06.11.2018

aws JumpStart: Diese 5 heimischen Startup-Programme werden gefördert

Die dritte Ausschreibungsrunde des aws-Programms JumpStart, mit dem heimische Inkubatoren und Akzeleratoren gefördert werden, wurde abgeschlossen. Aus 24 eingereichten Projekten wurden fünf ausgewählt, die nun mit je bis zu 150.000 Euro gefördert werden.
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aws Jumpstart
(c) fotolia.com - deagreez

aws und Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort haben nun die dritte Ausschreibungsrunde des Programms aws JumpStart abgeschlossen. Aus 24 eingereichten Projekten hat eine unabhängige Expertenjury fünf Konzepte ausgewählt, die nun als Inkubatoren mit jeweils bis zu 150.000 Euro unterstützt werden. Diese sind: Female Founders, Lemmings und The Ventury aus Wien, Climate KIC aus Niederösterreich und I.E.C.T. aus Tirol. Der Schwerpunkt des Programms liege auf der Unterstützung und Weiterentwicklung heimischer Inkubatoren und Akzeleratoren, die Startups nicht nur Büro-, Labor-, oder Produktionsflächen, sondern insbesondere maßgeschneiderte Beratungsleistungen zur Verfügung stellen, heißt es vom aws.

+++ Förderkonfigurator: aws bringt Quick-Check für Förderungen +++

Schramböck: Female Founders-Unterstützung „besonders positiv“

„Besonders positiv ist, dass wir in dieser Runde mit der Unterstützung von Female Founders auch gezielt Frauen in Startups unterstützen können. Wir brauchen mehr Gründerinnen und dafür braucht es neben Mut und Eigeninitiative auch entsprechende Rahmenbedingungen“, wird Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck in einer Aussendung dazu zitiert.

„Alle Startup-relevanten Branchen“ als aws Jumpstart-Bewerber

Im Rahmen der dritten Ausschreibungsrunde wurden 24 Anträge aus ganz Österreich eingereicht. Neben bekannten und in der Szene fest verankerten Akteuren hätten in dieser Runde auch viele junge Initiativen angesprochen werden können, heißt es von aws. Die Bandbreite der Bewerber und der ausgewählten Projekte habe dabei von „Stand-alone“- über Corporate-Inkubatoren und Technologiezentren bis hin zu akademischen Akzeleratoren gereicht und sich über alle Startup-relevanten Branchen, wie Life Sciences, IT, Web/Mobile, Dienstleistungen und Hardware erstreckt.

Je 22.500 Euro direkt für Startups

In einem ersten Schritt seien in der Förderungsschiene nun geeignete Inkubatoren und Akzeleratoren ausgewählt worden, die man nun unterstützt. Damit werde für Unternehmungen ein produktiver und unbürokratischer Rahmen geschaffen, in dem sie sich entwickeln können. Zudem bräuchten besonders innovative Startups aber auch selbst Finanzierung, heißt es in der Aussendung. In einem zweiten Modul des Förderungsprogramms würden daher vielversprechende Startups auch direkt unterstützt. Bis zu fünf der Unternehmen, die sich in einem aws JumpStart Inkubator/ Akzelerator befinden, werden dazu ausgewählt. Pro Startup ist eine Förderung von 22.500 Euro vorgesehen.

Die Projekte der aktuellen aws JumpStart-Runde im Überblick

Climate KIC

Climate KIC ist Europas größtes öffentlich-privates Netzwerk für Klimaschutzinnovation, das sowohl in Österreich als auch in 31 weiteren europäischen Ländern tätig ist. Durch das enorme Partnernetzwerk von mehr als 330 Forschungsinstitutionen, Bildungseinrichtungen und KMU wird den Startups in den Bereichen der Entwicklung von grünen Finanzinstrumenten, nachhaltigen Produktionssystemen, klimafreundlicher Landnutzung und nachhaltiger Städtenutzung ein breites Angebot an Coachings und Workshops geboten.

Female Founders

Der Female Founders-Verein wurde 2016 von Lisa-Marie Fassl, Tanja Sternbauer und Nina Wöss gegründet, um eine Plattform zur stärkeren Vernetzung und Förderung von Frauen im Startup-Bereich zu schaffen. Mittlerweile hat sich die Female Founders Community auch international einen Namen gemacht, mit Mitgliedern aus mehr als 10 Nationen. Diese Community dient in weiterer Folge der Akquise von Unternehmen für das geplante Accelerator-Programm, das ausgewählte Projekte zu einer „investment-readiness“ und einem erfolgreichen Markteintritt führen soll.

I.E.C.T.

Die private Institution I.E.C.T. – Institute for Entrepreneurship Cambridge – Tirol hat mit Ihrem Co-Founder Dr. Hermann Hauser, dem Mitbegründer des Cambridge Phenomenon, ein Urgestein mit an Bord, das einen essentiellen Beitrag zum Aufbau einer aufstrebenden Entrepreneurship-Kultur beigetragen hat. I.E.C.T. bietet bestehenden und etablierten Unternehmen als auch der Industrie durch einen Strategie-Support und Innovationsscouting die optimalen Voraussetzungen, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen.

Lemmings

Lemmings ist ein Wiener Early-Stage Inkubator und Akzelerator mit einem Schwerpunkt auf Emerging Technology wie Artificial Intelligence, Blockchain und Virtual & Augmented Reality. Das Gründerteam Thomas Schranz und Allan Berger weist bereits große Erfahrung durch die Gründung Ihres Startups Blossom, dass ein Projektmanagement Service für Software Teams bereitstellt, auf. Lemmings hat in den letzten zwei Jahren über 200 Teilnehmer betreut und um die Talente noch besser zu fördern und anzuziehen, soll jetzt das Programm „Project Magic“ etabliert werden.

The Ventury

The Ventury wurde 2016 unter anderem von Christoph Aschberger, Christoph Bitzner und Jakob Reiter in Wien gegründet. Zusammengefunden haben sich die drei durch die gemeinsame Arbeit am Startup Simplewish, das auch weiterhin operativ agiert. Ihre Erfahrungen sammelten die Gründer im österreichischen Startup-Ökosystem als Mentoren, Jury-Mitglieder und Vortagende für Organisationen und Bildungseinrichtungen. Der Fokus des Inkubator- und Akzelerator Programms liegt in der operativen Unterstützung von Startups im Bereich Conversational Interfaces, AI und Machine Learning. (PA/red)

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Video-Interview mit Viktor Pasquali, Leiter i2 Business Angels des aws

Interview mit Viktor Pasquali, Leiter i2 Business Angels des aws

Wir sprachen mit Viktor Pasquali, dem Leiter des i2 Business Angels der Austria Wirtschaftsservice, am Austrian Business Angel Day 2018 über den Business Angels des Jahres, die Trends in der Frühfinanzierungsphase und die Newcomer der Venture Capital Szene in Österreich.

Gepostet von DerBrutkasten am Freitag, 12. Oktober 2018

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Marie-Therese Barth und Florian Moosbeckhofer haben We Are Unicorns gegründet | (c) treat.agency

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen„ erschienen


An einem Mittwochabend in Yokohama treffen einander Gründerinnen und Gründer, Corporate-Innovator:innen, Studierende und Investor:innen im Tech Hub Yokohama; kein Panel, keine Preisverleihung, sondern ein offener Community-Abend unter dem Namen Yokohama Connect. Wenige Wochen später sitzt in einem Wiener Coworking-Space ein Bäckereichef neben einer Innovationsmanagerin und dem Vertreter eines Tourismusbetriebs – auch sie sprechen über die Zukunft ihrer Organisationen. Am Ende beider Abende steht dieselbe Frage: Wie zukunftsfähig sind wir wirklich?

Ein Werkzeug gegen die Ziellosigkeit

Österreich und Japan sind auf den ersten Blick weit voneinander entfernt. Bei näherer Betrachtung eint sie aber ein Muster: hohe Ingenieurskompetenz, eine dichte Landschaft aus kleinen und mittleren Unternehmen, starke Familienbetriebe, daneben große Konzerne und Städte, die vor ähnlichen Fragen stehen. Wer heute ein Unternehmen führt, hat selten Zeit für Buzzwords – gefragt sind Werkzeuge, die aus abstrakten Trends nächste Schritte machen; und eine Sprache, die über Ländergrenzen hinweg funktioniert.

Genau hier setzt das Wiener Unternehmen We Are Unicorns (WAU) an. Die Gründer:innen Marie-Therese Barth und Florian Moosbeckhofer arbeiten seit rund sieben Jahren mit Betrieben an Zukunftsthemen, zuvor gemeinsam in der Wirtschaftskammer Österreich. Ihre Beobachtung: Viele KMU stehen mehrfach unter Druck – steigende Kosten, Energiewende, Fachkräftemangel und Digitalisierung verändern die Rahmenbedingungen, während im Alltag oft Zeit, Orientierung und leistbare Unterstützung fehlen. WAU versteht sich deshalb als „Innovationsabteilung as a Service“, die komplexe Zukunftsthemen in verständliche Handlungsfelder übersetzt und Betriebe bis zur Umsetzung begleitet.

Yokohama ist die zweitgrößte Stadt Japans | (c) Antomattei

Ihr zentrales Werkzeug ist das Future Radar. Es ordnet Zukunftsfähigkeit entlang von fünf Feldern: Menschen, Organisation und Kultur; digitale Prozesse, Automatisierung und KI; Kunden, Vertrieb und Services; Geschäftsmodelle und Plattformen; Energie, Kosten und Nachhaltigkeit. Daraus werden 55 konkrete Chancen statt tausend Schlagworte, entstanden in Co-Creation-Workshops mit KMU aus ganz Österreich sowie Partnern aus Universitäten und Forschung. Ein eigens entwickelter KI-Assistent ordnet die Themen ein und leitet nächste Schritte ab, die Betriebe eigenständig umsetzen können. Er ersetzt keine unternehmerische Entscheidung, sondern versteht sich als Sparringpartner, der ins Tun bringt.

Kommt das Future Radar in Yokohama auf den Tisch, betrachten alle Beteiligten dieselben fünf Felder, dieselben Fragen, dieselbe Auswertung. Ein japanisches KMU, ein Startup aus dem Tech Hub Yokohama und ein österreichischer Mittelständler sehen auf einen Blick, wo sie stark sind und welche Schritte sich ableiten lassen. Der Mehrwert entsteht im Vergleich.

Von Wien nach Yokohama

Warum aber der Blick nach Japan? Weil sich dort ein Ökosystem entwickelt hat, das als Referenz dienen kann. Rund um CIC Tokyo, Japans größten Startup-Campus, hat sich unter dem Dach von Venture Café Japan eine offene Innovationscommunity etabliert: wöchentliche Thursday Gatherings, Formate wie Yokohama Connect, Tsukuba Connéct oder Nagoya Connect, dazu Partner wie der Tech Hub Yokohama, der als Soft-Landing-Punkt für internationale Startups und KMU konzipiert ist. Dazu kommt die städtische Ebene: Der Midterm Plan der Stadt Yokohama verankert Nachhaltigkeit als Ziel bis 2029. Physische Orte, Community-Programme und Stadtstrategie greifen ineinander.

Wer dort sitzt und warum diese Unternehmen nach Europa schauen, zeigt Qubitcore: Das Unternehmen mit Sitz in Yokohama entwickelt Hardware für Quantencomputing, hervorgegangen aus der Forschung am Okinawa Institute of Science and Technology (OIST). Es verbindet mehrere Quantenprozessoren auf Basis von Ionenfallen über Licht miteinander und arbeitet so an fehlertoleranten Rechnern, die über die Grenzen eines einzelnen Prozessors hinaus skalieren.

„Das Quanteninternet entfaltet seinen vollen Wert erst durch grenzüberschreitende Vernetzung. Gerade Europa verfügt über große Tiefe in der Quantenoptik und in der Ionenfallenforschung. Wir hoffen, dass der Tech Hub Yokohama zur Brücke zwischen Yokohama und europäischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Investoren wird“, so Ryuta Watanuki, Gründer und CEO von Qubitcore.

Der Tech Hub Yokohama. | (c) TechHub Yokohama

Damit solche Verbindungen tatsächlich entstehen, braucht es Brückenbauer. Auf japanischer Seite übernimmt Marcel Rasinger mit genten LLC diese Rolle: Als Mitinitiator von Yokohama Connéct verbindet er lokale Unternehmen, Startups und städtische Organisationen mit internationalen Partnern. Auf österreichischer Seite strukturiert WAU die Zukunftsthemen heimischer Betriebe so, dass sie in den Dialog mit japanischen Partnern passen.

Die Stimme aus Tokio

Warum diese Übersetzungsarbeit nötig ist, weiß Kentaro Imai aus eigener Erfahrung – er verantwortet beim japanischen Konzern Kokuyo die Global Marketing Division im Global Workplace Business und ist dort Ansprechpartner für Europa und Nordamerika. Kokuyo beschäftigt sich seit mehr als 120 Jahren damit, wie Menschen arbeiten und lernen, und nutzt die eigenen Büros seit den 1960er-Jahren als Versuchsflächen. „Ideen lassen sich nicht einfach von einem Land in ein anderes kopieren“, sagt Imai, „sie müssen übersetzt werden, nicht nur sprachlich, sondern kulturell und organisatorisch.“ Erwartungen an Hierarchie, Entscheidungsfindung und Risiko unterschieden sich. Imai: „Brückenbauer helfen beiden Seiten zu verstehen, welche menschlichen Bedürfnisse universell sind und welche Annahmen lokal geprägt.“

Dass Zusammenarbeit über Kontinente hinweg dabei mehr braucht als Videocalls, ist für Imai keine Frage: „Digitale Technologie erlaubt Kommunikation über enorme Distanzen – aber Kommunikation allein erzeugt nicht automatisch Vertrauen, Zugehörigkeit oder Zusammenarbeit.“ Innovation beginne oft mit Beobachtung, informellen Gesprächen und unerwarteten Begegnungen. Kokuyo hat deshalb Teile seiner Konzernzentrale The Campus in Tokio-Shinagawa für die Nachbarschaft geöffnet, samt Park, Shop und Coffee Stand. „Der innovativste Raum ist nicht zwangsläufig der technisch fortschrittlichste. Es ist jener, in dem Menschen, die einander sonst nie treffen würden, beginnen, gemeinsam etwas zu denken und zu bauen“, so Imai. Was The Campus für Tokio ist, soll der Tech Hub Yokohama für europäische Partner werden.

Für Imai ist das der Punkt, an dem Werkzeug und Erfahrung zusammenfinden könnten: „We Are Unicorns und das Future Radar machen abstrakte Veränderungen für KMU verständlich und helfen dabei, von weiten Schlagworten zu konkreten Chancen zu kommen.“ Kokuyo wiederum bringe Erfahrung darin ein, wie Menschen arbeiten, lernen und physische Umgebungen nutzen. „Gemeinsam könnte das Future Radar eine Chance identifizieren, und wir könnten helfen, sie in konkrete Arbeitsweisen, Umgebungen und Pilotprojekte zu übersetzen“, sagt Imai.

Tiefe trifft Tempo

Was können beide Seiten voneinander lernen? Imai warnt vor Klischees, sieht aber komplementäre Stärken: Japanische Organisationen zeigten im besten Fall langfristige Verbindlichkeit, hohe Aufmerksamkeit für Qualität, kontinuierliche, schrittweise Verbesserung und Geduld beim Aufbau von Vertrauen; österreichische und europäische Ökosysteme brächten direkte Auseinandersetzung, schnelles Experimentieren, starke Zusammenarbeit zwischen KMU, Startups und Universitäten und eine größere Bereitschaft, Entscheidungen trotz verbleibender Unsicherheit zu treffen. Imai: „Der produktivste Austausch ist nicht Japan gegen Österreich; es ist die Kombination aus japanischer Tiefe und österreichischer Agilität.“

Für WAU heißt das: Österreich kann von der langfristigen Ökosystem-Architektur Japans lernen, vom Zusammenspiel aus Infrastruktur, Community-Programmen und städtischer Strategie. Japan wiederum profitiert von der pragmatischen KMU-Kultur in Europa, von Betrieben, die mit wenigen Ressourcen neue Technologien testen und in überschaubaren Schritten starten.

Zurück nach Yokohama, an jenen Mittwochabend im Tech Hub: Was dort als offener Community-Abend beginnt, endet im besten Fall mit einem Projekt, das ein Wiener Betrieb und ein japanisches Startup gemeinsam angehen. Das Future Radar liefert die gemeinsame Ausgangslage, die Brückenbauer den Zugang. Oder, wie Imai es formuliert: „Die Zukunft ist nichts, worauf wir warten. Sie ist etwas, das wir greifbar machen, gemeinsam testen und durch Neugier laufend verbessern.“

Über We Are Unicorns

We Are Unicorns (WAU) macht Zukunftsarbeit für österreichische KMU konkret, leistbar und umsetzbar. Das Wiener Unternehmen von Marie-Therese Barth und Florian Moosbeckhofer realisiert als „Innovationsabteilung as a Service“ auch Projekte für Regionen, Institutionen und Corporates. Zentraler Baustein ist das Future Radar mit 55 konkreten Chancen entlang von fünf Zukunftsfeldern, ergänzt um einen eigens entwickelten KI-Assistenten. Der Anspruch: Zukunft ohne Blabla.

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