kam zu einem jahrelangen Rechtsstreit – brutkasten berichtete zuletzt über das Urteil in zweiter Instanz.

Rund 2.000 internationale Unternehmen als Nutzer

Unter anderem deswegen fokussiert notarity seit Jahren auf das internationale Geschäft. Schon Anfang 2024 verkündete man, mehr als die Hälfte des Umsatzes im Ausland zu erzielen. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent, wie es nun vom Startup heißt. Dabei lege man einen besonderen Fokus auf internationale Konzerne.

Aktuell würden knapp 2.000 internationale Unternehmen mit großteils mehr als 500 Beschäftigten notarity für digitale Notariatsakte nutzen. Dazu zählen internationale Wirtschaftskanzleien wie DLA Piper und Baker McKenzie. Die Zahl digitaler Dokumenten-Beglaubigungen für internationale Unternehmen, Kanzleien und institutionelle Kunden über die Plattform habe sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Mit Umsatzverdopplung Break-even erreicht

So sei zuletzt auch eine Verdopplung des Umsatzes im Jahresvergleich gelungen. „Damit haben wir den Break-even erreicht und den entscheidenden Schritt vom wachstumsstarken Startup zum profitablen Global Champion gemacht“, kommentiert Co-Founder und CEO Jakobus Schuster. Rund 400 Notar:innen hätten mittlerweile mehr als eine Viertelmillion digitale Beglaubigungen über die Plattform abgewickelt, monatlich seien es derzeit rund 10.000.

Zu den wichtigsten Märkten außerhalb der EU zählen das Vereinigte Königreich, die USA, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz. „Mit dem Erreichen der Gewinnzone schaffen wir die Grundlage, um unsere internationale Expansion künftig aus einer Position finanzieller Stärke voranzutreiben“, so Schuster.

Novelle der Notariatsordnung 2020 als Anstoß

Möglich hat das alles auch die heimische Rechtslage gemacht. Mit einer 2020 beschlossenen Novelle der österreichischen Notariatsordnung wurde die Basis für Online-Notariatsdienstleistungen im Inland geschaffen. Mittlerweile gelten elektronische Beglaubigungen von Unterschriften über notarity in mehr als 100 Ländern. „Unser Produkt entstand unter hohen regulatorischen, datenschutzrechtlichen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Genau diese Standards werden heute international immer wichtiger und haben uns den Eintritt in regulierte Märkte erheblich erleichtert“, sagt Schuster und gibt das Ziel aus: „die weltweit führende Infrastruktur für digitale Beglaubigungen internationaler Unternehmen bereitzustellen und diese Position in weiteren Märkten auszubauen.“

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