03.10.2025
TECHNOLOGIE

Asfinag setzt bei Unfallabwicklung auf Drohnen

Die Asfinag setzt in der Verkehrssicherheit nun auf Drohnen. Wie der Einsatz im Alltag gelingt.
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Symbolbild | Foto: Envato

Die Asfinag setzt künftig auf Drohnen – vor allem in Ballungsräumen. Konkret sollen die Traffic Manager, die rund um Wien, Linz, Salzburg und Graz bei Ereignissen auf der Strecke rasch präsent sind und dort Absicherungen oder Pannenhilfe vornehmen, von Drohnen unterstützt werden.

Asfinag prüfte Einsatz bereits in Oberösterreich

Eine entsprechende Simulation eines schweren Unfalls mit Verletzten fand aktuell gemeinsam mit der Polizei auf dem Verkehrskontrollplatz Kematen auf der A8 Innkreis Autobahn in Oberösterreich statt. Auch in den Asfinag-Autobahnmeistereien ist die Verwendung von Drohnen auf dem Vormarsch, heißt es per Aussendung.

„Unser Drohnenprojekt steht ganz im Zeichen der Verkehrssicherheit. Wir erkennen sofort die exakte Ausdehnung der Unfallstelle, wie viele Fahrstreifen blockiert sind, wo Fahrzeuge zum Stillstand gekommen sind und wie weit der Rückstau bereits reicht“, sagt Heimo Maier-Farkas, Geschäftsführer der Asfinag Service GmbH. Diese Informationen sollen unmittelbar in die Entscheidungen einfließen, etwa welche Absicherungsmaßnahmen akut zu setzen sind, und ob in Abstimmung mit der Polizei eine Umleitung oder Totalsperre notwendig ist.

Drohnenpiloten für Einsatz ausgebildet

In den Reihen der Traffic Manager wurden zuletzt zahlreiche Drohnenpiloten ausgebildet, wie die Asfinag vermeldet. Bei einem schweren Ereignis steuern diese nach Erledigung der Erstmaßnahmen eine kleine, 250 Gramm leichte Drohne in höchstens 20 Meter Höhe über oder abseits der Autobahn. Die Drohnen sollen Lenker:innen dabei nicht ablenken, wie die Asfinag weiter bestätigt.

„Mittels Sensorik kann die Drohne den Mitarbeitenden automatisch folgen. Der Vorgang ist gesetzlich gedeckt, das gefilmte Material wird nur intern verwendet und unterliegt dem Datenschutz“, versichert die Asfinag.

Suche nach Mensch, Tier und Hindernissen

Auch bei der Koordination von Einsatzorganisationen wie Polizei, Feuerwehr und Rettung soll eine gemeinsame Lageübersicht dank der Luftaufnahmen möglich sein. Außerdem sollen die eingesetzten Drohnen, dabei helfen, Gefahrenquellen zu erkennen, die vom Boden aus schwer sichtbar sind. Darunter: ausgelaufene Flüssigkeiten, verlorenes Ladegut, beschädigte Infrastruktur. Die Drohnen sollen überdies der Suche nach Menschen und Tieren sowie zu Dokumentationszwecken dienen.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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