08.05.2025
KI

Avataris: Grazer Startup stellt Unternehmen 3D-Avatare für Prozesse zur Verfügung

Das Grazer Startup Avataris setzt auf eine Technologie zur Automatisierung von Unternehmensprozessen durch KI-gesteuerte digitale Menschen. Die Lösung soll Unternehmen ermöglichen, nahezu alle digitalen Interaktionen mit Kunden und Mitarbeitern zu automatisieren.
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Avataris, Avatere, 3d KI Assisenten, KI-Avatar
© Avataris/Screenshot

In einer Zeit, in der KI-Lösungen zunehmend an mangelnder Nutzerfreundlichkeit und fehlender Akzeptanz scheitern, setzt Avataris auf realistische digitale Menschen in 3D, die durch ihr menschenähnliches Erscheinungsbild und ihre interaktiven Fähigkeiten Vertrauen schaffen und die Nutzungsraten vervielfachen sollen, so der Claim des 2020 gegründeten Grazer KI-Startups.

Avataris: „KI bald unpersönliches Werkzeug“

„Was bringt die beste KI, wenn sie keiner nutzt? In spätestens neun bis zwölf Monaten wird jeder Mensch täglich mit KI interagieren müssen – sei es als Mitarbeiter oder als Kunde“, erklärt Michael Schöggl, CEO von Avataris. „Was heute noch als aufregend empfunden wird, wird bald zum unpersönlichen Werkzeug – und der Zwang der Nutzung, um Unternehmen Geld zu sparen, wird als mangelnde Wertschätzung wahrgenommen werden – so wie bereits damals, mit den nicht gerade beliebten Chatbots. Unsere virtuellen Menschen passen sich live an jede Zielgruppe an, bauen eine persönliche Beziehung auf und sprechen die Emotionen der Nutzer an, damit jeder Besuch zum positiven Erlebnis wird. Das verhindert nicht nur, das Kunden abwandern, sondern steigert ganz allgemein die Nutzung von KI-Automatisierungen und damit auch ihre Kostenersparnis.“

Demo Video der KI-Agenten

Die KI-Assistenten von Avataris sind rund um die Uhr in mehr als 30 Sprachen verfügbar und können eine Vielzahl von Prozessen vollständig automatisieren, darunter:

⦁ Kundensupport und Webpage-Empfang
⦁ Personalwesen und Recruiting
⦁ E-Learning und Onboarding
⦁ Automatisiertes Marketing und Vertrieb
⦁ Shopping-Assistenz und Kaufberatung
⦁ Interne Unternehmensprozesse (z.B. Einkauf, ERP, SAP)

Die Anwendung des Startups läuft auf dem Gerät des Nutzers, was unbegrenzte Skalierbarkeit ohne zusätzliche Serverkosten ermöglichen soll. Kombiniert mit selbst-gehosteten KI-Modellen würden sich so die Kosten auf wenige Cents pro Stunde reduzieren. Zudem funktioniere die Lösung auf nahezu allen Endgeräten – von Smartphones über Web-Browser bis hin zu VR-Headsets, Augmented-Reality-Brillen und Spielkonsolen.

Eines von sieben ausgewählten Startups aus 687 Bewerbungen

Besonders der On-Premises-Betrieb soll gewährleisten, dass sensible Daten das Unternehmen nicht verlassen. Es sei außerdem möglich, die Lösung von Avataris nur als verbesserte Benutzeroberfläche zu verwenden, während im Hintergrund eigene KI-Entwicklungen laufen.

Die Technologie und das Marktpotential von Avataris haben auch das Auswahlkomitee des Hummelnest Accelerator überzeugt. Das Startup wurde aus 678 Bewerbungen aus 69 Ländern als eines von nur sieben Unternehmen für das diesjährige Programm ausgewählt: „Die Anerkennung durch Hummelnest und die Unterstützung durch die Raiffeisen-Landesbank Steiermark sind wichtige Meilensteine für uns. Das Programm wird uns helfen, unser Potential rasch hochzuskalieren und unsere Vision einer menschlicheren, zugänglicheren KI voranzutreiben“, sagt Schöggl.

Und betont: „Unser Ziel ist es, KI für alle Menschen einfach nutzbar zu machen. Nur dann kann jeder rund um die Uhr von einem persönlichen digitalen Lehrer, Arzt, Anwalt, Mentor oder Berater profitieren. Die höchste Qualität dieser Dienstleistungen war bisher nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zugänglich, vor allem in ärmeren Regionen. Mit unserer Technologie wird sich das grundlegend ändern.“

Avataris: Early-Access einer DIY-Plattform im August

Avataris plant, bis August 2025 eine Early-Access-Version seiner Do-it-yourself-Plattform „Aimigo“ zu veröffentlichen, mit der Nutzer eigene KI-Agenten auf Basis digitaler Menschen in wenigen Minuten erstellen können – unterstützt durch über 100 vorkonfigurierte Anwendungsfälle, virtuelle Charaktere und 3D-Umgebungen.

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Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Um Bekanntheit zu erlangen, ist Auffälligkeit durchaus von Nutzen. Beim Grazer Unternehmen Emerald Horizon ist diese Auffälligkeit so etwas wie der rote Faden, der sich durch die Unternehmensstrategie zieht. Denn nicht nur sorgt man mit dem geplanten Produkt – Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Miniatomkraftwerken – für Aufsehen (brutkasten berichtete). Auffällig sind auch Personalbesetzungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer, der seinerseits kürzlich durch eine Alkohol-Eskapade öffentlich negativ auffiel. Und besonders auffällig war natürlich der Börsengang im Juni – brutkasten berichtete.

Österreichs nächstes Unicorn?

Nach diesem ist Emerald Horizon aktuell übrigens an der Börse mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Darüber, ob das Grazer Unternehmen nun Österreichs nächstes Unicorn ist, lässt sich dennoch streiten, nachdem die Bewertung auf vergleichsweise wenigen Trades basiert. Der Börsengang war nämlich nur ein Listing und kein IPO (Initial Public Offering). Es wurden also keine Aktien emittiert, was üblicherweise zu einer breiteren Bewertung durch den Markt führt.

Gründer Florian Wagner will selbst investieren

Statt Kapital von außen aufzunehmen, fiel Gründer und CEO Florian Wagner Ende Juni mit einer anderen Ankündigung auf: Er selbst werde 20 Millionen Euro in vier Tranchen zu je fünf Millionen Euro über einen Zwei-Jahres-Zeitraum in Emerald Horizon investieren. Er behielt sich dabei vor, dass Co-Founder Philipp Pölzl und Investor Carl Page als Co-Investoren je einen Teil der Tranchen übernehmen könnten.

Und woher kommen diese durchaus substanziellen Eigenmittel? Wagner und Pölzl betreiben mit Qbasis Invest seit mehr als 20 Jahren ein Finanzunternehmen, das laut öffentlich einsehbaren Angaben im Vorjahr aber nur rund 40.000 Euro Gewinn abwarf.

Privatdarlehen für Verpfändung von 75.000 Aktien

Mehr Aufschluss gibt wohl eine auffällige Ad-hoc-Meldung (für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Mitteilung) von Emerald Horizon von gestern, die heute durch eine erklärende Aussendung des Unternehmens ergänzt wurde: Gründer Wagner nimmt privat ein sogenanntes Lombarddarlehen auf. Bei so einem werden Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt. Im konkreten Fall verpfändet der Unternehmer 75.000 eigene Aktien „aus seinem Altbestand“. Diese haben aktuell einen Börsenwert von rund 76 Millionen Euro. Die bewilligte Kreditsumme liegt bei derartigen Darlehen üblicherweise erheblich unter dem Marktwert der beliehenen Wertpapiere.

„Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets“

„Die Maßnahme ist Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets. Entsprechend den kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen wird die Gesellschaft zu gegebener Zeit über weitere Aktivitäten informieren“, heißt es dazu von Emerald Horizon. Die Mittel sollen demnach „primär direkt und indirekt zur Kommerzialisierung von DUALstorePLUS aber auch zur beschleunigten technischen Umsetzung und industriellen Überführung des ADES/SMRX-Programms verwendet werden“. DUALstorePLUS ist die Energiespeicher-Technologie, mit der Emerald Horizon bereits am Markt ist. ADES ist der Markenname der geplanten Kleinreaktoren.

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