11.02.2026
INVESTMENT

Aviloo: NÖ-Batteriediagnose-Startup erhält 30 Millionen Euro Investment

Das niederösterreichische E-Tech-Scaleup Aviloo sichert sich eine 30-Millionen-Euro-Finanzierung. Im Zuge der Transaktion steigen Armira Growth und die Invest AG ein und kaufen den European Innovation Council Fund als frühen Investor aus.
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Aviloo
© Aviloo - (v.l.) Nikolaus Mayerhofer, Marcus Berger und Wolfgang Berger.

Das 2018 in Österreich gegründete E-Tech-Scaleup Aviloo mit Sitz in Wiener Neudorf expandierte mit seiner Batterie-Lösung 2022 nach Skandinavien und sicherte sich im Dezember 2023 ein Investment der Invest AG gemeinsam mit der Raiffeisen KMU Invest AG in siebenstelliger Höhe – brutkasten berichtete. Nun erhielt man eine 30-Millionen-Euro-Finanzierung.

Aviloo: Strategische Führung bleibt erhalten

Im Rahmen der Transaktion haben die europäische Investmentholding Armira Growth (Armira) und die Invest AG gemeinsam den European Innovation Council Fund (EIC), einen der ersten Kapitalgeber (Anm.: 2022) von Aviloo, ausgekauft und gehören damit neben Raiffeisen KMU Invest zu den wichtigsten Anteilseignern. Die Investition steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Die strategische Führung des Unternehmens bleibt weiterhin fest in Hand von CEO Marcus Berger sowie dem Gründer-Team Nikolaus Mayerhofer und Wolfgang Berger, die ebenfalls signifikant am Unternehmen beteiligt sind.

„Wir investieren in resiliente Geschäftsmodelle mit klarer technologischer Differenzierung. Angesichts der weltweit erwarteten Verdreifachung der Elektrofahrzeugflotte auf rund 150 Millionen Fahrzeuge bis 2030 wird Transparenz beim Batteriezustand zunehmend entscheidend. Wir gehen davon aus, dass Batteriezertifizierung zum Standard wird – und Aviloo ist außergewöhnlich gut positioniert, seine Lösung weltweit zu skalieren“, sagt Florian Tappeiner, Managing Partner bei Armira Growth.

96-prozentige Kompatibilität

Seit der Gründung im Jahr 2018 fokussiert das österreichische Unternehmen auf Batteriediagnostik für gebrauchte Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Die Investition unterstreiche das Vertrauen in das skalierbare Geschäftsmodell von Aviloo, seine technologische Führungsrolle sowie das langfristige Wertschöpfungspotenzial im rasant wachsenden globalen Markt für Elektromobilität, schreibt das Startup in einer Aussendung. Die gestärkte Gesellschafterstruktur biete zudem eine Kapitalgrundlage, um das weitere Wachstum zu unterstützen und das Unternehmen als „wegweisenden Marktführer im Bereich der Batteriediagnostik für Elektrofahrzeuge“ weiter zu etablieren.

Die Lösung des Unternehmens liefert konkret eine objektive und herstellerunabhängige Bewertung des Batteriezustands – und möchte mit präzisen Berechnungen über einfache Fahrzeugdaten-Auslesungen hinausgehen. Die Anwendung liefere Ergebnisse innerhalb von drei Minuten und sei mit über 96 Prozent aller Elektrofahrzeuge kompatibel.

Aviloo mit 750 Kunden in 30 Ländern

Das Unternehmen kombiniert dabei eigene Hardware und Software mit Datenanalysen, um den Batteriezustand objektiv zu bewerten. Diese Ergebnisse sollen als Entscheidungsgrundlage für die gesamte E-Mobilitätsbranche dienen. Im Gegensatz zu anderen Auslese-Tools nutze Aviloo eine Datenbank aus über 550.000 Praxistests. Dieser Datensatz deckt verschiedene Fahrzeugmodelle und Nutzungsprofile ab und ermöglicht so einen herstellerübergreifenden Vergleich der tatsächlichen Batterieleistung, so der Claim.

Die Lösungen von Aviloo werden aktuell von mehr als 750 Kunden in über 30 Ländern genutzt – darunter Händlernetzwerke von OEMs, Leasing- und Flottenbetreiber, Prüfgesellschaften und KFZ-Dienstleister. Zu den Kunden zählen führende Branchenakteure wie British Car Auction, Cox Automotive, ADAC, Emil Frey, Pickles Australia und Arval. Darüber hinaus haben Automobilhersteller wie Hyundai und Mercedes-Benz Aviloo-Diagnosen in ihre Händlerökosysteme integriert.

Starkes Wachstum

Das niederösterreichische Unternehmen verzeichnete zuletzt eigenen Angaben zufolge ein jährliches Wachstum von über 100 Prozent. Es ist in Europa, Asien, Australien und seit über einem Jahr auch in den Vereinigten Staaten tätig und baut seine internationale Präsenz weiter aus.

Christoph Hikes, CFO der Invest AG, ist davon überzeugt, dass die Erfolgsgeschichte von Aviloo erst am Anfang stehe: „In den vergangenen Monaten wurde die Basis für den weltweiten Roll-Out gelegt, welcher in der neuen Gesellschafterstruktur nun noch schneller vorangetrieben werden soll. Aviloo hat einen neuen Standard im rasch wachsenden Markt der unabhängigen Batteriediagnostik gesetzt. Mit Armira Growth als starkem Partner wollen wir die Marktführerschaft weiter ausbauen und den Kunden weltweit eine zuverlässige, unabhängige Batteriediagnose bieten.“

Fokus auf USA und Asien

Die nun vorgenommene Investition soll die Produktentwicklung und die internationale Expansion des Batteriediagnostik-Anbieters weiter beschleunigen – mit besonderem Fokus auf die Vereinigten Staaten und Asien. Sie unterstütze zudem die Entwicklung neuer Produkte und strategischer Partnerschaften, wobei mehrere Markteinführungen im Laufe des Jahres 2026 geplant sind.

Aviloo-CEO Marcus Berger sieht im Einstieg der neuen Investoren ebenfalls eine Weichenstellung für die Zukunft des Unternehmens: „Diese Investition markiert einen wichtigen Meilenstein für die weitere Entwicklung von Aviloo. Mit unserer unabhängigen Batteriediagnose haben wir einen neuen Standard gesetzt, der mit keinem Produkt am Markt vergleichbar ist. An dieser Stelle möchten wir uns auch beim EIC Fund bedanken, der mit seinem Investment einen wichtigen Beitrag zu unserer Unternehmensentwicklung geleistet hat. Mit der Unterstützung von Armira Growth, Invest AG und Raiffeisen KMU Invest sind wir bestens positioniert, unsere internationale Expansion zu beschleunigen.“

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
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Das Doppel-Budget für 2027 und 2028 wurde gestern vom Ministerrat vorgelegt und mit ihm gab es auch Neuigkeiten zum geplanten Dachfonds. Dieser scheint als „Start-up & Scale-up Dachfonds“ in den Bundesfinanzgesetzen 2027 und 2028 auf, bei einem nicht unwesentlichen Detail schaffen die Gesetzestexte und ihre Beilagen aber keine Klarheit, wie brutkasten berichtete.

Begleitend zum Budget-Entwurf erneuerte Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nämlich die Ansage, dass „bis zu 100 Millionen Euro“ Ankerinvestment durch den Bund für den Fonds vorgesehen sind. Als Budget-Posten scheinen diese aber nicht auf. Auch der Zusatz „bis zu“ schafft einen gewissen Spielraum.

„Aus Rückflüssen aus aws-Mitteln finanziert“

Wo also kommen die geplanten 100 Millionen Euro her und wovon hängt es ab, ob der gesamte Betrag zustande kommt? Brutkasten fragte im Rahmen einer Presseveranstaltung bei Staatssekretärin Zehetner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nach.

Die Antwort: „Das Ankerinvestment wird aus Rückflüssen aus aws-Mitteln über die nächsten vier Jahre finanziert“, so Zehetner. Die Mittel für die aws werden im aktuellen Doppel-Budget auch erhöht, ergänzt Hattmannsdorfer.

Höhe des Ankerinvestments von aufgestelltem Kapital abhängig

100 Millionen Euro Ankerinvestment werden es nur dann, wenn das noch zu ermittelnde Fondsmanagement, mit dessen Ausschreibung die aws aktuell betraut ist, ausreichend Mittel für den Dachfonds aufstellt, erklärt Zehetner weiter: „Wir haben immer gesagt, dass wir nicht mehr als 20 Prozent hineinstecken.“ Sprich: Je mehr Kapital von Limited Partners in den Fonds fließt, umso mehr legt der Bund nach. Werden die gesamten anvisierten 400 externen Millionen aufgestellt, wächst auch das Ankerinvestment auf die vollen 100 Millionen Euro – so der Plan.

In Sachen Zeithorizont ist bislang klar: Bis Ende 2027 soll das erste Closing des „Start-up & Scale-up Dachfonds“ abgeschlossen sein, sodass dieser zu investieren beginnen kann. Mit der Aufteilung der Bundesmittel auf geplante vier Jahre scheint auch die anvisierte Deadline für das finale Closing zu stehen.

„Auch so auf einem guten Weg zu einem weiteren Einhorn“

Ein weiteres spannendes Detail im Gesetzestext, über das brutkasten gestern berichtete: Als quantitatives Ziel wurde auch die Steigerung der Unicorn-Zahl in Österreich gesetzlich festgeschrieben. 2027 und 2028 soll jeweils eines hinzukommen. Doch wie kann der Dachfonds bereits kommendes Jahr für ein weiteres Einhorn sorgen, wenn er erst an dessen Ende zu investieren beginnt? „Wir sind auch so auf einem guten Weg zu einem weiteren Einhorn“, so die Staatssekretärin. Der Dachfonds soll diese Entwicklung später beschleunigen.

Öbag-Strategie: OMV und Co sollen Startup-Ökosysteme aufbauen

Doch dieser sei nicht die einzige Maßnahme, hakt Hattmannsdorfer ein. Er verweist auf die Industriestrategie. „Hier sind auch eigene Förderungen zur Entstehung von Startups und Scaleups im Umfeld von Leitbetrieben vorgesehen“, so der Minister. Auch in der Öbag-Strategie (brutkasten berichtete) habe man entsprechende Zielsetzungen verankert: „Die Öbag-Betriebe haben den Auftrag, Ökosysteme für Startups und Scaleups zu schaffen“, so Hattmannsdorfer. So wie es Verbund mit Verbund X bereits umgesetzt habe, sollen zukünftig etwa auch die OMV und andere entsprechende Programme umsetzen.

Und Zehetner führt noch weitere Punkte an. Auch in der öffentlichen Beschaffung setze man Maßnahmen, von denen Startups und Scaleups profitieren sollen. „Und das schon im Regierungsprogramm verankerte Commitment zur Gleichstellung immaterieller Vermögensgüter in der Bilanz ist ebenfalls ein wichtiger Schritt“, so die Staatssekretärin. Das wiederum soll auch beim Erlangen höherer Unternehmensbewertungen helfen.

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