14.10.2022

Anadi Bank: Ehemalige Hypo Alpe Adria macht Rekordgewinn und wird rein digitale Bank

Die zehn Filialen der Anadi Bank werden - etwas später als geplant - verkauft. Derweil ist die Führung selbst vom guten Ergebnis überrascht.
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Christian Kubitschek, CEO der Anadi Bank
Christian Kubitschek, CEO der Anadi Bank | (c) Daniel Kleinfercher / Anadi Bank

Die Nachwehen des Korruptionsskandals und der Vorgänge rund um den Verkauf, die spätere Verstaatlichung und die Zerschlagung der Hypo Alpe Adria dauern bis zum heutigen Tag an. Nach der besagten Zerschlagung wurde der österreichische Teil der Bank 2013 an die britische Anadi Financial Holdings verkauft. Die agierte seitdem von Klagenfurt aus als Austrian Anadi Bank. Diese schriebt heuer einen Rekordgewinn und gab nun ein Update zu bereits kommunizierte Plänen, die zehn physischen Bank-Filialen zu verkaufen.

Rekordgewinn wegen Digitalisierung und „geringem Risikoappetit“

Schon nach neun Monaten könne man dieses Jahr den Rekordgewinn [Anm. seit der Übernahme 2013] von elf Millionen Euro vermelden, heißt es von der Bank in einer Aussendung. „Der Umbau des Geschäftsmodells und die strategische Vorbereitung auf die Zinswende machen sich für die Anadi Bank weitaus stärker bezahlt als geplant“, heißt es dort. Zurückgeführt wird das Rekordergebnis trotz Krisensituation unter anderem auf Investitionen in das digitale Geschäft, „geringen Risikoappetit“ und eine erhöhte Effizienz durch interne Digitalisierungsmaßnahmen. Auch für 2023 erwartet die Bank eine Fortsetzung dieser Gewinndynamik. CEO Christian Kubitschek gibt sich dennoch überrascht: „Unser Geschäft entwickelt sich prächtig und sogar noch weit besser als erwartet“.

Verkauf des traditionellen Bankgeschäfts verschoben

Schon vor einiger Zeit hatte die Anadi Bank Pläne zum Verkauf des traditionellen Bankgeschäfts, also der zehn Filialen, verlautbart. Damit führt man die skizzierte Digitalisierungsstrategie so weit fort, dass das Geldhaus zur rein digitalen Bank wird. Der kommunizierte Deal verschiebt sich nun allerdings nach hinten – er soll im Frühjahr 2023 endgültig unter Dach und Fach sein. Für die Verzögerung werden zwei Gründe genannt: Erstens Unsicherheiten wegen Krieg und Inflation und zweitens, dass der Gewinn auch im traditionellen Bankgeschäft höher war, als erwartet, was Auswirkungen auf den Preis habe.

230 Anadi-Mitarbeiter:innen sollen auch bei Umbau zu rein digitaler Bank gehalten werden

„Aufgrund unserer hervorragenden Gewinn- und Kapitallage sind wir unter keinem Zeitdruck und werden die zusätzlichen Gewinnsteigerungen für eine Erhöhung unseres Investitionstempos in unsere digitale Roadmap nutzen und unsere digitalen Expansionspläne im vollen Umfang verfolgen“, sagt dazu Kubitschek. Dank der „enormen Wachstumsperspektiven im digitalen Banking“ sollen auch die aktuell 230 Mitarbeiter:innen trotz Verkauf der Filialen gehalten werden.

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Neugründung
(c) Scott Graham via Unsplash

Insgesamt 39.978 Neugründungen gab es in Österreich laut Wirtschaftskammer (WKÖ) im Jahr 2025 – eine weitere Steigerung, nachdem es bereits 2024 ein Allzeithoch gegeben hatte, wie brutkasten zu Jahresbeginn berichtete. Nun gab die WKÖ neue Zahlen und eine begleitende Umfrage für das erste Halbjahr 2026 heraus – und der Aufwärtstrend setzt sich darin deutlich fort.

82,6 Prozent Einzelunternehmen

21.718 Neugründungen (ohne Personenbetreuung) gab es demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres – ein Plus von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit neuerlich ein Rekord. Startups machen freilich nur einen kleinen Bruchteil davon aus – konkrete Zahlen gibt es dazu nicht. Aber so viel: 82,6 Prozent der Gründungen erfolgten als Einzelunternehmen, davon 42,5 Prozent von Frauen. 41,1 Prozent aller Gründer:innen starten zudem zunächst nebenberuflich.

Stärkste Zuwächse bei jungen Altersgruppen

Die stärksten Zuwächse gebe es dabei bei den unter 20-Jährigen sowie bei den 20- bis 30-Jährigen, heißt es von der WKÖ. Das Durchschnittsalter der Gründer:innen liegt laut Erhebung bei 36,6 Jahren. Die wichtigsten Sparten bei den Neugründungen im ersten Halbjahr waren Gewerbe und Handwerk (37,8 Prozent), Information und Consulting (23,4 Prozent) sowie Handel (22,9 Prozent).

Eigenverantwortung und Flexibilität als größte Motive

Auch die Gründe fürs Gründen wurden in der Motivumfrage des WKÖ-Gründerservice erhoben: 67,9 Prozent der Befragten möchten demnach lieber ihre eigene Chefin oder ihr eigener Chef sein. 67,6 Prozent wollen ihre Zeit flexibler gestalten, 62,3 Prozent wollen mehr Verantwortung übernehmen.

Drei politische Forderungen

Gleichzeitig fragte die WKÖ auch nach den Wünschen der neuen Gründer:innen. Ein klares Ergebnis: 78,1 Prozent wünschen sich einen zentralen digitalen One-Stop-Shop für Gründungen. Diesen fordert auch die Wirtschaftskammer von der Politik. Sie erneuert außerdem die Forderungen nach dem Beteiligungsfreibetrag und nach mehr Flexibiliät bei der Arbeitslosenversicherung für Selbstständige im Opting-in-Modell.

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