02.04.2025
TIROLER HEALTHTECH

Aus für Femble: Rebranding und Neuerung im Founder-Team

Das Tiroler HealthTech-Startup femble steht vor einem neuen Kapitel. Nach ihrem Pivot Ende letzten Jahres folgt nun ein Rebranding und eine Ergänzung im Founder-Team.
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Das Doc2Me-Founderteam: Thomas Schwarz, Lina Graf und Daniel Steiner (c) Doc2Me

Wer kennt es nicht? Man googelt seine Symptome und findet unzählige Diagnosen. Mittlerweile gibt es sogar „Ärzte-Influencer“ – eine Selbstbezeichnung, die nicht geschützt ist. Doch das Problem dabei: Fehlinformationen rund um Gesundheit und Medizin. Was sich als Gefahr für uninformierte User entpuppt, bietet Chancen für neue Geschäftsfelder. Femble nutzt das für sich: Das Tiroler Startup ermöglicht Ärzt:innen, zu vertrauenswürdigen Health-Influencer für ihre eigenen Patient:innen zu werden.

Ende 2024 hat sich das HealthTech strategisch neu ausgerichtet – brutkasten berichtete. Der Pivot brachte dem Founder-Duo Lina Graf und Daniel Steiner ein Investment von 350.000 Euro ein. Zudem konnte Raoul Scherwitzl, Co-Founder von Natural Cycles, als Angel-Investor gewonnen werden. Nun folgt das Rebranding: Aus Femble wird Doc2Me. Auch im Founder-Team gibt es Veränderungen.

Vermehrt Anfragen außerhalb der Frauengesundheit

Das Startup begann 2020 als reine Zyklus-App für Frauen. Nach dem Pivot positioniert es sich nun als digitale Gesundheitsplattform. Der Name „Femble“ stammt noch aus der Anfangszeit – deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Rebranding gekommen. Ab sofort firmiert das Tiroler Unternehmen unter dem Namen Doc2Me.

„Auch wenn Frauengesundheit unser Entry Markt bleibt, erhalten wir zunehmend Anfragen aus Bereichen außerhalb der Frauengesundheit. Mit dem Launch unserer neuen Plattform war ein Rebranding daher der logische nächste Schritt“, sagt Co-Founder Lina Graf. Der neue Name soll das zentrale Anliegen widerspiegeln: „verlässliche, digitale Gesundheitsinformation für alle“.

Auch im Team gibt es eine Veränderung: Thomas Schwarz wird im Zuge des Rebrandings offiziell als „Tech-Co-Founder“ ernannt und ergänzt damit das Gründerteam. Seit 2022 war er bereits als Tech-Lead bei Femble tätig.

Der neue Tech-Co-Founder Thomas Schwarz. © Screenshot/Linkedin

Femble-App mit 40.000 Nutzerinnen bleibt bestehen

Die ursprüngliche Femble-App mit rund 40.000 Nutzerinnen bleibt weiterhin bestehen, bestätigt das Startup. Der Fokus liegt nun jedoch auf der Weiterentwicklung und dem Ausbau von Doc2Me.

„Noch nie wurde so viel Gesundheitsinformation online gesucht – gleichzeitig sind viele Kliniken und Ärzt:innen digital kaum sichtbar. Stattdessen gewinnen Falschinformationen, Deepfakes und nicht verifizierte Medfluencer an Einfluss“, so Co-Founder Daniel Steiner. „Das verursacht nicht nur Mehraufwand in der Aufklärung fehlgeleiteter Patient:innen, sondern lässt auch ein riesiges Potenzial in der Patientenedukation ungenutzt.“

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© EY/Point of View - Die Sieger:innen des EY Entrepreneur Of The Year 2026.

Seit über 30 Jahren zeichnet EY in 60 Ländern ausgewählte Entrepreneur:innen für besondere Leistungen aus. Zu den Beurteilungskriterien der Fachjury zählen Wachstum, Zukunftspotenzial, Innovation, Mitarbeitendenführung und gesellschaftliche Verantwortung.

Entrepreneur Of The Year in vier Kategorien

„Beim diesjährigen EY Entrepreneur Of The Year 2026 wollen wir unter dem Motto ‚Shapers of the Future‘ jene Unternehmer:innen in Österreich auszeichnen, die mit Weitblick und Entschlossenheit Veränderungen anstoßen, die langfristigen Erfolg ermöglichen und gleichzeitig positive Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft setzen“, sagt Erich Lehner, Partner bei EY und Verantwortlicher für den Award in Österreich.

Der Unternehmerpreis wurde heuer von der Fachjury in vier Kategorien vergeben: „Innovation & Hightech“, „Handel & Konsumgüter“, „Dienstleistungen“ und „Social Entrepreneur“. Darüber hinaus wurde Johannes Ferner, Gründer von fiskaly und Sieger des EY Scale-up Award 2026, in der Kategorie „Start-ups“ ausgezeichnet.

Fiskaly entwickelt cloudbasierte Lösungen für die steuerliche Compliance von Transaktionen in Europa: Fiskalisierung, E-Invoicing, Archivierung und digitale Belege. Das 2019 in Wien gegründete FinTech unterstützt Unternehmen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Johannes Ferner verfolgt seit der Gründung die Vision, „Fiskalisierung und steuerliche Compliance in Europa einfacher, effizienter und zukunftssicher“ zu gestalten.

Bogianzidis gewinnt Social Entrepreneur

Mit öKlo-Gründer Niko Bogianzidis wurde eine weitere Persönlichkeit aus der Startup-Szene ausgezeichnet. Der Founder erhielt die Auszeichnung als „Social Entrepreneur“ des Jahres. Sein Startup entwickelt nachhaltige Sanitärlösungen und verfolgt das Ziel, Kreislaufwirtschaft im Sanitärbereich voranzutreiben.

Volker Fuchs von Test-Fuchs indes wurde in der Kategorie „Innovation & Hightech“ prämiert. Das Familienunternehmen hat sich seit seiner Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg von einem regionalen Betrieb zu einem global agierenden Technologieunternehmen entwickelt und baut hochspezialisierte Testsysteme und technische Lösungen für internationale Industriekunden, insbesondere in der Luftfahrtbranche. Dabei werden Mechanik, Elektronik und Software unter einem Dach entwickelt und gefertigt. Fuchs wurde zudem ausgewählt, Österreich beim EY World Entrepreneur Of The Year Award im Juni 2027 zu vertreten.

Industrieanlagenbauer und Bäckerhandwerk

Die Kategorie „Dienstleistungen“ ging an Roman Zauner und Andreas Beck von der Zaunergroup, einem oberösterreichischen Industrieanlagen- und Rohrleitungsbauer, der auf die großen Industrien der Zukunft setzt. Zu den Meilensteinen zählen der Einstieg ins Data-Center-Geschäft, die Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner und internationale Großprojekte, darunter Vorhaben für Google in Norwegen und Österreich.

In der Kategorie „Handel & Konsumgüter“ überzeugte Martin Auer, der mit seinem gleichnamigen Unternehmen traditionelles Bäckerhandwerk mit Gastronomie, Markenerlebnis und hohem Qualitätsanspruch verbindet. Wachstumsimpulse setzt er mit der Expansion nach New York und dem Ausbau des Gastronomie- und Kaffeegeschäfts.

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