18.05.2026
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AVL:  Helmut List gibt Vorsitz der Geschäftsführung an Lukas Walter ab

Wie das Unternehmen heute informiert, gibt Helmut List nach 47 Jahren den Vorsitz der Geschäftsführung von AVL ab. Das weltweit tätige High-Tech-Unternehmen im Bereich der innovativen Mobilitätssysteme bekommt den bisherigen COO Lukas Walter an die Spitze.
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Lukas Walter folgt Helmut List als Vorsitzender der Geschäftsführung von AVL. (c) Doris Sporer
Lukas Walter folgt Helmut List als Vorsitzender der Geschäftsführung von AVL. (c) Doris Sporer

Nach fast 50 Jahren wechselt Helmut List Ende Mai in den Aufsichtsrat des Unternehmens. „Der Wechsel in den Aufsichtsratsvorsitz ist für mich ein bewusster nächster Schritt.“, so List. „Gemeinsam haben wir AVL zu einem führenden Technologiepartner für nachhaltige Mobilität entwickelt. In meiner neuen Rolle werde ich diesen Weg weiterhin begleiten und meine Erfahrung einbringen.“ Gleichzeitig sei jetzt der richtige Zeitpunkt, Raum für neue Perspektiven in der operativen Führung zu schaffen, betont der ehemalige Geschäftsführer in einem offiziellen Statement.

Geordneter Übergang

Lukas Walter wird die Nachfolge in der Geschäftsführung übernehmen. Bis jetzt hatte er die Position als Chief Operating Officer (COO) im Geschäftsbereich Engineering inne. Walter bringt außerdem Erfahrungen als Senior Vice President bei MAN Truck & Bus mit.

„AVL ist geprägt vom Pioniergeist von Helmut List und dem Anspruch, Mobilität technologisch weiterzudenken. Unsere Fähigkeit, komplexe Antriebssysteme ganzheitlich zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen, macht uns zu einem zentralen Partner in der Transformation hin zu nachhaltiger Mobilität. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen“, so Walter.

Über AVL

Die AVL ist mit über 12.000 Mitarbeiter:innen an 90 Standorten weltweit tätig. Das Unternehmen begleitet seine Kunden – wie Automobilhersteller – bei der nachhaltigen und digitalen Transformation der Mobilität. Die AVL List GmbH mit Hauptsitz in Graz ist auch in anderen Branchen wie der Luftfahrt, Schifffahrt und Energie tätig.

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Ora Computing
© Ora Computing - (l.) Stefan Sack und Raimel Medina.

Ora Computing, ein Startup, das sich auf die Optimierung und Komprimierung von KI-Foundation-Modellen spezialisiert hat, gab heute den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Millionen Euro bekannt. Die Runde wurde von Constructor Capital und Greencode Ventures angeführt, mit fortgesetzter Unterstützung des Gründungsinvestors XISTA Science Ventures, der beim Aufbau und der Einführung des Unternehmens geholfen hat.

Ora Computing schrumpft Modelle

KI-Inferenz – der Prozess der tatsächlichen Ausführung eines KI-Modells zur Generierung von Outputs – ist zu einem erheblichen und schnell wachsenden Kostenfaktor für jedes Unternehmen geworden, das KI im großen Maßstab einsetzt. Große Implementierungen können mittlerweile allein für die Rechenleistung zig Millionen Euro pro Monat kosten, und das Problem verschärft sich, da die Modelle immer größer werden. Für Unternehmen, die KI lokal auf Geräten wie Autos oder Industrieanlagen ausführen möchten, seien die Modelle oft schlichtweg zu groß.

Hier setzt Ora Computing an. Seine Software komprimiert diese Modelle – sie schrumpft ihre Größe um bis zu 80 Prozent und lässt sie bis zu viermal schneller laufen – während der Genauigkeitsverlust bei Null bis fünf Prozent gehalten wird, so der Claim.

Da komprimierte Modelle deutlich weniger Rechenleistung für die Ausführung benötigen, sollen sich die Effizienzgewinne auch direkt in einem geringeren Energieverbrauch und reduzierten CO2-Emissionen niederschlagen: Ora schätzt, dass seine Technologie bei einer Marktdurchdringung von ein Prozent jährlich mehr als 50.000 Tonnen CO2 einsparen könnte.

Ansatz über verschiedene Hardwaretypen

„Wir haben Ora Computing gegründet, um die Annahme infrage zu stellen, dass eine massive Skalierung erforderlich ist, um nutzbare Intelligenz zu erreichen. Wir glauben, dass die nächste Welle der KI-Einführung durch kompaktere Modelle vorangetrieben wird, die hocheffizient und für spezifische Anwendungsfälle optimiert sind, anstatt durch große, universelle Cloud-Modelle. Ora baut den Software- und Algorithmen-Stack auf, der diesen Übergang ermöglicht“, sagt Stefan Sack, CEO und Mitgründer von Ora Computing.

Im Gegensatz zu bestehenden Komprimierungstools funktioniere der Ansatz von Ora über verschiedene Hardwaretypen hinweg und füge sich direkt in Standard-Inferenz-Frameworks ein – ohne Änderung an der bestehenden Infrastruktur. Wo konkurrierende Ansätze eine binäre Entscheidung zwischen Komprimierungsstufen erzwingen, bilde der Algorithmus von Ora kontinuierlich den gesamten Kompromiss zwischen Modellgröße und Genauigkeit ab, sodass Unternehmen für ihre spezifischen Hardware- und Kostenbeschränkungen optimieren können, so der Mitgründer.

2025: Ora Computing tritt hervor

Ora wurde von Stefan Sack und Raimel Medina gegründet, beide Forscher im Bereich Quantencomputing aus der Serbyn-Gruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA). Das Unternehmen verließ Ende 2025 den Stealth-Modus und möchte die frischen Mittel dazu nutzen, um das Team zu vergrößern, die Komprimierungsfähigkeiten auf die größten Frontier-Modelle auszuweiten und ein kommerzielles Produkt für Cloud-Inferenz-Anbieter und Unternehmen, die KI am Edge einsetzen, auf den Markt zu bringen.

Ora hat die Anwendbarkeit seiner Technologie nach eigenen Angaben an einem Modell mit 70 Milliarden Parametern nachgewiesen. Der Komprimierungsprozess beanspruchte hierbei wenige Stunden und verursachte Rechenkosten von unter 1.000 US-Dollar, wohingegen der bisherige Branchenstandard für vergleichbare Leistungen ein Vielfaches dieses Betrages erfordere.

„Hunger wächst schneller“

„Der Energiehunger der KI wächst schneller, als die Welt die Infrastruktur aufbauen kann, um ihn zu stillen. Ein wichtiger Ansatz ist es, die KI selbst effizienter zu machen, und genau das tut Ora. Modelle radikal zu komprimieren, ohne die Genauigkeit zu opfern, macht für ihre Kunden einen enormen Unterschied“, sagt Terhi Vapola, Gründerin und Managing Partner bei Greencode Ventures.

Und Valentino Jadrisko, Senior Associate bei Constructor Capital, ergänzt: „Die Ära der Brute-Force-KI stößt an ihre physikalischen Grenzen: Hyperscaler nehmen wieder Kernreaktoren in Betrieb, Frontier-Labs verbrennen Milliarden für Rechenleistung, Reasoning-Modelle vervielfachen die Inferenzkosten jedes Quartal. Die einzige nachhaltige Antwort besteht darin, den Betrieb von Frontier-KI drastisch günstiger zu machen. Das ist es, was Ora Computing tut: Sie komprimieren Frontier-LLMs so, dass sie überall laufen können – in der Cloud, im Auto, in der Hosentasche. Und das ist der Grund, warum Constructor Capital stolz darauf ist, ihre 3,5-Millionen-Euro-Seed-Runde als Co-Lead anzuführen.“

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