18.05.2026
FINANZIERUNG

Balcosy: Linzer Startup kooperiert mit Unpackbar Laden & erhält FFG-Förderung

Das oberösterreichische Startup Balcosy, bekannt für seine klappbaren Fenstertische, stellt sein Anfang des Jahres eingeführtes Wohnsystem SUNDÅ im Linzer „Unpackbar Laden“ aus. Gleichzeitig sichert sich das Unternehmen eine FFG-Förderung von knapp unter 120.000 Euro für den internationalen Markteintritt.
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Florian Holzmayer, David Hofer & Katharina Leitner (v.l.) © Katharina Leitner

Das Linzer Startup Balcosy nutzt den von David Hofer geführten „Unpackbar Laden“ in der Harrachstraße in Linz, um sein modulares Wohnsystem SUNDÅ im stationären Handel zu präsentieren. Da Balcosy primär als Online-Marke agiert, soll die Kooperation Kund:innen die Möglichkeit bieten, die Haptik des im Februar gelaunchten Produkts vor Ort physisch zu erleben.

SUNDÅ im Unpackbar Laden © Katharina Leitner

Sechsstellige Förderung für Expansion

Das System wird im Laden flexibel eingesetzt, um Produkte regionaler Partner und junger Unternehmen zu präsentieren. Gefertigt wird das Produkt rund um Gründer Florian Holzmayer übrigens aus heimischer Buche und Eiche bei regionalen Partnern in Oberösterreich.

Ermöglicht und beschleunigt wird die Initiative durch eine Zusage der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Programm „Markt.Einstieg“. Balcosy erhält eine Förderung von knapp unter 120.000 Euro. Die Summe beinhaltet zudem einen spezifischen Bonus für frauengeführte Innovationen, da Katharina Leitner als Late-Co-Founderin das Unternehmen mitprägt, wie brutkasten bereits Anfang des Jahres berichtete.

Weitere temporäre Präsenzen geplant

Das Kapital soll vorallem die Marktetablierung von SUNDÅ in Europa unterstützen. Neben dem Standort Linz sind im Zuge dieser Strategie bereits weitere temporäre Präsenzen („Guerilla-Popups“) geplant, unter anderem bald in Wien. Balcosy startete ursprünglich mit einem klappbaren Möbelsystem, das ungenutzte Fensternischen in Wohnraum verwandelt.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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