18.11.2025
SPACE

Austrospace gewinnt Infineon und R-Space als neue Mitglieder

Austrospace wächst: Mit Infineon, R-Space, Pidso und Isee Space stoßen gleich vier neue Unternehmen zur Interessenvertretung der österreichischen Raumfahrtindustrie hinzu.
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Infineon
© elements.envato/alonesbe

Austrospace, die Interessenvertretung der österreichischen Raumfahrtindustrie, verzeichnet einen bedeutenden Mitgliederzuwachs: Mit Infineon (einem weltweit führenden Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems), dem Wiener Neustädter Startup R-Space, Pidso und Isee Space treten gleich vier neue Unternehmen dem Verband bei. Als internationaler Technologiekonzern gilt besonders der Beitritt Infineons als starkes Zeichen für die strategische Bedeutung der Raumfahrt in Österreich.

Infineon als „Werkbank“ von Siemens

„Der Einstieg eines global agierenden Unternehmens wie Infineon zeigt, dass Raumfahrt längst kein Nischenthema mehr ist, sondern ein zentraler Zukunftsbereich mit enormem Potenzial für Forschung, Technologie und Wirtschaft“, erklärt Austrospace-Präsident Dieter Grebner.

Peak-Technology-Gründer Dieter Grebner ist auch Austrospace-Präsident. | (c) Antje Wolm

Infineon begann in Österreich Ende der 1960er Jahre in Villach mit nur 24 Mitarbeiter:innen als verlängerte Werkbank von Siemens. Heute beschäftigt das Unternehmen in Österreich über 6.000 Mitarbeiter:innen, davon 2.500 in Forschung und Entwicklung. Im deutschsprachigen Raum hat der Konzern mit der Infineon Technologies AG im Raum München, Augsburg, Erlangen, Duisburg, Hannover, Regensburg und Karlsruhe beziehungsweise mit der Infineon Technologies Austria AG in Villach, Graz, Linz und Wien Standorte etabliert.

500 Millionen Euro Budget?

Mit großer Erwartung blickt Austrospace auf die bevorstehende ESA-Ministerratskonferenz in der kommenden Woche. Die österreichische Raumfahrtgemeinschaft erwartet ein klares politisches Bekenntnis Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, – insbesondere durch die Bereitstellung eines Budgets von 500 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre.

„Kein nice to have“

„Ein starkes Budget ist entscheidend, um Österreichs Rolle in der europäischen Raumfahrt zu sichern und weiter auszubauen“, so Grebner weiter. „Deutschland macht es mit einem Rekordbudget für die Raumfahrt vor. Unsere Unternehmen sind bereit – jetzt braucht es auch den politischen Willen. Es muss uns allen klar werden: Raumfahrt ist kein ’nice to have‘, sondern ein Schlüssel zur Zukunft unseres Landes. Ohne Satellitenkommunikation, Navigation und Erdbeobachtung gibt es keine moderne Infrastruktur – und keine Krisenresilienz. Gleichzeitig schaffen wir hochqualifizierte Arbeitsplätze im so wichtigen Export und setzen ein klares Zeichen gegen die Abwanderung von Talenten. Raumfahrt ist Standortpolitik – und Österreich muss jetzt mutig vorangehen.“

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(c) whataventure
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„Unternehmen, die heute rekalibrieren statt pausieren, bauen sich einen Vorsprung auf, den andere in drei Jahren nicht mehr aufholen können.“ – mit diesen Worten ordnet Stefan Peintner, CEO von whataventure, die aktuelle Marktlage im Corporate Venturing ein. Die neue Studie „The state of new business building 2026“, für die 50 Führungskräfte und Innovationsverantwortliche aus dem DACH-Raum befragt wurden, zeichnet ein Bild der Konsolidierung. Restrukturierungen, strategische Kurswechsel und wirtschaftliche Unsicherheiten haben den Druck auf Innovationsabteilungen massiv erhöht und bei vielen Unternehmen zu Budgetkürzungen geführt.

Kapitalintensive Instrumente besonders von Kürzungen betroffen

Die finanzielle Zurückhaltung der Unternehmen trifft vor allem die kapitalintensiven Instrumente im Corporate Venturing. Laut der Studie berichten 40 Prozent der Befragten im Bereich Venture Acquisitions über verringerte Mittel im vergangenen Jahr. Im Corporate Venture Building (CVB) verzeichnen 39 Prozent Budgetrückgänge, im Corporate Venture Capital (CVC) sind es 26 Prozent. Venture Clienting zeigt sich in diesem Umfeld resilienter: Hier vermelden nur 17 Prozent der betroffenen Befragten finanzielle Einschnitte.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der subjektiven Erfolgsbewertung der verschiedenen Instrumente wider. Entsprechend bewerten 81 Prozent der Befragten aus CVC-Units und 74 Prozent jener im Venture Clienting diese Instrumente als zumindest „eher erfolgreich“, während Corporate Venture Building mit 62 Prozent etwas schwächer abschneidet.

Strategie-Kopplung als Überlebenskriterium

Eine zentrale Erkenntnis der Studienautor:innen ist, dass die Phase der „breiten Exploration“ vorbei ist – das war bereits in der Studie vergangenes Jahr deutlich herausgekommen, wie brutkasten berichtete. Inzwischen werde die klare Kopplung an die Unternehmensstrategie zum Überlebenskriterium. Die erhobenen Daten untermauern diese These: 77 Prozent der nach eigener Einschätzung erfolgreichen New Business Building Units leiten ihre Themen direkt aus der übergeordneten Unternehmensstrategie ab. Bei den weniger erfolgreichen Initiativen tun dies nur 18 Prozent.

Für Einheiten, die ihre Aktivitäten als weniger erfolgreich einstufen, kristallisieren sich drei Kernprobleme heraus: 64 Prozent kämpfen mit dem Governance-Modell, 55 Prozent mit fehlendem Top-Management-Commitment und weitere 55 Prozent bemängeln eine unklare strategische Ausrichtung. Wer diese strategische Verbindung hingegen konsequent herstellt, treffe bessere Entscheidungen bei der Wahl der Instrumente und riskiere nicht den Verlust des internen Mandats, so die Schlussfolgerung in der Studie.

Mit externer Hilfe „mehr mit weniger“ erreichen

Um den gestiegenen Erwartungen bei gleichzeitig sinkenden Budgets gerecht zu werden, müssen Teams schlanker und zielgerichteter agieren. Unternehmen berichten der Studie zufolge von schnellerer Entscheidungsfindung und höherer Resilienz, wenn sie in kleinen Teams arbeiten und externe Partner gezielt einbinden. Diese Praxis nimmt spürbar zu: Die Nutzung externer Unterstützung im Corporate Venture Building stieg von 41 Prozent im Jahr 2025 auf 59 Prozent im Jahr 2026 an.

Optimismus trotz „Venture-Building-Winter“

Trotz der angespannten Ressourcenlage ist die Stimmung unter den Innovationsverantwortlichen keineswegs pessimistisch. Rund zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass New Business Building in den nächsten fünf Jahren wesentlich zum Wachstum und zur Stabilität ihrer Unternehmen beitragen wird.

Dass antizyklisches Handeln in dieser Phase ein Vorteil sein kann, unterstreicht Axel Deniz, CEO der Venture-Building-Unit Bosch Business Innovations, der in der Studie zitiert wird: „In Europa und den USA sehen wir einen Venture-Building-Winter, aber Bosch Business Innovations verdoppelt seine Einsätze – und das ist ziemlich außergewöhnlich.“ Die Konsequenz für Verantwortliche im DACH-Raum ist laut whataventure deutlich: Wer seine Aktivitäten jetzt schärft und liefert, baut Vorsprung auf; wer die Druckphase lediglich aussitzt, riskiert Budget und Mandat.

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