24.11.2021

ATTA: Grazer Startup will mit dezentraler Remote-Pilzzucht skalieren

Den Start macht ATTA mit einer Anlage zur Zucht von Igelstachelbartpilzen. Schon bald sollen Anlagen in anderen Städten folgen, die den Bedarf lokal decken.
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ATTA-Team
Das ATTA-Team | ATTA

Dezentrale Produktion statt langer Transportwege – dieses Prinzip will das erst vor wenigen Tagen formell gegründete Startup ATTA im Lebensmittelbereich anwenden. Konkret hat das Team, das im Rahmen der universitären Grazer Startup-Initiative Gründungsgarage zusammengekommen ist, eine Pilzzuchtanlage entwickelt. In der ersten ihrer Art im steirischen Eibiswald werden bald auf 80 Quadratmeter monatlich rund 2500 Kilogramm Igelstachelbartpilze, auch als Lion’s Mane-Pilz bezeichnet, gezüchtet. Diese haben bei deutlich geringerem CO2-Ausstoß und Ressourcenverbrauch mehrere Fleisch-ähnliche Eigenschaften.

ATTA-Standorte in Wien und Graz gesucht

Bald sollen aber weitere Anlagen in Großstädten folgen, die dort direkt den Bedarf abdecken und den Transport mit dem LKW überflüssig machen sollen. Die Anlagen können in ungenutzten Kellern oder Dachböden installiert und dann von ATTA remote überwacht werden. Das Startup will diese nicht nur selbst betreiben, sondern mittelfristig auch verkaufen. Derzeit sei man auf der Suche nach Standorten in Graz und Wien, heißt es von den Gründern Sebastian Modl, Andreas Haigl, Mario Grintschler und Christoph Kovacic in einer Aussendung.

Igelstachelbartpilz soll „Open-Source-Pilz“ werden

Geschmacklich erinnere der Igelstachelbartpilz an Kalbfleisch oder Huhn, in der Konsistenz an Meeresfrüchte. Zukünftig wolle man möglichst viele Ideen zur Verarbeitung offen zur Verfügung stellen und den Lion’s Mane-Pilz „zum Open-Source-Pilz machen“. Die Zubereitungsmöglichkeiten seien nahezu unendlich. Man arbeite bereits mit einem Fleischhauer zusammen, der Leberkäse als Fleisch-Pilz-Kombination produziert. In den kommenden Monaten wolle man die Pilzpalette um den Shiitake- und den Reishi-Pilz erweitern.

Der Igelstachelbartpilz | (c) ATTA
Der Igelstachelbartpilz | (c) ATTA

ATTA ist nicht das erste heimische Pilzzucht-Startup. Bereits seit 2015 züchtet Hut & Stiel aus Wien Austernpilze auf Kaffeesatz und stellt verschiedene Produkte daraus her. 2017 gelang damit der Sieg beim Wettbewerb Greenstart. Derzeit läuft übrigens eine Crowdfunding-Kampagne für eine eigene Photovoltaik-Anlage.

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Tamburi-Geschäftsführer Paul Brandstätter (r.) und Dominic Allram. © Beatriz Hasler

Das 2019 in Wien gegründete Unternehmen Tamburi betreibt ein zustellerneutrales Paketkastennetz. Nun hat das Startup einen weiteren Schritt beim Ausbau seiner Infrastruktur gesetzt: In der Antonie-Lehr-Straße im Bezirk Wien-Floridsdorf wurde die tausendste Anlage in Österreich in Betrieb genommen.

300 Stationen in einem Jahr

Noch im vergangenen Jahr hielt das Unternehmen bei rund 700 Standorten, wie brutkasten berichtete. Innerhalb von einem Jahr kamen somit 300 neue Anlagen hinzu. Tamburi möchte sich mit diesen autarken Stationen als Alternative zu den geschlossenen Systemen etablierter Logistikkonzerne positionieren.

Die Anlagen finden sich in Wohnanlagen, bei Unternehmen sowie an Verkehrsknotenpunkten. Durch eine Kooperation mit den ÖBB stehen die Schließfächer zudem an den österreichischen Landeshauptstadtbahnhöfen zur Gepäckaufbewahrung bereit. Die modularen Schließfächer benötigen laut Unternehmen weder Fundament noch Stromanschluss und lassen sich dadurch flexibel aufstellen.

Nächste Wachstumsphase

Für die Zukunft plant die Geschäftsführung, das Netz gemeinsam mit Wohnbaugesellschaften, Gemeinden und Immobilieneigentümer:innen weiter zu verdichten. Gebündelte Zustellungen sollen dabei helfen, den Verkehr auf der sogenannten letzten Meile zu reduzieren.

Paul Brandstätter, Geschäftsführer der Tamburi Holding GmbH, skizziert die langfristige Ausrichtung der Firma: „Unser Anspruch ist es, eine Infrastruktur aufzubauen, die so selbstverständlich verfügbar wird wie der klassische Briefkasten.“ Der aktuelle Meilenstein von 1.000 Stationen sei dabei laut Brandstätter lediglich „der Ausgangspunkt für die nächste Wachstumsphase“.

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