18.03.2020

Umstrittene App Lernsieg vermittelt gratis Nachhilfe in der Coronakrise

Die Lehrer-Bewertungs-App hat zuletzt immer wieder für Kontroversen gesorgt. In Zeiten des Coronavirus wird darüber nun kostenlose Nachhilfe vermittelt. Als freiwilliger Lehrer hat sich unter anderem Matthias Strolz gemeldet.
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Lernsieg-Gründer Benjamin Hadrigan
(c) der brutkasten / Haris Dervisevic: Lernsieg-Gründer Benjamin Hadrigan

Die Lehrer-Bewertungs-App Lernsieg von Benjamin Hadrigan hat bereits turbulente Zeiten hinter sich: Im November war die App nach wenigen Tagen wieder offline genommen worden, nachdem der Gründer mit Hassnachrichten überschüttet worden war. Inzwischen ist die App wieder online, erfreut sich starker Beliebtheit – und hilft nun auch dabei, in Zeiten des Coronavirus gratis Nachhilfe zu vermitteln.

Nachhilfeunterricht mit Matthias Strolz

Nachhilfe mit Lernsieg
Die Lernsieg-App auf Android. (c) Lernsieg

Das kostenlose Online-Lernen ist möglich durch die Hilfe von Lehrern oder anderen Erwachsenen wie etwa Senioren, die jetzt ebenfalls daheim sind und viel ungenützte Zeit haben. Auch Prominente sollen sich daran beteiligen, heißt es in einer Presseaussendung – darunter der ehemalige NEOS-Chef Mathias Strolz, der andere Prominente zum Mitmachen aufruft.

Die Initiative ist mit der „Lernsieg“-App ab sofort über alle Android-Geräte und spätestens ab 19. März auch über alle iOS-Geräte verfügbar. „Auf diese Weise können zum Beispiel Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund jetzt ihre Deutschkenntnisse aufbessern, um bei ihrer Rückkehr in die Schule mehr Chancengleichheit vorzufinden“, betont Lernsieg-Gründer Benjamin Hadrigan. Viele von ihnen würden derzeit wegen mangelnder Deutsch-Praxis „unter ihrem Wert geschlagen“. Doch auch in allen anderen Fächern, für die sich Lehrer und andere Erwachsene mit passenden Kenntnissen finden, vermittelt die App.

So funktioniert die gratis Nachhilfe über die Lernsieg-App

Erwachsene, die unterrichten wollen, und Schüler, die Unterricht haben wollen, nennen auf der App die Fächer und die Altersgruppe, um die es geht. Das Lernsieg-Team ordnet dann jeweils einem Schüler einen Lehrer für den kostenlosen Online-Unterricht zu.

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Vorgesorgt ist auch für jene, die keine Digital Natives sind: Erwachsene und Schüler, die sich nicht auf den Umgang mit Apps verstehen, können sich auch einfach via E-Mail bei [email protected] beziehungsweise bei [email protected] melden und dort Altersgruppe und Fächer nennen.

Nutzen durch gratis Nachhilfe für Erwachsene und Schüler

„Für Erwachsene kann es eine erfüllende Aufgabe sein, gerade in solchen Zeiten Schülerinnen und Schülern zu helfen. Die Schülerinnen und Schüler können in einer neuen Lernumgebung, die vielleicht Spaß macht, Schwächen ausgleichen und aufholen. Wir hoffen, dass sich viele Erwachsene melden, die mit dieser Initiative der Coronakrise positive Seiten abgewinnen wollen,“ sagt Hadrigan, der auch ein Buch über Lernen mit Social Media geschrieben hat.

Bundesschulsprecherin Jennifer Uzodike betont indes den Nutzen für die Schülerinnen und Schüler in Zeiten des Coronavirus: „Gerade wir Schülerinnen und Schüler befinden uns in einer ungewohnten Situation, die es gilt, bestmöglich zu bewältigen. Eine Plattform, die uns hilft, uns jetzt trotzdem weiterzubilden und unseren schulischen Alltag bestmöglich zu bewältigen, ist unabdingbar. Aus diesem Grund unterstützen wir, die Bundesschülervertretung, die Initiative und sehen sie als wichtigen und positiven Schritt an.“

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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again

Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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Umstrittene App Lernsieg vermittelt gratis Nachhilfe in der Coronakrise

  • Die Lehrer-Bewertungs-App Lernsieg von Benjamin Hadrigan hat bereits turbulente Zeiten hinter sich: Im November war die App nach wenigen Tagen wieder offline genommen worden, nachdem der Gründer mit Hassnachrichten überschüttet worden war.
  • Inzwischen ist die App wieder online, erfreut sich starker Beliebtheit – und hilft nun auch dabei, in Zeiten des Coronavirus Nachhilfe zu vermitteln.
  • Das kostenlose Online-Lernen ist möglich durch die Hilfe von Lehrern oder anderen Erwachsenen wie etwa Senioren, die jetzt ebenfalls daheim sind und viel ungenützte Zeit haben.
  • Auch Prominente sollen sich daran beteiligen, heißt es in einer Presseaussendung – darunter der ehemalige NEOS-Chef Mathias Strolz, der andere Prominente zum Mitmachen aufruft.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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  • Die Lehrer-Bewertungs-App Lernsieg von Benjamin Hadrigan hat bereits turbulente Zeiten hinter sich: Im November war die App nach wenigen Tagen wieder offline genommen worden, nachdem der Gründer mit Hassnachrichten überschüttet worden war.
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

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  • Die Lehrer-Bewertungs-App Lernsieg von Benjamin Hadrigan hat bereits turbulente Zeiten hinter sich: Im November war die App nach wenigen Tagen wieder offline genommen worden, nachdem der Gründer mit Hassnachrichten überschüttet worden war.
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