27.11.2019

Audi: 30 E-Auto-Modelle bis 2025 – 9500 Stellen werden dafür abgebaut

In den kommenden Jahren will der deutsche Premium-Autobauer Audi die Transition zum E-Auto-Hersteller stemmen. Dazu sollen durch den Abbau von 9500 Stellen sechs Milliarden Euro hereinkommen. Dafür sollen 2000 neue Jobs im E-Auto-Segment entstehen.
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Eines der aktuellen E-Concept Cars von Audi auf der Branchenmesse IAA
(c) Adobe Stock - CDPiC: Eines der aktuellen E-Concept Cars von Audi auf der Branchenmesse IAA

In den kommenden zwei Jahren will der deutsche Premium-Autobauer Audi fünf vollelektrische Automodelle und weitere sieben Plugin-Hybrid-Modelle auf den Markt bringen. Bis 2025 sollen insgesamt 30 E-Auto-Typen des Anbieters erwerblich sein. Damit ist klar: Die drittgrößte Premium-Automarke der Welt (nach den deutschen Konkurrenten BMW und Mercedes) wird, wie auch schon von Konzern-Mutter VW angekündigt, zum E-Auto-Hersteller.

+++ Elektroauto vs. Wasserstoffauto: Ein Vergleich +++

9500 Audi-Stellen werden gestrichen, 2000 kommen dazu

Und der massive technologische Umstieg hat seinen Preis – nicht nur finanziell. Wie Audi nun ankündigte, will man bis 2025 ganze 9500 Stellen in Deutschland streichen – das sind rund 15 Prozent der aktuellen Belegschaft. Dadurch erhofft man sich Mehreinnahmen von sechs Milliarden Euro, die in das E-Auto-Segment fließen sollen. In diesem will man wiederum 2000 neue Stellen schaffen. Eine Kündigungswelle wird es aber nicht geben – man hat sich mit dem Betriebsrat auf einen Deal geeinigt, der auch diesen zufriedenstellt. Demnach läuft der Abbau primär über (frühzeitige) Pensionierungen und andere Formen des „natürlichen Abgangs“. Für die Stammbelegschaft hingegen gibt es eine Job-Garantie bis 2029.

Unter-ausgelastete Werke und Druck von Tesla

Nicht zuletzt wegen des Diesel-Skandals ist Audi, wie auch andere Auto-Bauer, seit 2015 in Bedrängnis. Hinzu kommen die allgemeine Schwäche der Auto-Branche, die Handelskonflikte der USA und der Brexit als Einflussfaktoren. Die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm waren aufgrund gesunkener Nachfrage zuletzt deutlich unter-ausgelastet. Dass es 2019 in der Autobranche auch anders geht und steigende Absatzzahlen möglich sind, zeigt freilich einmal mehr Elon Musk. Auch wenn die Verkaufszahlen von Tesla im Gesamtvergleich mit den großen Autobauern noch immer winzig sind, gelingt es dem US-Unternehmen, die ganze Branche (vor allem medial) unter Druck zu setzen.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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