08.02.2021

Aus für Kaufhaus Österreich

Laut Börsianer soll Kaufhaus Österreich aus formellen Gründen in seiner aktuellen Form eingestellt werden.
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Kaufhaus Österreich
Screenshot: www.kaufhaus-oesterreich.at

Nach gerade etwas mehr als zwei Monaten soll es mit der Plattform Kaufhaus Österreich in der jetzigen Form wieder vorbei sein. Das berichtet der Blog „Börsianer“ mit Bezug auf nicht näher genannte „informierte Kreise“. Konkret soll die Plattform, nach deren Start es heftige Kritik, Spott und Häme gab, in ein reines Firmenverzeichnis umgewandelt werden.

Laut Börsianer werden dafür formelle Gründe angegeben. „Der Hintergrund: Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort unter Ministerin Margarete (Schramböck) darf keinen kommerziellen Marktplatz betreiben. Die Wirtschaftskammer will es nicht betreiben“ heißt es dort. Es lässt sich freilich vermuten, dass man im Ministerium einen möglichst eleganten Ausweg aus dem nach wie vor anhaltenden PR-Desaster sucht.

Wirtschaftskammer will schon länger nichts mit Kaufhaus Österreich zu tun haben

Unbestätigten weitläufig kursierenden Gerüchten zufolge hat die Erstellung der Plattform rund 700.000 Euro gekostet. Obwohl er bei der großen Präsentation gemeinsam mit Ministerin Schramböck aufgetreten war, wies Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer später mehrmals einen engeren Zusammenhang zwischen sich sowie der Wirtschaftskammer (die neben dem Ministerium im Impressum steht) und Kaufhaus Österreich zurück. Man habe lediglich eine Datenbank zu Verfügung gestellt.

Entsprechend überrascht es nicht, dass man die Plattform, die von zahlreichen vergleichbaren Seiten – teilweise innerhalb weniger Tage von Startups erstellt – übertroffen wird, nicht weiterführen will.

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Hivesense
© Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer - Alexander Moosmann (l.) und Florian Entleitner von Hivesense.

Die beiden FH-Absolventen Florian Entleitner und Alexander Moosmann teilen eine Leidenschaft namens IT-Security. Daraus ist ein Startup geworden: Mit Hivesense entwickelten beide eine sogenannte Deception-Plattform, die Cyberangriffe frühzeitig erkennt, indem sie Angreifende mit gezielt platzierten digitalen Fallen aufdeckt und dadurch wichtige Informationen für Cyberdefense liefert. Dabei setzen sie bewusst auf europäische Infrastruktur und digitale Souveränität. Die Idee entstand im Studium an der FH Salzburg.

Hivesense mit „Deception Technology“

Konkret haben sich Entleitner und Moosmann im Studium Informationstechnik & System-Management an der FH Salzburg kennengelernt. Die Idee für das Startup entstand schließlich im Rahmen von Entleitners Abschlussarbeit. „Ich habe mich in meiner Masterarbeit intensiv mit sogenannten ‚Honeypots‘ beschäftigt, einem Teilbereich der Täuschungstechnologie. Dabei wurde mir klar, wie viel Potenzial in diesem Ansatz steckt“, erklärt er.

Die Founder pitchten ihre Idee beim FHStartup Center und wurden im Herbst 2025 in die Startup Factory des Netzwerks Startup Salzburg aufgenommen. Im März 2026 gründeten sie schlussendlich ihr Unternehmen.

Hivesense entwickelt – wie erwähnt – eine „Deception Technology“, eine – eigenen Angaben nach – noch wenig verbreitete Form der Cyberabwehr. Das Prinzip: Im Netzwerk eines Unternehmens werden gezielt „Stolperdrähte“ platziert. Angreifer, die sich im System bewegen, sollen dann darauf stoßen und erkannt werden, so der Claim.

„Wir bauen keine klassische Schutzmauer“, sagt Entleitner. „Wir legen bewusst falsche Spuren und warten, bis jemand darüber stolpert – vergleichbar mit einem Stolperdraht, an dem ein Glöckchen platziert wurde.“ Moosmann ergänzt: „Viele Sicherheitslösungen erkennen nur bekannte Bedrohungen. Wir gehen einen Schritt weiter: Wir erkennen Verhalten und interagieren direkt mit Angreifern.“ Dabei setzt Hivesense im Inneren des Netzwerks an, einem der, wie beide Gründer sagen, kritischsten Bereiche.

Erste Pilotkunden

Die Decoy-Plattform von Hivesense befindet sich im Einsatz bei ersten Pilotkunden. Das Team treibt den Markteintritt im DACH-Raum aktiv voran und sucht weiterhin nach Unternehmen, die die Plattform in ihrer Infrastruktur einsetzen und gemeinsam mit Hivesense weiterentwickeln möchten.

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