21.03.2023

ARD und ZDF wollen Netflix überholen

Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ARD hat seine Streaming-Pläne vorgelegt. Bis Ende des Jahrzehnts will man - gemeinsam mit dem ZDF - der relevanteste Streaming-Anbieter in Deutschland werden.
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ARD, ZDF, Streaming, Netflix
(c) Stock.Adobe/nmann77/cineberg/Koray - ARD-Chef Gniffke hat ambitionierte Pläne.

Der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke sagte auf der Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing, dass der Sender „in den kommenden Jahren mehrere hundert Millionen Euro in die Entwicklung von Technologie investieren,“ möchte. Das Ziel sei es, bis 2030 zum relevantesten Streaming-Anbieter in Deutschland zu werden. Gelingen soll das mit dem Aufbau einer gemeinsamen Plattform mit dem ZDF.

ARD plant Streaming-Nukleus

„In meiner Vision wird die ARD ein Medienverbund, der journalistische Qualitätsinhalte mit erstklassiger Technologie verbindet“, so Gniffke in Tutzing, der weiters und zu noch größeren Plänen auf der Plattform Golem wie folgt zitiert wird: „Das könne dann der Nukleus sein für etwas noch viel Größeres. Ein Marktplatz für alle deutschen Medien. Dabei geht es darum, eine Medieninfrastruktur zu schaffen, die die Chance hat, die Macht der Social Networks und der großen Plattformbetreiber zu brechen. Das wird enorm viel Geld kosten.“

Die nächsten konkreten Schritte hin zum gemeinsamen Streaming-Netzwerk seien übergreifende Empfehlungen bei Dokumentationen und Kultur, die zeitnah starten werden, teilte das ZDF mit. Weiters geplant seien ein einziger Login und eine gemeinsame Suchfunktion in beiden Mediatheken.

„Lineares Fernsehen wird es noch lange geben“

„Vor mehr als fünfzehn Jahren habe ich damals, noch als Chef der #tagesschau, behauptet, dass absehbar niemand mehr lineares Fernsehen schauen wird“, schrieb Gniffke vor kurzem auf LinkedIn zu diesem Thema. „Heute weiß ich: das (sic) lineare Fernsehen wird es noch lange geben, aber die Mediennutzung hat sich trotzdem komplett verändert. Und wir, die #ARD verändern uns mit. Das ist unsere Pflicht, unsere große Chance und ehrlich gesagt nicht ganz einfach.“

Und weiter: „Neun eigenständige Medienhäuser der ARD, die Programm auf verschiedensten Kanälen für verschiedenste Zielgruppen machen – die ARD ist durchaus ein komplexes Konstrukt, und wir müssen viele Prozesse an vielen unterschiedlichen Stellen anstoßen. Das ist eine Reformagenda und ein Paradigmenwechsel, wie wir ihn gerade vollziehen, ein großes Abenteuer. Und doch ist die ARD auf dem Weg der Veränderung. Ich wünsche mir, dass alle beteiligten Institutionen im Mediensektor unser Tempo mitgehen.“

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HealthBlokk-Gründerin: „Iran-Krieg stoppte Produktentwicklung“

Die Gründerin des Dornbirner Startups HealthBlokk, Shideh Heravi, musste die Produktentwicklung ihres Unternehmens zeitweise unterbrechen, nachdem der Krieg im Iran den Kontakt zu Familienmitgliedern sowie Teilen des Entwicklerteams abrupt abreißen ließ. Parallel dazu befand sich das Startup mitten in einer Finanzierungsrunde und sah sich gezwungen, die Prioritäten kurzfristig neu zu ordnen.
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Healthblokk
© Peter Crane - Shideh Heravi von HealthBlokk.

Für die Gründerin des Vorarlberger Startups HealthBlokk, Shideh Heravi, waren die vergangenen Monate von Unsicherheit geprägt. Der Krieg im Iran führte dazu, dass der Kontakt zu Familienmitgliedern und Teilen ihres Teams von einem Tag auf den anderen abriss. Gleichzeitig stand das Startup mitten in einer Finanzierungsrunde.

HealthBlokk-Founderin: „Ankerpunkte weg“

„Von einem Tag auf den anderen hatten wir keinen Kontakt mehr zu meiner Familie und auch nicht zu Teilen unseres Teams. Plötzlich waren zwei wichtige Ankerpunkte gleichzeitig weg“, erzählt Heravi im Gespräch mit brutkasten. „Ich habe mich gefragt: Warten wir ab? Machen wir weiter? Schließen wir vielleicht sogar?“

Trotz der schwierigen Situation entschied sich das Startup weiterzumachen. Die geopolitische Situation wirkte sich jedoch direkt auf das Unternehmen aus.

„Wir haben die Produktentwicklung für etwa zwei Monate gestoppt. In dieser Zeit lag unser Fokus auf Strategie, Partnerschaften und darauf, die Situation überhaupt zu bewältigen“, sagt Heravi.

Finanzierungsrunde im Gespräch

Mittlerweile sei der Kontakt zum Entwicklerteam (und zur Familie) wieder hergestellt. Ein Entwickler, der sich derzeit noch im Iran befindet, soll nach erfolgreichem Abschluss einer Finanzierungsrunde (zeitnah geplant) nach Österreich geholt werden.

Das Startup arbeitet an einer App, die Nutzer:innen dabei unterstützt, passende Lebensmittel und Gerichte entsprechend ihrer individuellen Unverträglichkeiten und Ernährungsbedürfnisse zu finden – brutkasten berichtete.

„Wir wollen eine intelligentere Discovery-App schaffen, die viel genauer beantworten kann, was jemand essen kann und was nicht“, erklärt Heravi. „Künftig soll ein KI-Agent jede Nutzerin und jeden Nutzer besser kennenlernen und Empfehlungen immer stärker personalisieren.“

In mehreren Sprachen

Besonders auf Reisen soll die Anwendung künftig mehr Unterstützung bieten. Geplant sind unter anderem lokale Sprachfunktionen, die es User:innen ermöglichen sollen, auch im Ausland einfacher passende Speisen zu finden.

„Wenn ich beispielsweise in Portugal bin, möchte ich in der jeweiligen Landessprache sofort verstehen können, was ich essen kann und worauf ich achten muss“, so Heravi.

Team wächst

Aktuell besteht das Team aus sechs Personen. Vier arbeiten Vollzeit für das Startup, zwei weitere unterstützen neben ihren Hauptberufen. Besonders stolz ist Heravi auf die Zusammenarbeit mit jungen Talenten.

© zVg – Shideh Heravi mit Teodora Markovic.

„Ich kann anderen Gründerinnen und Gründern nur empfehlen, schon sehr früh mit Studierenden und jungen Talenten zusammenzuarbeiten“, sagt sie. „Sie bringen neue Perspektiven mit und können langfristig zu den loyalsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.“

Für HealthBlokk steht nun zunächst der erwähnte Abschluss der Finanzierungsrunde im Fokus. Weitere Closings sind geplant, wobei sich die Gründerin mehr Frauen als Partnerinnen wünscht, wie sie sagt. Parallel dazu soll die Produktentwicklung wieder beschleunigt werden. Das langfristige Ziel bleibt unverändert: Menschen mit Unverträglichkeiten und speziellen Ernährungsbedürfnissen mithilfe von KI einfacher durch ihren Alltag zu begleiten.

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