12.12.2025
KI-AGENTEN

KI-Agenten: „Wir haben mehr als 4.500 Entwicklerjahre eingespart“

Interview. Swami Sivasubramanian ist Vice President für Agentic AI bei Amazon Web Services (AWS). Im brutkasten-Interview spricht er über den aktuellen Stand bei KI-Agenten - und ihr langfristiges Potenzial.
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Swami Sivasubramanian spricht auf der TEDAI Vienna
Swami Sivasubramanian spricht auf der TEDAI Vienna | Foto: TEDAI Vienna

Swami Sivasubramanian ist Vice President für Agentic AI bei Amazon Web Services (AWS) – und zählt zu den Produkt- und Technologiearchitekten hinter zentralen KI- und Datenservices des Cloud-Anbieters. Bei AWS hat er die Entwicklung und Skalierung von unterschiedlichen Angeboten wie Amazon DynamoDB, Amazon SageMaker, Amazon Bedrock und Amazon Q maßgeblich mitverantwortet. In seiner aktuellen Rolle richtet Sivasubramanian den Fokus auf agentische KI. Anlässlich der TEDAI Vienna war Sivasubramanian Ende September im Wien.


brutkasten: Alle reden über KI-Agenten, es gibt einen Hype um das Thema. Aber wo stehen wir wirklich, was Agentic AI im Jahr 2025 angeht? 

Swami Sivasubramanian: KI‑Agenten sind eine der transformativsten Technologien unserer Zeit. Wenn man zwei Jahre zurückblickt, war das Gros der generativen KI im Kern Chatbot-artig: Man stellte eine Frage und bekam eine Antwort als Text, Bild oder Video.

Agentische KI unterscheidet sich in zwei Punkten. Erstens: Die großen Sprachmodelle dahinter sind inzwischen so intelligent, dass sie wirklich begründet entscheiden, planen und handeln können. Zweitens: Diese Handlungsfähigkeit verbindet sich mit der Rechenintelligenz. 

Stellen Sie sich eine Forscherin in einem Pharmalabor vor, die neue Proteine für die Wirkstoffforschung entwirft. Sie kann einem Agenten ein Ziel vorgeben – und der liefert nicht bloß Ideen, sondern recherchiert, erstellt einen Plan, zerlegt das Ziel in Schritte und wählt für jeden Schritt die passenden Werkzeuge. Diese Kombination aus Spitzenintelligenz und der Fähigkeit, tatsächlich zu handeln, verändert alles – das ist das Neue an agentischer KI.

Viele reden über Agenten, wenige nutzen sie wirklich. Was ist überhaupt ein Agent – und wie grenzt er sich von anderen KI-Anwendungen ab? Wenn ich ein Tool entwickle, dass LLM-basiert Eingangsrechnungen an die jeweiligen Unternehmensabteilungen zur Freigabe weiterleitet, ist das bereits ein Agent?

Nicht unbedingt. Ein Einzelschritt‑Workflow, bei dem man eine Aufgabe per Prompt auslöst und eine einmalige Entscheidung oder Ausgabe erhält, ist eher ein Chatbot. Ein Agent beginnt damit, dass der Nutzer oder die Nutzerin ein Ziel vorgibt. Der Agent zerlegt dieses Ziel selbstständig in umsetzbare Schritte, wählt aus den verfügbaren Tools die richtigen – und entwickelt bei Bedarf sogar neue Werkzeuge, indem er Codes schreibt und ausführt. 

Anschließend prüft er, ob das Ziel erreicht ist, reflektiert, wo er falsch lag, und iteriert den Plan. Ein Beispiel aus unserer Praxis: Wir haben 2023 Amazon Bedrock Agents und Software Development Agents mit Amazon Q Developer im Preview eingeführt, um mühsame Aufgaben in der Software-Entwicklung und -Betrieb zu automatisieren. Und heute haben wir eine agentenbasierte Entwicklungsumgebung (IDE) namens Kiro. 

Wir waren von den Möglichkeiten begeistert. Wir haben ein neuro‑symbolisches Verifikationssystem implementiert, um sicherzustellen, dass die APIs korrekt funktionieren. Dieses Zusammenspiel – ein reasoning‑fähiges Modell plus ein Verifikator, der kontinuierlich Rückmeldung gibt – macht aus einem bloßen LLM einen echten Agenten.

Sind Reasoning-Modelle also ein Schritt in Richtung Agenten?

Sie sind eine notwendige Zutat, aber nicht die einzige. Agenten müssen auch autonom handeln können: APIs aufrufen, Webseiten besuchen, eine Websuche durchführen oder Code schreiben und ausführen. Und weil Vertrauen essenziell ist, brauchen wir Verifikatoren. Neuro‑symbolische Systeme, die die Schritte eines Agenten automatisch prüfen und Rückmeldungen geben, erhöhen Genauigkeit und Zuverlässigkeit erheblich.

Wie beurteilen Sie die technologische Entwicklung bei Agentic AI? Sind KI-Agenten beispielsweise jetzt deutlich besser als vor einem Jahr?

Wir stehen am Anfang dieser Transformation, sehen aber bereits massive Effekte – besonders in einigen Domänen. Eine ist die Softwareentwicklung bei Modernisierungsprojekten.  Eine der stärksten Fähigkeiten von Amazon Q Developer ist die automatische Aktualisierung von Java-Versionen, wodurch Java-Anwendungen in einem Bruchteil der üblichen Zeit umgestellt werden können.

Wir haben diese Fähigkeit in Amazons interne Systeme integriert und konnten damit 30.000 Produktivanwendungen von älteren Java-Versionen, also beispielsweise 8 oder 11, auf Java 17 umstellen. Im Vergleich zur herkömmlichen Vorgehensweise haben wir mehr als 4.500 Entwicklerjahre eingespart. Durch die verbesserte Performance konnten wir zudem jährliche Kosteneinsparungen von 260 Millionen Dollar erreichen. Das ist nur ein Beispiel. Ähnliches passiert in der Wirkstoffforschung oder in der Präzisionslandwirtschaft. 

In Europa etwa setzt BMW, mit über 150.000 Beschäftigten, Agenten ein, um Serviceausfällen  schneller auf den Grund zu gehen. Mit rund 85 Prozent Trefferquote gelingt die Ursachenanalyse heute in deutlich kürzerer Zeit.

Auch in der Formel 1 zeigt der Einsatz einer KI-gestützten Lösung beeindruckende Ergebnisse: Durch die Implementierung von Amazon Bedrock, Bedrock Agents und Knowledge Bases konnte die Formel 1 die Lösungszeit bei Problemen um 86 Prozent, also von Wochen auf Minuten, und die anfängliche Analysezeit von über einem Tag auf unter 20 Minuten reduzieren.

In welchem Bereich war das BMW‑Beispiel konkret?

Es ging um Root Cause Analysis bei Systemausfällen in ihrer vernetzten Flotte von 23 Millionen Fahrzeugen. Ingenieurinnen und Ingenieure konnten die Zeit für die Fehlersuche erheblich verkürzen.

Das ist erst der Anfang. Neben Entwicklung und Betrieb sehen wir einen großen Sprung im Kundenservice. Jeder kennt das: Man ruft im Contact‑Center an, um den Status einer Bestellung zu klären. Agenten können hier Anfragen verstehen, Informationen zusammentragen und im Namen der Kundin oder des Kunden handeln. Solche agentischen Service‑Assistenten sind aus meiner Sicht reif für den breiten Einsatz.

Wie stellen Unternehmen sicher, dass Agenten zwar autonom handeln, aber wo nötig der Mensch eingebunden bleibt?

Das ist zentral. Teams müssen entscheiden, welche Entscheidungen vollständig automatisiert werden und bei welchen ein „Human‑in‑the‑Loop“ bestätigt. Ein einfaches Beispiel: die Rückerstattung im Kundenservice. Alles unter 10 bis 15 Euro kann beispielsweise – bei einer Modellgenauigkeit von 95 bis 99 Prozent – der Agent automatisch abwickeln. Liegt der Betrag darüber, prüft ein Mensch und gibt frei. Das ist ein risikobasierter, regelbasierter Ansatz. 

In Hochrisikoumgebungen – Gesundheit, Finanzregulierung, Grundrechte – ist besondere Sorgfalt nötig: Agenten sollen dort Menschen befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Kurz: Man braucht einen klaren Risikomanagement‑Rahmen für den Einsatz von Agenten.

Bedeutet das auch, dass sich nach Branche unterscheidet, wie geeignet KI-Agenten sind?

Genau. Branchen haben unterschiedliche Regulierungen – aber fast überall gibt es viele Backend‑Aufgaben, die heute noch manuell und ineffizient erledigt werden. Nehmen Sie Spesen: Eine E‑Mail mit Beleg kommt an, Daten werden händisch in ein anderes System übertragen. Das lässt sich durch Agenten automatisieren.

In der Software ist es ähnlich: Nicht nur neue Features schreiben, sondern auch Upgrades, Wartung und Performance‑Optimierung sind typische „Routinearbeiten“. Agenten können diesen nicht differenzierenden Aufwand übernehmen. Darum erhöhen sie bereits heute die Geschwindigkeit und Produktivität in vielen Bereichen.

Technologisch geht es rasant voran. Aber was bremst Unternehmen in der Einführung?

Ich sehe drei Hürden. Erstens: Der Sprung vom Prototyp zur Produktion. Ein Proof of Concept auf dem Laptop ist in ein paar Wochen gebaut. Aber in Produktion braucht es Sicherheit, Identitäts‑ und Rechtemanagement, Gedächtnis und Personalisierung, die saubere, abgesicherte Integration mit Backend‑APIs und Microservices sowie Observability und Metriken. Das dauert heute oft Monate. Um diesen undifferenzierten Aufwand zu verringern, haben wir „Amazon Bedrock AgentCore“ entwickelt. Seit Oktober dieses Jahres ist es allgemein verfügbar.  

Zweitens: Es fehlten lange agentenfreundliche Frameworks. Viele Open‑Source‑Ansätze arbeiten mit festen „Chains“ oder Flows. Doch mit wachsender Modellintelligenz braucht man Frameworks, in denen nicht Entwickler die Abläufe vordefinieren, sondern das Modell den Workflow dynamisch erzeugt. Wir haben dafür „Strand Agents“ als Open Source veröffentlicht; innerhalb von zwei bis drei Monaten erreichte das Projekt rund eine Million Downloads, und mehr als ein Dutzend Modellanbieter und andere trugen dazu bei. 

Drittens: Daten. Ohne einen soliden Datenunterbau und Zugriff auf die relevanten Systeme können Agenten keine guten Entscheidungen treffen. Unternehmen, die ihre Datenlandschaft für Agenten vorbereiten und optimieren, werden den größten Nutzen daraus ziehen.

Warum haben Sie das Framework als Open Source veröffentlicht?

Wir sind in den „Day‑Zero“‑Tagen der agentischen KI. Da ist offener Ideenaustausch essenziell. Ein Framework muss modell- und anwendungsneutral sein, sonst setzt es sich nicht breit durch. Außerdem wollen wir diese Basistechnologie allen Entwicklern und Anbietern zugänglich machen.

Das entspricht unserer Open‑Source‑Strategie seit den frühen AWS‑Jahren: Wir sind etwa einer der größten Beitragsleister zu PostgreSQL, wir haben Amazon Linux aufgebaut und mit OpenSearch ein offenes Such‑Ökosystem vorangetrieben. In der Formationsphase hilft Offenheit der gesamten Community.

Viele unserer Leser:innen sind Gründer:innen oder auch gründungsinteressierte Personen. Wenn Agenten die Produktivität in der Softwareentwicklung so stark steigern, werden Teams dann deutlich kleiner? 

Wir sehen klar, dass das Entwicklungstempo in KI‑nativen Teams massiv steigt.  Kürzlich haben wir die bereits erwähnte agentische Integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) „Kiro“ vorgestellt. Anders als klassische Entwicklungsumgebungen und KI-gestützte Programmierassistenten arbeitet Kiro nach dem Prinzip der spezifikationsgesteuerten Entwicklung: Man beschreibt in natürlicher Sprache, was man entwickeln möchte. Der Agent generiert dann von Anfang bis Ende die komplette Architektur, den Code, die Tests und die Dokumentation.

Aufgaben, für die früher Teams mit 20 oder 30 Personen nötig waren, schafft heute eine Handvoll Leute. Das Team, das Kiro baut, nutzt das Tool selbst und hat seine Commit‑Geschwindigkeit im Schnitt mindestens verdoppelt, teilweise noch stärker. Ich erwarte deshalb mehr Zwei‑bis‑Vier‑Personen‑Startups. Die Limitierung verlagert sich weg von der Teamgröße hin zur Fähigkeit, Agenten präzise zu steuern. 

Manche nehmen an, dass durch Agenten die Rolle von Junior-Entwickler:innen stark reduziert oder komplett wegfallen werden. Stimmen Sie zu?

Nein. Junior‑Entwickler:innen bleiben ein wichtiger Bestandteil. Sie haben mit diesen Werkzeugen gelernt und für sie ist das Entwickeln mit KI völlig selbstverständlich. Das beobachte ich sowohl in Projekten mit Studierenden als auch mit Schülerinnen und Schülern. Die Tools beschleunigen alle; Senior‑Leute bringen zusätzlich Erfahrung und wissen, wo die Stolpersteine liegen. Das beste Team ist eine Mischung aus beidem – talentierte Juniors und erfahrene Seniors, die zusammen Agenten sinnvoll einsetzen.

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Die beiden kokei-Geschäftsführer Nima Derakhshan und Alexander Groll am Standort des übernommenen Transportbetriebs Winkler F & S Transport in Hörsching. | (c) kokei

Die klassische Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie verliert in Österreich zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von Creditreform Österreich und CH Consult zeigt: 45 Prozent der befragten Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung. Bereits 40 Prozent planen dabei eine Übergabe außerhalb der Familie, etwa durch den Verkauf an Investoren oder die Übernahme durch das Management.

Genau hier setzt die 2025 gegründete kokei Nachfolge GmbH an. Ein bekanntes Gesicht der österreichischen Startup-Szene hat die Idee dazu ins Rollen gebracht: Daniel Horak, Mitgründer der Finanzierungsplattform CONDA. Durch Gespräche mit Unternehmen wurde er auf die zunehmende Nachfolgeproblematik im österreichischen Mittelstand aufmerksam. Gemeinsam mit Alexander Groll, Nima Derakhshan und Dirk Littig entwickelte sich daraus das heutige Geschäftsmodell. Das Wiener Unternehmen will profitable österreichische KMU übernehmen und langfristig weiterführen. Anders als klassische Private-Equity-Gesellschaften setzt kokei dabei nicht auf einen gewinnbringenden Weiterverkauf.

Erste Übernahme eines Transportbetriebs

Mit der Winkler F & S Transport GmbH aus Hörsching hat kokei seine erste Beteiligung übernommen. Der auf spezialisierte Stück- und WAP-Frachten ausgerichtete Transportbetrieb beschäftigt 55 Mitarbeitende und verfügt über rund 40 Fahrzeuge. „Aus unserer Sicht ist Winkler eben ein Hidden Champion in einer attraktiven Nische“, sagt kokei-Mitgründer und Co-CEO Nima Derakhshan. Der Familienbetrieb in zweiter Generation sei bereits profitabel und verfüge über weiteres Wachstumspotenzial.

Da die Kinder des bisherigen Eigentümers Felix Winkler andere berufliche Interessen verfolgen, fehlte dem Familienbetrieb in zweiter Generation eine interne Nachfolge. Trotz weiterer Kaufangebote habe sich Winkler bewusst für kokei entschieden, erklärt Derakhshan. Von den konkreten Übernahmegesprächen bis zum Abschluss verging etwas mehr als ein Jahr.

Digitalisierung und neue Geschäftsführung bei Winkler

Die operative Geschäftsführung hat kokei-Co-CEO Alexander Groll übernommen, Felix Winkler bleibt während einer Übergangsphase weiterhin eingebunden. Seit der Übernahme im Frühjahr 2026 hat kokei bei Winkler bereits Veränderungen angestoßen. Dazu zählen ein neues Transportmanagementsystem, digitalisierte Prozesse und eine Neuausrichtung des Fahrer-Recruitings. Auch der Einstieg in die E-Mobilität wird vorbereitet.

Langfristig will kokei zentrale Dienstleistungen für sämtliche Beteiligungen aufbauen. Bereiche wie Personalwesen, IT, Marketing, Controlling und Recht sollen künftig unternehmensübergreifend unterstützt werden. Dadurch sollen sich die übernommenen Betriebe stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Auch bei der Geschäftsführung verfolgt kokei einen operativen Ansatz. Während Groll den ersten Betrieb selbst leitet, sollen künftig weitere Geschäftsführer eingesetzt werden. Dafür steht das Team bereits mit potenziellen Kandidaten in Kontakt. Auch geeignete Mitarbeitende aus den übernommenen Unternehmen kommen infrage. Das Wiener Unternehmen will dabei weiterhin eng in die operative Entwicklung eingebunden bleiben.

Zwei bis drei weitere Übernahmen pro Jahr geplant

Bei weiteren Übernahmen ist kokei grundsätzlich branchenoffen. Gesucht werden profitable österreichische KMU mit einem EBITDA ab rund 500.000 Euro, idealerweise einer Million Euro. Die Umsatzrentabilität sollte mindestens zehn Prozent betragen. Die Umsatzobergrenze liegt bei rund 30 Millionen Euro. Sanierungsfälle schließt kokei grundsätzlich aus.

Für die Auswahl nutzt das Unternehmen einen standardisierten Kriterienkatalog. Potenzielle Übernahmekandidaten werden anhand verschiedener Faktoren mit Punkten bewertet. Erfüllt ein Unternehmen die Anforderungen, folgt eine vertiefte Prüfung. Aktuell befindet sich kokei laut Derakhshan mit rund vier Unternehmen in konkreten Gesprächen. Wöchentlich würden etwa ein bis zwei weitere Betriebe geprüft. Mittelfristig strebt das Team durchschnittlich zwei bis drei Übernahmen pro Jahr an.

Langfristige Beteiligungen statt schneller Weiterverkauf

Die Beteiligungen werden gemeinsam mit einem Netzwerk langfristig orientierter Co-Investoren finanziert. Diese werden für jede Transaktion individuell ausgewählt. Dabei achtet kokei insbesondere auf unternehmerische Erfahrung und Interesse an der jeweiligen Branche.

Eine feste Exit-Strategie verfolgt kokei nicht. Stattdessen sollen die übernommenen Unternehmen langfristig gehalten werden und durch laufende Gewinnausschüttungen Erträge für die Investoren erwirtschaften. Einen späteren Verkauf schließt Derakhshan bei einem außergewöhnlich attraktiven Angebot allerdings nicht grundsätzlich aus.

„Wir wollen ein Portfolio von Unternehmen aufbauen. Nach dem Prinzip eines unternehmerischen Zinshauses: stabile Erträge, langfristige Wertsteigerung“, sagt Derakhshan. Durch die langfristigen Beteiligungen an unterschiedlichen österreichischen KMU sollen deren Gewinne Dividendeneinnahmen ermöglichen. Potenzial sieht Derakhshan jedenfalls genug. Eine Herausforderung sei weniger die rechtliche Situation als vielmehr die heimische Unternehmenskultur. Der Verkauf eines Familienunternehmens an Dritte werde hierzulande teilweise noch skeptisch gesehen. Dabei könne eine externe Übernahme eine sinnvolle Alternative zur klassischen Familiennachfolge darstellen.

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