03.02.2026
PERSONALIE

Anyline: Christoph Braunsberger neuer CEO – Co-Founder Kinigadner nun CRO

Das Wiener KI-Scaleup Anyline setzt nach seiner strategischen Neuausrichtung im Mai 2025 den nächsten Schritt: Mit sofortiger Wirkung übernimmt Christoph Braunsberger die Rolle des CEO.
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Anyline
(c) Anyline - Christoph Braunsberger.

Das Wiener KI-Scaleup Anyline kündigte im Mai 2025 eine umfassende strategische Neuausrichtung an – brutkasten berichtete. Rund 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter:innen verließen damals das Unternehmen. Am Montag gab es die Ernennung von Christoph Braunsberger zum Chief Executive Officer (CEO) mit sofortiger Wirkung bekannt.

Anyline mit strategischem Wendepunkt

Dieser Führungswechsel markiere einen strategischen Wendepunkt: „Anyline baut auf jahrelangen erfolgreichen Implementierungen in den Bereichen Logistik, Fertigung, Einzelhandel und im öffentlichen Sektor auf, wobei die Automobilbranche mit außergewöhnlicher kommerzieller Dynamik und beschleunigter Akzeptanz in Unternehmen einen zentralen Wachstumsfaktor darstellt“, heißt es per Aussendung.

Braunsberger folgt damit auf Lukas Kinigadner, Mitbegründer von Anyline, der in die Rolle des Chief Revenue Officer (CRO) wechselt. In dieser Funktion soll sich Kinigadner auf die weltweite Umsatzgenerierung, den Ausbau des Kundenstamms und strategische Partnerschaften konzentrieren, da die Nachfrage nach Anylines KI-basierten Inspektions- und Datenerfassungslösungen in zahlreichen Branchen weiter steige.

„Kurs Richtung Wachstum“

„Dieser Führungswechsel spiegelt den aktuellen Stand von Anyline wider“, sagte Kinigadner. „Unsere KI-Plattform hat in verschiedenen Branchen einen klaren Product-Market-Fit erreicht, mit einer starken und sich beschleunigenden Dynamik im Automobilsektor. Das Unternehmen befindet sich auf einem klaren Kurs in Richtung profitables Wachstum. Christoph ist der richtige CEO für diese Phase, und ich freue mich darauf, mich voll und ganz auf den Umsatz, Partnerschaften und den Erfolg unserer Kunden zu konzentrieren.“

Braunsberger kam 2019 als Chief Financial Officer und Geschäftsführer zu Anyline, wo er am Aufbau der operativen und organisatorischen Grundlagen für die internationale Skalierung des Unternehmens beteiligt war. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der US-Expansion von Anyline, leitete mehrere Finanzierungsrunden und stärkte als Präsident von Anyline Inc. die Präsenz des Unternehmens auf dem nordamerikanischen Markt.

Anyline: „AI-First“ weiter ausbauen

Mit seinem Hintergrund in den Bereichen Investmentbanking, Strategieberatung und Finanzen, zuletzt bei PwC, bringt er Expertise in den Bereichen Umsetzung, Governance und Skalierung von Technologieunternehmen in schnellen Wachstumsphasen mit.

Unter der neuen Führungsstruktur möchte Anyline sein „AI-First“-Betriebsmodell weiter ausgestalten, während man die Einführung seiner Lösungen bei globalen Unternehmenskunden und in verschiedenen Branchen beschleunige.

100 Millionen Reifenscans

Anyline hat mittlerweile eigenen Angaben nach die Marke von 100 Millionen Reifenscans weltweit überschritten und damit seine Computer-Vision-Technologie im industriellen Maßstab validiert. Auf diesem Fundament aufbauend sei die Plattform des Unternehmens für ein breites Spektrum an visuellen Inspektions- und Datenerfassungs-Anwendungsfällen bei Unternehmenskunden direkt einsetzbar.

„Die KI von Anyline liefert bereits heute reale Ergebnisse in großem Maßstab“, sagt Braunsberger. „Mein Fokus liegt darauf, diese Dynamik zu nutzen – unser Betriebsmodell zu stärken, effizient zu skalieren und die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern zu vertiefen, während sich die weltweite KI-Adaption beschleunigt.“

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AustrianStartups, ELP
© AustrianStartups

AustrianStartups und die Stiftung Unternehmerische Zukunft haben das Entrepreneurial Leadership Program (ELP) weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt künftig stärker auf der konkreten Begleitung angehender Startup-Gründer:innen. Vorgesehen sind unter anderem intensiveres persönliches Mentoring und Coaching, die gezielte Suche nach Co-Founder:innen sowie die praktische Weiterentwicklung eigener Geschäftsideen.

Dabei geht es um die frühe Erprobung zentraler Annahmen – von ersten Gesprächen mit potenziellen Kunden und der Validierung konkreter Problemstellungen bis zur Entwicklung eines ersten Minimum Viable Product (MVP): „Wir wollen Menschen nicht nur die Skills für den Aufbau eines Startups mitgeben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen tatsächlich auszuprobieren und die ersten Schritte in Richtung Gründung zu machen“, sagt Elisabeth van Holthe tot Echten, COO von AustrianStartups.

ELP: Schwerpunkt „Co-Founder“

Beim Schwerpunkt „Co-Founder“ bringt das ELP Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven zusammen. Sie können sich kennenlernen, gemeinsam an Ideen arbeiten und mögliche Co-Founder:innen finden. Eine fertige Geschäftsidee ist dafür nicht notwendig.

„Eine Startup-Idee muss am Anfang noch nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass man bereit ist, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und gemeinsam mit anderen herauszufinden, was funktionieren kann“, so van Holthe tot Echten weiter. „Genau dafür wollen wir im ELP den Raum und die Unterstützung geben.“

Hansmann, Trummer, Kaminski, Porsche, Deutsch und Unger dabei

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die persönliche Begleitung der Fellows. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Unternehmerische Zukunft erhalten sie Zugang zu einem Netzwerk: Die Stiftung wird von mehr als 50 Persönlichkeiten aus der Szene unterstützt, darunter Hansi Hansmann, Christian Trummer, Kilian Kaminski, Felix Porsche, Tina Deutsch und Katharina Unger. Darüber hinaus begleiten weitere Unternehmer:innen und Investor:innen das ELP als Mentor:innen und bringen ihre Erfahrungen in das Programm ein.

Auch nach Abschluss bleiben die Fellows über die ELP-Alumni-Community miteinander verbunden. Ehemalige Teilnehmer wie Mathias Gruber (Fonio.ai), Lukas Höber (Sequestra) oder Lisa Reiss (All But Sugar) bringen ihre Erfahrungen aus der Gründung und dem Aufbau von Unternehmen sowie aus weiteren beruflichen Stationen in das Netzwerk ein.

„Wir wollen Menschen ermutigen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. Dafür braucht es nicht nur Wissen, sondern auch Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, ehrliches Feedback geben und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen. Genau das wollen wir mit unserem Netzwerk ermöglichen“, sagt Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft.

Prozess steht im Mittelpunkt

Ebenso ist die praktische Arbeit an den eigenen Ideen ein wichtiger Teil des ELP. Die Teilnehmer:innen beschäftigen sich mit den Problemen und Bedürfnissen von möglichen Kunden, überprüfen ihre Annahmen und entwickeln ihre Ideen auf dieser Grundlage weiter.

Dabei gehe es nicht darum, das Programm bereits mit einem fertigen Unternehmen abzuschließen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Prozess, aus einer ersten Idee schrittweise eine fundierte Grundlage für eine mögliche Gründung zu entwickeln und früh praktische Erfahrungen zu sammeln, wie es heißt.

Das ELP richtet sich daher sowohl an Menschen, die bereits eine konkrete Startup-Idee haben, als auch an jene, die noch nach einer Idee, einem geeigneten Problem oder nach Mit-Gründer:innen suchen. Bewerbungen für die nächste ELP-Kohorte sind noch bis einschließlich Sonntag, 13. September 2026 möglich.

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