10.05.2021

Badesofa: Gründerinnen wollen Couch-Gemütlichkeit in die Wanne bringen

Viele kennen das Problem, dass die Vorstellung eines entspannten Bads mit der Realität wenig zu tun hat. Man rutscht im Wasser herum oder liegt ungemütlich auf der harten Oberfläche des Randes. Badesofa will dafür eine Lösung gefunden haben.
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Badesofa, DHDL, Wannenkissen, Badewannen-Kissen,
(c) Badesofa/FB - Das Kissen-Startup Badesofa möchte die Bademöglichkeit auf ein neues Level heben.

Annika Götz und Natalie Steger sind als berufstätige Mütter täglich mit dem Spagat zwischen Arbeit, Freizeit und Familie beschäftigt gewesen. „Wir lieben die Turbulenzen des Alltags, nehmen uns aber auch bewusst Zeit für Entspannung und persönliche Genussmomente“, sagen die beiden. Ihr Startup Badesofa ist aus einem persönlichen Bedarf entstanden – die eigene Badewanne war zu groß, die Füße reichten nicht ans Wannenende, das Baden brachte somit keine wirkliche Entspannung. Gespräche mit Freunden und Bekannten hätten dann gezeigt, dass dieses Problem kein Einzelfall sei. Die Lösung: Die Wanne zur Couch machen, so der Plan.

Badesofa-Gründerinnen unzufrieden mit Marktangebot

Der Markt bot bereits eine Vielzahl an Badewannenkissen, doch keines jener Produkte genügte den Ansprüchen der beiden Gründerinnen. Deshalb haben sie in einem aufwändigen Prozess und nach Beratung mit verschiedenen Fachleuten selbst ein Badewannenkissen entwickelt. Die Kissen, die in verschiedenen Farben und Größen verfügbar sind, sollen das Liegen in der Badewanne bequemer machen. Das Problem für die meisten Badenden ist, dass sie mit Kopf und Rücken auf der harten Wannenwand aufliegen. Die Badesofa-Pölster haben eine Kissenfüllung und Außenbeschichtung, die speziell widerstandsfähig gegen Schimmel und Stockflecken entwickelt wurde. Verglichen mit den meisten herkömmlichen Badewannen-Kopfstützen hätten die Kissen zudem keinen oder kaum Auftrieb.

(c) Badesofa/FB – Die Kissen von Badesofa verfügen über eine wasseraufsaugende Füllung, sodass Auftrieb verhindert wird.

Denn, während des Bades soll sich das Kissen der beiden Founderinnen mit Wasser vollsaugen, das anschließend wieder abläuft. Aufgrund des UV-beständigen Oberflächenmaterials kann es auch im Swimming-Pool verwendet werden. Nach Gebrauch sei es zudem möglich, das Kissen aus Polyvinylchlorid, Polyester, und Synthetikfaser einfach in der Wanne trocknen zu lassen und beliebig wieder zu verwenden.

Wer Steger heute mit ihrem Kissen in der Badewanne liegen und Götz ihre Idee pitchen sehen möchte, hat heute Abend in der „Höhle der Löwen“ die Gelegenheit dazu. Weiters dabei: GreenBill, Marée, Udo und zanadio.

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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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