15.09.2020

Die neuen Apple-Gadgets kommen – muss das sein?

Apple wird bei der heutigen Keynote neue Gadgets präsentieren. Kritik daran gibt es vom Startup refurbed.
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Peter Windischhofer, CEO refurbed, findet klare Worte zur Apple-Keynote.
Peter Windischhofer, CEO refurbed, findet klare Worte zur Apple-Keynote.

Apple wird heute im Rahmen einer Keynote neue Produkte aus dem Ärmel zahlen: die Rede ist von einem neuen iPad und einer neuen Apple Watch, auf ein neues iPhone sollen die Fanboys und -girls dem Vernehmen nach noch warten müssen. Auch diesmal wird die Präsentation der neuen Apple-Gadgets wieder live im Internet übertragen.

Apple Keynote im Livestream auf YouTube

Die einfachste Möglichkeit zum Verfolgen der Keynote ist dabei der nachfolgende Stream via YouTube, für den man sich eine entsprechende Erinnerung einrichten kann. Auch auf diversen Apple-Geräten wird die Keynote übertragen. Start ist um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

Kritik von refurbed-CEO

Doch nicht alle Menschen teilen die Euphorie der Apple-Jünger. Zu den Kritikern gehört etwa refurbed-CEO Peter Windischhofer. „Jedes Jahr wiederholt sich das gleiche Spiel: Apple versucht den Konsumenten einzureden, dass es Zeit ist für das neueste Handy oder Tablet. Schneller, besser, mit noch mehr Kameras. Dieses iPhone ist das beste, das wir je gebaut haben, sagt dann Tim Cook. Und nächstes Jahr wiederholt sich das Ganze wieder,“ schreibt er in einem Statement: „Wo soll das hinführen?“

Unter anderem kritisiert Windischhofer den ökologischen Aspekt: „Ein neues Smartphone verbraucht im Schnitt 13.000 Liter Wasser und produziert 76 Kilogramm CO2. Verträgt das der Planet, wollen wir das wirklich herausfinden? Unser Planet wird es nicht vertragen,“ schreibt er weiter.

Apple reagiere auf derartige Fakten, indem ein Nachhaltigkeitsbericht verfasst wird, mit dem die Kunden ihr Gewissen beruhigen können. „Wir brauchen keine neuen und besseren iPhones mit noch mehr Kameras. Wir brauchen Handys, die länger leben und einfacher reparierbar sind,“ schriebt der refurbed-CEO.

16 Kilo Elektroschrott pro Person

Wer sich nur auf das Wohl der Aktionäre und auf stark steigende Aktienkurse verliere, der laufe Gefahr, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren, heißt es von Windischhofer – nämlich die Umwelt und ihre noch verbleibenden Ressourcen.

„Immer schneller Neues und Besseres kann nicht auf Dauer gut gehen. Jede Europäerin, jeder Europäer hat im Vorjahr mehr als 16 Kilogramm Elektroschrott verursacht“, nennt er als weitere Fakten: „Die Produktion eines Smartphones verbraucht im Schnitt 13.000 Liter Wasser und produziert 76 Kilo CO2. Allein in Deutschland liegen rund 200 Millionen alte Smartphones in den Schubladen. Die sind natürlich nicht alle hip und schick oder haben 6 Kameras – aber sie funktionieren und die meisten lassen sich problemlos wieder refurbishen. Jedes erneuerte Handy spart 70 Prozent CO2-Ausstoß. In diese Richtung sollte es gehen.“

Refurbed und die Kreislaufwirtschaft

Der Gründer des Refurbishing-Unternehmens spricht sich hingegen für eine „verantwortungsvolle Kreiskaufwirtschaft“ aus, an der alle partizipieren: Unternehmen, Kundinnen und Kunden und politische Entscheidungsträger sollen gleichermaßen daran partizipieren. Windischhofer: „Wenn eine Säule wegbricht, hat die Umwelt das Nachsehen. iPhones, iPads oder Apple Watches müssen nicht nach einem Jahr in die Schublade oder in den Müll wandern. Diese Geräte verdienen ein zweites Leben und können erneuert wieder in den Kreislauf eingebunden und weiterverwendet werden.“

Politischer Rahmen für Elektroschrott

Die Menge an Elektroschrott sei hingegen in den vergangenen fünf Jahren um ein Viertel angewachsen – auf jährlich knapp 54 Millionen Tonnen weltweit.

„Jeder sollte mithelfen, um diesen Berg zu verkleinern, und dafür braucht es politische Rahmenbedingungen. Zum Beispiel weniger Umsatzsteuer auf erneuerte Geräte“, schreibt der refurbed-Gründer: „Zudem sollten Hersteller bereits verwendete Geräte am Ende ihres Produktlebenszyklus zurücknehmen und sicherstellen, dass wertvolle Rohstoffe recycelt und wieder in den Produktionskreislauf integriert werden. Für einen ernst zu nehmenden und nachhaltigen Richtungswechsel braucht es auch Anreize – ähnlich wie die staatliche Förderung bei der E-Mobilität.“

In die richtige Richtung gehe dabei auch der Aktionsplan der EU für ein Recht auf Reparatur, schreibt Windischhofer: „Wir brauchen einheitliche und internationale Standards. Denn eines zeigt die Erfahrung: Wenn es irgendwo eine Lücke gibt, dann wird diese ausgenutzt. Und ganz ehrlich: Haben Sie nicht auch die Nase voll von Smartphones, die pünktlich mit Ablauf der Garantie den Geist aufgeben oder auf unerklärliche Weise plötzlich keine Akkukapazität mehr haben? Wenn elektronische Geräte einfacher und besser reparierbar wären, dann könnte ihre Lebensdauer um Jahre verlängert werden.“

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Erst im August dieses Jahres wurde die Early-Stage-Investment-Firma „Traxit“ vom ehemaligen Tractive-Führungsteam gegründet (brutkasten berichtete). Nun investiert das 19-köpfige Team rund um Wolfgang Reisinger und Michael Hurnaus in 7hauben, einem oberösterreichischen Kochkurs-Startup. Die Finanzierungsrunde liege im mittleren sechsstelligen Bereich.

„Hochwertige Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell“

„7hauben hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass sich hochwertige digitale Inhalte und ein skalierbares Abo-Geschäftsmodell erfolgreich verbinden lassen. Das starke Wachstum, die konsequente Weiterentwicklung des Produkts und die klare internationale Perspektive haben uns überzeugt. Wir freuen uns, das Team bei der nächsten Wachstumsphase zu begleiten“, sagt Michael Hurnaus, Mitgründer von Tractive und Investor bei Traxit.

Übernahme von Vegan Masterclass

Parallel zu der Investition übernimmt 7hauben die deutsche Vegan Masterclass, eine digitale Kochschule für pflanzenbasierte Küche, sowie das Weiterbildungsangebot der vefa Fernschule für pflanzliche Kulinarik. Mit der Akquisition wachse das Kursangebot auf mehr als 150 Online-Kochkurse.

„Mit Vegan Masterclass übernehmen wir eine starke Marke mit herausragenden Inhalten und einer Community, die für hochwertige pflanzliche Küche begeistert ist. Wir sehen enormes Potenzial, die Plattform mit unserer Erfahrung in Marketing, Technologie und Kursproduktion weiterzuentwickeln“, sagt Johannes Sailer, Geschäftsführer von 7hauben.

Die Zusammenarbeit mit Vegan-Masterclass-Gründer Sebastian Copien werde fortgesetzt und das deutsche Unternehmen als eigenständige Marke weitergeführt. 7hauben plant, das Angebot durch zusätzliche Kursproduktionen, gezieltes Marketing und technologische Weiterentwicklungen auszubauen. Dabei sollen insbesondere Synergien bei der Videoproduktion, Vermarktung und Plattformtechnologie genutzt werden.

Wachstum um „knapp 40 Prozent“

Der Umsatz von 7hauben liege „um knapp 40 Prozent“ über jenem des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Bis Jahresende peile man mehr als drei Millionen Euro wiederkehrenden Jahresumsatz (ARR) an. Insgesamt sollen bisher mehr als 100.000 zahlende Kund:innen das Angebot von 7hauben genutzt haben. Besonders stark entwickle sich die Neukundengewinnung mit einem Plus von nahezu 70 Prozent. In Zukunft möchte man zunehmend internationaler werden.

„Unser Ziel ist es, hochwertiges Kochwissen weltweit zugänglich zu machen. Wir wollen sowohl durch strategische Übernahmen als auch durch die internationale Expansion die nächsten Wachstumsschritte setzen“, erklärt Sailer.

 

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AI Summaries

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  • Kritik von refurbed-CEO: Nicht alle Menschen teilen die Euphorie der Apple-Jünger.
  • Jede Europäerin, jeder Europäer hat im Vorjahr mehr als 16 Kilogramm Elektroschrott verursacht“, nennt er als Fakten: „Die Produktion eines Smartphones verbraucht im Schnitt 13.000 Liter Wasser und produziert 76 Kilo CO2.
  • Allein in Deutschland liegen rund 200 Millionen alte Smartphones in den Schubladen.

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