11.12.2025
HEALTH

APOScout: App aus Wien zeigt verfügbare Medikamente in Apotheken in Echtzeit

Die Wiener App APOScout möchte die Suche bei Medikamenten-Lieferengpässen und Notfällen in ganz Österreich erleichtern. Nahezu die Hälfte der Apotheken nutzen eigenen Angaben nach die Lösung bereits.
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APOScout
© Kwizda APOScout GmbH.

Die Suche nach dringend benötigten Medikamenten kann zeitaufwendig und nervenaufreibend sein. Oft sind zahlreiche Telefonate oder Besuche in mehreren Apotheken nötig, um das verschriebene Medikament zu finden – besonders in Notfällen, bei akuten Erkrankungen oder in Zeiten von Medikamenten-Lieferengpässen kann das schnell zur Belastung für Betroffene werden. Hier kommt APOScout ins Spiel.

APOScout: Verfügbarkeit in Echtzeit

Die kostenlose Handy-App zeigt die Verfügbarkeit von Medikamenten nahezu in Echtzeit in über 600 Apotheken an. Zudem ermöglicht sie auch die Reservierung von Medikamenten und Apothekenprodukten. Die Daten der teilnehmenden Apotheken werden dafür alle 20 Minuten aktualisiert.

„Das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern kann in kritischen Situationen entscheidend sein – besonders nachts auf der Suche nach diensthabenden Apotheken“, sagt Birgit Weber, Geschäftsführerin der Kwizda ApoApp GmbH. Zusätzlich bietet APOScout einen integrierten Apothekenfinder, einen Nacht- und Bereitschaftsdienstkalender sowie eine Navigation zur nächsten geöffneten Apotheke.

Reservierung möglich

Die Suche nach Medikamenten funktioniert in der App über Textfeld, Spracheingabe oder Barcodescanner. Bei Dauermedikation können Medikamente und die Stammapotheke als Favoriten gespeichert werden, um die Verfügbarkeit rasch abzurufen.

Seit dem Frühjahr 2025 bietet APOScout auch eine Reservierungsfunktion direkt über die App. Registrierte Nutzer:innen senden mit wenigen Klicks eine Reservierungsanfrage an teilnehmende Apotheken. Bestätigt die Apotheke die Anfrage, wird das Medikament reserviert und kann später dort abgeholt werden. Dieser Service umfasst sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Medikamente und zusätzlich weitere Artikel aus dem Sortiment der Apotheke.

„APOScout wird mittlerweile von Apotheken in ganz Österreich genutzt – von Ost bis West. Die Zahl der angebundenen Apotheken wächst kontinuierlich. In Wien und dem Burgenland sind es sogar mehr als die Hälfte aller Apotheken. Spitzenreiter ist St. Pölten: Dort nehmen über 80 Prozent der Apotheken an APOScout teil“, erklärt Weber.

APOScout möchte Apotheken entlasten

Insgesamt gibt es in Österreich 1.445 öffentliche Apotheken, deren Standorte samt Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Notdiensten in der App abrufbar sind – unabhängig davon, ob sie bereits an die Medikamentensuche angeschlossen sind.

In Österreich sind laut der Gründerin während der Grippesaison viele Medikamente nur eingeschränkt verfügbar – darunter Standardmedikamente wie Antibiotika, Schmerzmittel oder fiebersenkende Präparate. Das betrifft nicht nur akute Erkrankungen, sondern auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Die Suche nach vorrätigen Medikamenten bedeutet auch für Apotheken einen erheblichen Mehraufwand, wie Weber bestätigen kann. Am Tag werden bis zu drei Stunden in die Suche nach verordneten Arzneien und geeigneten Alternativen investiert. Im Idealfall steht ein wirkstoffgleiches Medikament zur Verfügung, auf das ausgewichen werden kann.

APOScout möchte diesen Aufwand deutlich reduzieren, indem es Apotheken ermöglicht, schneller passende Lösungen zu finden und Patient:innen effizienter zu versorgen.

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Symbolbild Insolvenz (c) Adobe Stock / Pixel-Shot

Über das Vermögen der Grazer EET – Efficient Energy Technology GmbH wurde am 26. Juni 2026 ein Konkursverfahren am Landesgericht Graz beantragt, das am 30. Juni offiziell eröffnet wurde. Das Unternehmen war auf Batterie-Energiespeichersysteme sowie Energiemanagement-Technologien im Bereich Plug-in-BESS spezialisiert.

Bekannt wurde EET unter anderem durch ein intelligentes Energiesystem für Haushalte sowie die Entwicklung einer sogenannten „Virtual Meter“-Technologie. Die Gesellschaft wurde ursprünglich im Jahr 2017 als Spinoff der TU Graz im Bereich Energiespeichertechnologie gegründet.

EET mit Millionen-Investment 2023

Das Startup hatte im Jahr 2023 eine Series-A-Finanzierungsrunde über rund 6,5 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt waren damals etwa Statkraft Ventures, der Junction Growth Investors Fund sowie Green Fortress Capital. Die Finanzierung sollte unter anderem die Weiterentwicklung der Speichertechnologie und den Marktausbau unterstützen.

Aktuell beschäftigt das Unternehmen 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Rund 95 Gläubiger:innen sind vom Verfahren betroffen. Die Aktiva werden mit etwa 341.000 Euro beziffert, während die Passiva bei rund 1,078 Mio. Euro liegen. Zusätzlich bestehen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von rund 5,3 Mio Euro.

Geschäftsführer der Gesellschaft ist Mark Reijerkerk. Zum Gesellschafterkreis zählen unter anderem Christoph Grimmer, Stephan Weinberger, Klaus Fronius, Michael Koncar, Robert Wutti und Wolfgang Glasl sowie die Investoren Statkraft Ventures AS, der Junction Growth Investors Fund und die Green Fortress Capital GmbH.

„Strukturelle Herausforderungen“

Als Ursache der wirtschaftlichen Schieflage nennt das Unternehmen insbesondere strukturelle Herausforderungen im Markt für Plug-in-BESS-Systeme. Bereits 2024 sei es infolge von Lieferkettenproblemen und starkem Wettbewerb zu einer Verschlechterung der Ertragslage gekommen. Insbesondere der Preisdruck durch internationale Anbieter habe das Geschäftsmodell belastet.

Im Herbst 2025 erfolgte eine strategische Neuausrichtung hin zur Lizenzierung der eigenen „Virtual Meter“-Technologie. Parallel wurde ein M&A-Prozess gestartet, um einen strategischen Investor zu finden. Diese Gespräche konnten jedoch nicht erfolgreich abgeschlossen werden.

Keine Sanierung

Eine Fortführung des Unternehmens ist aufgrund der Einnahmensituation nicht möglich. Laut Angaben der Kreditschützer liegt kein Sanierungsplan vor; das Konkursverfahren zielt auf die Schließung und vollständige Abwicklung des Unternehmens ab.


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