15.12.2020

BamBu: Von einer Facebook-Page zum sechs Millionen-User-Startup

Petit BamBou ist eine Selfcare App, die mittlerweile über sechs Millionen User hat. Im Dach-Raum ist sie unter den Namen BamBu bekannt und kann auch in Österreich im App-Store heruntergeladen werden. Angefangen hat alles als eine Facebook-Page mit ein paar Tausend Fans.
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BamBu, Petite BamBou, Meditation, PayPal, Blasco, Dujardin
(c) ccl.lu - BamBu-Co-Founder Benjamin Blasco hat es mit seinem Partner Ludovic Dujardin geschafft aus einer FB-Page ein Unternehmen aufzubauen.

Die Gründer von BamBu, Benjamin Blasco und Ludovic Dujardin, kennen sich privat bereits seit der Studienzeit. Der Vorgänger ihrer App, die außerhalb des DACH-Raums Petit BamBou heißt, war eine gleichnamige Facebook-Page in Frankreich mit tausenden Followern, die bereits 2012 von Dujardin ins Leben gerufen wurde. Mit dieser gab er Meditations- und Mindfulness-Tipps für ein stressfreieres Leben.

BamBu-Launch 2015

Nachdem Blasco privat selber gute Erfahrungen mit Meditation gesammelt hatte, kam beiden Gründern im Jahr 2014 schließlich die Idee, das Wissen rund um dieses Thema auch durch praktische Übungen via App zu teilen. So entstand das heutige Unternehmen, das dann 2015 offiziell launchte.

Ein friedlicher Start

Der Weg von der Facebook-Page zum Startup war ein Glücksfall, wie beide Gründer betonen. Sie konnten auf eine bestehende Marke und Community aufbauen. Dies habe ihnen nach eigener Aussage Stunden an Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Unternehmensnamens gespart: „Man kann eine Meditationsfirma auf keine friedlichere Art und Weise starten“, so Blasco dazu.

Über sechs Millionen User

Konkret handelt es sich bei BamBu um eine Selfcare-App in Europa mit Fokus auf Meditation und Achtsamkeit. 2015 in Lille (Frankreich) gegründet, hat die App heute weltweit mehr als sechs Millionen Nutzer.

Mehr als 400 Übungen bei BamBu

Der Meditationskatalog verfügt über mehr als 400 Übungen, die einfach gehalten, thematisch gegliedert und von verschiedenen unabhängigen Experten konzipiert und eingesprochen sind. Neben den Audios sollen Animations-Videos die Achtsamkeitsübungen für den Alltag veranschaulichen.

In 25 Ländern erhältlich

Zusätzlich zu Mediationsprogrammen stellt BamBu auch Lektionen aus der „Positiven Psychologie“ und alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen zu Verfügung, wie zum Beispiel Atem- oder Herzkohärenz-Übungen. Die App ist international in den App-Stores von mehr als 25 Ländern erhältlich. Die aktuell angebotenen Sprachen umfassen dabei Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, und Spanisch.

Seit den Anfängen mit der Facebook-Seite konnten beide Gründer ihr Unternehmen durch strategische Partnerschaften, dank der Abonnenten und durch gezieltes Marketing größtenteils organisch wachsen lassen, wie sie erzählen.

Growth Hack 2012

„Der erste wichtige ‚growth hack‘ gelang bereits 2012 mit der ursprünglichen Facebook-Page, die innerhalb von einer Woche auf eine Million Follower sprang“, so die Gründer. Dieser Meilenstein stellte die Grundlage für das zukünftige Wachstum dar, das vor allem durch „word-of-mouth“-Marketing der Nutzer vorangetrieben wurde. „Ebenso waren Features von französischen Medien gerade in der Anfangszeit hilfreich. Die positive PR im Heimatmarkt und international – oft basierend auf Testimonials von Usern – hilft uns auch heute noch beim Wachstum des Unternehmens.“

Im DACH-Markt arbeitet BamBu unter anderem mit der Fitness-App 8fit, der Dating-App Lovoo, lokalen Mindfulness-Experten und Krankenkassen zusammen. Ein Jahresabo kostet monatlich 4,17 Euro; ein Monatsabo 8,99 Euro.

Zwei Standorte

Eine weitere Besonderheit von BamBu ist die Aufteilung des Teams auf zwei Hauptstandorte. Mitgründer Dujardin sitzt mit einem Teil des Teams in Lille. Blasco hingegen lebt und arbeitet in Luxemburg, wo auch die andere Hälfte des Teams ansässig ist.

Wo andere einen Nachteil sehen, nicht mitten im Herzen von Startup-Metropolen zu sitzen, hat das Founder-Duo eine andere Sichtweise: An beiden Standorten kann man laut der Gründer fernab des Trubels großer Städte konzentriert seiner Arbeit nachgehen.

Nähe zu Paris

„Vor allem in Luxemburg entwickelt sich das Startup-System kontinuierlich weiter, sodass BamBu dort Teil eines innovativen Netzwerks an Startups und Organisationen ist, das durch mehrsprachige Expats aus der ganzen Welt und die Ansiedlung großer Tech-Konzerne wie Amazon einen wichtigen Talente-Pool bietet. Jedoch profitiert BamBu mitunter auch von der Nähe beider Städte zur Gründermetropole Paris, deren Startup-Ökosystem auch einen positiven Einfluss auf die Firma hat“, sagen sie.

BamBu-DNA mit Erfahrungen von PayPal

Blasco greift dabei beim Aufbau der „BamBu-DNA“ auf seine mehrjährigen Erfahrungen als Führungskraft bei PayPal zurück, wie er sagt. So sei trotz der Konzernstrukturen des Online-Bezahldienstes im Europa-Team ein echter Startup-Spirit vorhanden gewesen, da Europa quasi „from scratch“ Land für Land erschlossen wurde. So konnte Blasco basierend auf die “Hands-On”-Mentalität des Teams damals einiges für den lokalen Roll-Out eines Tech-Produkts mitnehmen, was BamBu bei der internationalen Expansion heute enorm helfen soll.

Lokalisierter Ansatz

Besonders die Freiheit der jeweiligen Country-Manager BamBu nach Anforderungen der lokalen Märkte anzupassen, spielt hier eine wichtige Rolle. Blasco nennt es einen „Roll-Out mit einem lokalisierten Ansatz“, um die Ambition erfolgreich zu füttern, ein globales Tech-Produkt aufzubauen.

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cheerin'
(c) Lumia - Manuel Gahn.

„Goodbye. I am selling my startup – cheerin‘ is for sale. Most people know me nowadays as the Startup House by Lumia guy. But before, I was building a Social Fitness & Health App – cheerin‘ (formerly known as Sparcs)“.

cheerin‘ – ein sozialer Kleber

So vermeldet Startup-House-Gründer Manuel Gahn den Verkauf seines „alten“ Projekts auf LinkedIn und beschreibt seine Gefühlslage gegenüber brutkasten als eine mit „schwerem Herzen“: „Ich suche eine:n sportbegeisterte(n) Käufer:in mit Startup-Erfahrung, die das fertige Produkt übernehmen und die User-Base skalieren will.“

Gahn bezeichnet cheerin‘ als sozialen Kleber zwischen allen bestehenden Fitness- und Gesundheit-Apps. Konkret vereinfacht es die App, die Fitness-Fortschritte von Freund:innen bejubeln zu können – gedacht für jene, die sich mit anderen verbinden und gemeinsame Aktivitäten ausführen wollen.

„Auch um neue Leute kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben. In meiner übergewichtigen Vergangenheit war ich natürlich auch selbst User solcher Apps, fand aber in Runtastic und Co. keine Lösung meines Problems“, sagt Gahn.

40.000 Erspartes investiert

Angefangen hat alles 2019 im SIMC-Masterprogramm der WU, als Gahn Robin Görlich kennenlernte. Mit ihm schrieb er eine Masterarbeit zu digitalem Nudging und beschloss dies auszugründen. Der erste Prototyp hieß Joy: „Mit diesem konnten wir den Community-Award der Entrepreneurship Avenue gewinnen. Von meinem 40.000 Euro Erspartem konnte ich die ersten Entwickler zahlen – natürlich ohne genau zu wissen was eigentlich das Produkt werden sollte. Nach über 20 Absagen diverser Förderagenturen, vielen weiteren Rückschlägen und Pivots kristallisierte sich langsam heraus, dass nicht weitere To-Do Listen oder Gamifications nötig sind, sondern es einfach einen sozialen Kleber zwischen all den Fitness-Apps mit einander kannibalisierenden Netzwerkeffekten braucht. An das Potenzial dieser Idee glaube ich auch heute noch“, sagt er.

100.000 Euro Schulden

Die Idee eines sozialen Netzwerks für die Startup-Szene stieß bei österreichischen Business Angels und VCs zunächst auf wenig Begeisterung. Nach zwei Jahren stand Gahn mit rund 100.000 Euro Privatschulden da. International sah das Bild jedoch ganz anders aus: Auf Konferenzen wie Web Summit, Slush und SXSW weckte das Konzept das Interesse einiger der renommiertesten Venture-Capital-Fonds der Welt, darunter Accel und Index Ventures. Zwar entstand daraus indirekt eine kleine Angel-Runde, gleichzeitig kam es jedoch zum Bruch mit dem Co-Founder.

Wenig später folgte die Einladung der WKO zum Programm „Go Silicon Valley“. Rückblickend war diese Reise ein Wendepunkt für den Founder: „Das war einerseits der Push und das persönliche Mindset-Wachstum, das ich ich brauchte, um ganz groß zu Denken; andererseits war es auch der Anfang vom Ende“, sagt Gahn. Im Silicon Valley konnte er hochkarätige Advisor gewinnen, darunter Satadip Dutta, COO von Pinterest, und Chris Wilk, Fitness Lead bei Google. Trotz mittlerweile rund 200.000 Euro Privatschulden zu dem Zeitpunkt rückte damals eine Seed-Finanzierung in greifbare Nähe.

Silicon Valley als Inspiration

Mindestens genauso prägend war jedoch die Atmosphäre in den Coworking Spaces des Silicon Valley und wohl auch der Grund für das Nichtzustandekommen einer Finanzierung. Die Offenheit, Dynamik und Community, die Gahn dort erlebte, vermisste er in den österreichischen Vertretungen. „Nach zwei Monaten kehrte ich mit einer neuen Idee zurück: dem Startup House.“

Obwohl cheerin‘ erste Downloads verzeichnete und das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer äußerst positiv war, rückte das Projekt zunehmend in den Hintergrund. Mit dem rasanten Erfolg der anschließend gegründeten Lumia Group endete schließlich die operative Arbeit an cheerin‘.

Von cheerin‘ zu Lumia

„Heute bin ich stolz, in sieben Jahren Startup-Spirit extrem viel gelernt zu haben und persönlich gewachsen zu sein“, sagt Gahn. „Ich habe über eine Million Euro verbrannt und bin viele Jahre ‚all in‘ gegangen, ohne einen Cent herauszubekommen. Gleichzeitig hat mich genau dieser Weg dank cheerin‘ zu Startup House und schließlich zur Lumia Group geführt. Heute bin ich aber ebenso froh, die Entscheidung treffen zu können, mich von cheerin‘ zu trennen. Ich hoffe, eine(n) motivierten Gründer oder Gründerin zu finden, die oder der als Eigentümer(in) und CEO in meine Fußstapfen treten möchte.“

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AI Summaries

BamBu: Von einer Facebook-Page zum sechs Millionen-User-Startup

  • Die Gründer von BamBu, Benjamin Blasco und Ludovic Dujardin, kennen sich privat bereits seit der Studienzeit zurück.
  • Der Vorgänger der App, die außerhalb des Dach-Raums Petit BamBou heißt, war eine gleichnamige Facebook-Page in Frankreich mit tausenden Followern, die bereits 2012 von Dujardin ins Leben gerufen wurde.
  • Und Meditations- und Mindfulness-Tipps für ein stressfreieres Leben gab.
  • Neben reinen Mediationsprogrammen stellt BamBu auch Übungen aus der „Positiven Psychologie“ und alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen zur Verfügung, wie zum Beispiel Atem- oder Herzkohärenz-Übungen.
  • Mitgründer Dujardin sitzt mit einem Teil des Teams in Lille.
  • Blasco hingegen lebt und arbeitet in Luxemburg, wo auch die andere Hälfte des Teams ansässig ist.

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  • Der Vorgänger der App, die außerhalb des Dach-Raums Petit BamBou heißt, war eine gleichnamige Facebook-Page in Frankreich mit tausenden Followern, die bereits 2012 von Dujardin ins Leben gerufen wurde.
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  • Mitgründer Dujardin sitzt mit einem Teil des Teams in Lille.
  • Blasco hingegen lebt und arbeitet in Luxemburg, wo auch die andere Hälfte des Teams ansässig ist.

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