10.06.2024
MILLIONENAUFTRAG

Axis: Einer der weltweit führenden Flugsimulator-Hersteller kommt aus der Steiermark

Axis aus dem steirischen Lebring wickelte zuletzt einen 10 Millionen Euro-Auftrag ab. Dabei wurde ein neues Angebot erprobt, das dem Unternehmen eine weitere USP verschaffen soll.
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Axis-Geschäftsleiter Christian Theuermann im aktuell ausgelieferten Simulator | (c) Axis
Axis-Geschäftsleiter Christian Theuermann im aktuell ausgelieferten Simulator | (c) Axis

Nur fünf Hersteller weltweit bauen sogenannte Level-D-Flugsimulatoren – die höchste Qualifikationsstufe, die extrem realistische Bedingungen simuliert. Das bedeutet: vollständige Bewegungssimulation, hochdetaillierte visuelle Darstellung und exakte Nachbildung der Flugzeugsysteme. Einer dieser Hersteller ist das 2004 gegründete Unternehmen Axis aus Lebring in der Steiermark. Sein Alleinstellungsmerkmal am Weltmarkt: Es ist das einzige dieser Unternehmen, dessen Produkte sowohl durch die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA als auch durch die europäische EASA zugelassen sind.

10 Mio. Euro Auftragsvolumen für Forschungsflugzeug-Simulator

Aktuell habe man ein Auftragshoch, heißt es von Axis in einer Aussendung. Zuletzt lieferte das Unternehmen, das rund 100 Mitarbeiter:innen hat, erstmals einen Simulator eines Forschungsflugzeugs aus. Käufer war INCAS, die in der EU führende Forschungseinrichtung für Luft- und Raumfahrt. Das Auftragsvolumen: zehn Millionen Euro – das ist um einige Millionen mehr, als ein Flugzeug des Typs „Beechcraft King Air“, das simuliert wird, in der Basisversion kosten.

Mit dem Flugzeug werden Forschungen im Bereich Strömungsmechanik, angewandte Aerodynamik und Flugphysik durchgeführt. Das soll nun mit dem Simulator von Axis realitätsgetreu simuliert werden können. „Wir können eine perfekte Nachbildung der realen Flugbedingungen bieten, sodass die Piloten jede Phase des Fluges wiederholt trainieren können. Es ist eine komplexe Aufgabe, weil jeder Aspekt des Flugzeugs, von der Steuerung bis hin zu den Reaktionen auf verschiedene Wetterbedingungen, exakt simuliert werden muss, um realitätsnahe Trainings zu ermöglichen“, erklärt Christian Theuermann, Geschäftsleiter von Axis.

Axis musste Daten selbst sammeln

Eine besondere Herausforderung bei diesem Auftrag hat bei Axis zu einem neuen Konzept geführt. Denn im Gegensatz zu anderen Herstellern stellt King Air keine Daten zum Verhalten der Flugzeuge zur Verfügung. Man sei daher „einen am Weltmarkt einzigartigen Weg gegangen“, heißt es von Axis. Dazu wurde ein entsprechendes Flugzeug mit Sensorik und Messinstrumenten ausgestattet, um die Daten in Testflügen selbst zu generieren. Das passierte in Florida.

In Zukunft wolle man dieses neue Service „Flugtestkampagnen“ weiter forcieren, heißt es vom Unternehmen. „Wir können dadurch Simulatoren für Flugzeuge zu entwickeln, auf deren Flugdaten bis dato nicht zugegriffen werden konnte. Das eröffnet einen gänzlich neuen Markt“, sagt Commercial Director Michaela Froelich. Bislang hätten Kooperationen von Flugzeugherstellern und Simulator-Produzenten vorgeherrscht, die nur schwer durchbrochen werden konnten. Die neue Vorgehensweise habe auch Auswirkungen auf den Auftragsbestand. „Die Projekt-Pipeline ist gut gefüllt. Die Auslastung für die nächsten 24 Monate ist jedenfalls gewährleistet“, so Froelich. Aktuell sind bei Axis einige Jobs ausgeschrieben.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Einen Vorgeschmack auf den nun veröffentlichten Jahresabschluss 2025 gab Bitpanda gleichsam vorauseilend bereits im März dieses Jahres – brutkasten berichtete. In den damals präsentierten Zahlen war nicht nur von einer Umsatzsteigerung die Rede, sondern auch von einem Sinken des „bereinigten EBITDA“ um 75 Prozent. Dieses sei von 52 Millionen Euro auf 13 Millionen Euro gefallen, hieß es vom Wiener Unicorn. Begründet wurde das mit „gezielten Investitionen“. Das Ergebnis unterm Strich ließ man im März aber aus.

Der nun vorliegende Jahresabschluss – wohlgemerkt jener der operativen Bitpanda GmbH mit Sitz in Wien und nicht der übergeordneten AG mit Sitz in der Schweiz – bringt nun Licht ins Dunkel. Und die damit veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung zeichnet ein noch deutlich drastischeres Bild als die im März kommunizierten „bereinigten“ Zahlen. Nach fast 62 Millionen Euro Nettogewinn im Jahr 2024 standen demnach vergangenes Jahr rund 14 Millionen Euro Verlust zu Buche.

„Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert“

Auf brutkasten-Anfrage kommentiert Bitpanda kurz und knapp mit der aus dem Frühjahr bekannten Argumentation:

Das Jahr 2025 war für die Bitpanda GmbH ein Jahr strategischer Wachstumsinvestitionen. Gleichzeitig hat sich unser Kerngeschäft stark entwickelt, was sich in einer deutlichen Steigerung unserer Umsatzerlöse zeigt.

Wir haben bewusst in unsere Expansion und den weiteren Ausbau der Marke Bitpanda investiert. Diese Investitionen waren Teil unserer langfristigen Wachstumsstrategie und spiegeln sich erwartungsgemäß im Jahresergebnis wider.

Die Aussagen zum Umsatz lassen sich dabei so auch im nun vorgelegten Bericht ablesen: Tatsächlich stieg der ausgewiesene Umsatz von 2024 auf 2025 von 7,19 Milliarden Euro auf 7,72 Milliarden Euro. Der Anstieg fällt bereinigt sogar noch größer aus: 2024 waren noch rund 613 Millionen Euro aus Krypto-Verkäufen auf externen Börsen in den Umsatzerlösen enthalten, die seit 2025 saldiert im Materialaufwand ausgewiesen werden. Bei diesen Umsatzzahlen handelt es sich wohlgemerkt um den gesamten Verkaufserlös über die Plattform. Bitpanda gab bereits im März den auf Basis der Margen berechneten, deutlich kleineren „bereinigten Umsatz“ aus: Dieser stieg von 321 auf 371 Millionen Euro. Mit Abstand größter Umsatztreiber war laut Jahresabschluss das Kerngeschäft als Broker.

Deutlich höhere Marketingausgaben, Personalkosten sinken trotz Aufstockung

Auch die Aussage, die sich auf den Nettoverlust von immerhin rund 14 Millionen Euro bezieht, deckt sich prinzipiell mit den Zahlen im Jahresabschluss. Tatsächlich stieg der Marketingaufwand um rund 56 Prozent auf fast 107 Millionen Euro. Auch die Beratungskosten legten von knapp 14 Millionen auf rund 22 Millionen Euro zu. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (FTE) wuchs zwar von 486 auf 555. Jedoch interessant dabei: Der Personalaufwand ging trotz der Aufstockung leicht zurück, von 78,6 auf 75,1 Millionen Euro. Gestiegen ist hingegen der Aufwand für Mitarbeiterüberlassung, von 5,4 auf 8,1 Millionen Euro.

Dass man (wohl dennoch nicht ganz beabsichtigt) recht deutlich in die roten Zahlen rutschte, hängt aber auch mit Faktoren zusammen, die im offiziellen Bitpanda-Statement unerwähnt bleiben. Operativ blieb Bitpanda 2025 noch knapp im Plus: Der Betriebserfolg lag bei 4,1 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro im Vorjahr. Ins Minus drehte das Ergebnis erst durch das Finanzergebnis von minus 18,3 Millionen Euro. Dahinter stehen Abschreibungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von 14,4 Millionen Euro sowie ein Zinsaufwand von 4,9 Millionen Euro, nach nur 0,2 Millionen Euro im Jahr 2024. Zu Buche stehen außerdem teilweise gestiegene Handelsverluste und ein deutlich höheres Minus in der Intercompany-Verrechnung, das von 13 auf knapp 36 Millionen Euro anwuchs.

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