24.02.2026
BESTATTUNG

Amara: Burgenländisches Urnen-Startup bringt Licht zur Ruhestätte

Was als persönlicher Impuls während einer beruflichen Pause begann, entwickelte sich zu einem Geschäftsmodell: Eine schlichte Urne brachte Markus Bareuther auf die Idee, Trauerkultur neu zu denken. Im September 2025 gründete er in Pöttsching das Startup Amara, das Licht als zentrales Element in Urnenkonzepte integriert.
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Amara
© Canva/Amara-Urnen - Markus Bareuther von Amara

Markus Bareuther ist ein lichtverliebter Mensch. In einer beruflichen Pause sah er sich eine Urne auf seinem Tisch an und dachte sich, „das ist sehr trist, ich mache etwas daraus.“ Dieser Gedanke bildete die Grundlage für sein Startup Amara aus Pöttsching, das er im September 2025 gegründet hat.

Amara auch mit Menschen-Urnen

So designte er seine erste Skulptur, eine leuchtende Tier-Urne, privat und erhielt den Rat „mehr daraus zu machen“.

Er recherchierte, u.a. mit der FFG im Zuge eines Patentschecks, ob etwas Vergleichbares am Markt vorhanden sei, fand nichts Ähnliches und baute Prototypen, mit Fokus auf Tier-Bestattungen. Parallel dazu dachte er „größer“ und entwarf auch gleich leuchtende Urnen-Designs für Menschen.

© Amara

„Ich habe die Humanurnen diversen Bestattern gezeigt und fünf von fünf meinten, sie würden das gerne ausprobieren“, erinnert sich Bareuther.

Mit diesem positiven Feedback im Rücken, wandte sich der Gründer, der aus dem Bereich „Erneuerbare Energien“ kommt, an das Gründerservice, stellte danach einen Patentantrag und designte die ersten beiden „Menschen-Urnen“-Versionen. „Mittlerweile ist seit Ende Oktober der fertige PCT-Patentantrag eingereicht und in Prüfung. Folglich darf ich voller Stolz behaupten, dass meine Idee etwas Neues in der Bestattungsbranche ist: ‚Urnen mit Licht'“, sagt er.

Erfolge im Tier-Segment

Mit dem Segment Tier-Urnen konnte Bareuther bereits im Vorjahr die ersten Verkaufserfolge erzielen (Designs für Katzen, Bordercollie, Chihuahua; weitere Hunderassen). Die Tierbestattung Ramoser in Sollenau etwa war der erste B2B-Kunde, gefolgt von mittlerweile drei weiteren.

© Amara

Zwar habe der Einsatz von Gedenklichtern in der Trauerkultur Tradition, lichttherapeutische Ansätze, um einen Wandel zur Erinnerungskultur anzustreben, seien jedoch in der Branche neu: „Sie bilden das Kernelement meines noch jungen Unternehmens“, sagt Bareuther, der bereits in der ersten Februarwoche die ersten Humanurnen-Bestellungen bei B2B-Bestattern erhalten hat. „Die Bestattung Grafl in Mattersburg bestellte direkt und wurde somit der erste Kunde; die Bestattung Pauschenwein in Wiesen ist an Ausstellungsmustern interessiert. Zudem haben Bestattung Ernst und Bestattung Hanser Interesse bekundet.“

Zwei Amara-Varianten

Das Konzept von Amara sieht konkret vor, dass bei der Bestattung von Humanurnen die technische Komponente nicht mitbeigesetzt wird. Dafür hat der Founder zwei Varianten entwickelt.

In einer Version kann der Großteil der Urne regulär begraben werden, während die Technik vor der Beisetzung entfernt wird. Die Lichtkomponente kann als Erinnerungsstück (inklusive Asche) behalten werden.

Die andere Variante basiert auf einem Patent, bei dem die komplette Außenhaut der Urne in unterschiedlichen Varianten leuchtet. Die Urne kann somit vollständig beleuchtet ins Grab herabgelassen werden, während die Trauergemeinde Abschied nimmt. Nach der Zeremonie wird über eine dritte Schnur die gesamte Technik aus der Urne herausgezogen, zurückgesendet und recycelt.

Künftig auch Pferde-Urnen

Parallel dazu entwickelte der Gründer weitere Prototypen von Tier-Urnen auf Keramikbasis im 3D-Druckverfahren (bisher aus Maisstärke). Dies ermöglicht individuelle Gestaltungen – etwa für Hunde unterschiedlicher Rassen oder künftig auch für Pferde. Die Urnen sind derzeit in Keramik, unter anderem in Schwarz-Gold-Optik, umgesetzt; weitere Varianten befinden sich noch vor der Produkteinführung.

Zu den nächsten Schritten zählen neue, stärker personalisierte Designs sowie die Weiterentwicklung der Materialien. Langfristig soll das Unternehmen zunächst mit Fokus auf den DACH-Raum aufgebaut werden. Gedacht ist dabei auch eine Franchise-Struktur mit regionaler Produktion, um kurze Lieferwege zu ermöglichen.

Aktuell bestehen zudem erste Kontakte mit der Fachhochschule Wiener Neustadt. Als Solo-Gründer sei es realistisch betrachtet schwer möglich, bei einer raschen Skalierung sämtliche Schritte allein abzuwickeln. Daher gehe es in laufenden Gesprächen um mögliche Formen der Zusammenarbeit und Abstimmung – sowohl im Hinblick auf Produktionskapazitäten als auch auf organisatorische Strukturen, die bei steigender Nachfrage greifen könnten. Ziel von Bareuther ist es, frühzeitig Partnerschaften aufzubauen, um zusätzliche Aufträge professionell und nachhaltig abwickeln zu können.

Sozialer Mehrwert

Darüber hinaus steht der Gedanke im Raum, kreative Potentiale gezielt einzubinden. In Kooperation mit Einrichtungen wie der Lebenshilfe könnten Menschen mit Behinderung gestalterisch an eigenen Designs mitwirken und sich künstlerisch einbringen. Diese Arbeiten sind als eigene Produktlinien gedacht und sollen damit nicht nur zur Differenzierung am Markt beitragen, sondern auch einen sozialen Mehrwert schaffen, indem Arbeitsplätze gesichert und neue Perspektiven eröffnet werden.

„Ziel dabei ist es, bei einer entsprechenden Skalierung des Unternehmens besonders Behindertenwerkstätten für die Fertigung zu gewinnen, um Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen – Stichwort Inklusion. Effektiv könnte die Fertigung dadurch zwar teurer werden, aber solange es für das Unternehmen wirtschaftlich tragbar ist, nehme ich das gerne in Kauf“, sagt Bareuther.

Grundsätzlich ist bei Amara Bereitschaft vorhanden, strategische Unterstützung an Bord zu holen. Gesucht wird jedoch kein reiner Kapitalgeber, sondern ein Investor oder eine Investorin mit Branchenerfahrung, um insbesondere beim Markteintritt, beim strukturierten Ausbau und bei der Professionalisierung der Vertriebs- und Marketingaktivitäten zu unterstützen. Ziel ist es, das Projekt langfristig als nachhaltiges Unternehmen zu etablieren und schrittweise zu skalieren.

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Podero-Gründerduo Moritz Schrader (l.) und Chris Bernkopf (r.) © Podero

Anfang 2025 schloss das Wiener Startup Podero eine überzeichnete Seed-Runde über 5,5 Millionen Euro ab (brutkasten berichtete). Heuer folgte Ex-N26-Manager Christian Strobl als CCO, um das Wachstum voranzutreiben. Nun vermeldet man eine Kooperation mit dem Kärntner Energieversorger Kelag.

Podero entwickelt eine B2B-Software, die Energieversorgern helfen soll, die Kosten für flexible Verbrauchsgeräte zu senken – mit dem Ziel einer Win-Win-Situation für Anbieter und Verbraucher:innen zugleich. CEO Chris Bernkopf, der das Startup gemeinsam mit Moritz Schrader gegründet hat, beschrieb im April das Prinzip im brutkasten-Talk so: „Wir verbinden uns mit Wärmepumpen, Elektro-Autos, Batterien, also allen großen Geräten im Haushalt und wir steuern diese dann nach dem Strommarkt.“ Dadurch könne Podero Prognosen und Handlungsempfehlungen liefern, die es Energieversorgern ermöglichen, „ihre gebündelte Leistung auf den Energiemärkten zu handeln.“

Podero mit neuem Energieprodukt

Wie es heute mitteilt, brachte das Startup bereits Ende Mai das Energieprodukt „Kelag Smart Charging“ für Endkundinnen und Endkunden (allerdings nur im Energietarif „Kelag Strom Pro“) auf den Markt. Der Service steuert das Laden von Elektrofahrzeugen automatisch in jene Stunden, in denen die Day-Ahead-Preise an der Strombörse EPEX besonders niedrig sind, heißt es per Aussendung. Dabei werden sowohl die gewünschte Abfahrtszeit als auch der angestrebte Ladezustand berücksichtigt. Zusätzliche Hardware sei dafür nicht notwendig.

„Mit Kelag haben wir einen Partner gefunden, der die Anforderungen an ein modernes Energieprodukt sehr genau versteht – und der Beweis dafür steht: ein fertiges Produkt, weniger als einen Monat nach Projektstart. Gemeinsam ermöglichen wir es österreichischen Endkunden schon heute, die Energieprodukte der Zukunft zu erleben“, sagt Bernkopf.

Österreichweiter Rollout bis Ende Juni

Während die technische Plattform vom Wiener Software-Unternehmen bereitgestellt wird, erfolgt die Anmeldung über das Kundenportal der Kelag und führt direkt in eine App, in der Nutzerinnen und Nutzer ihr Elektroauto sowie weitere Geräte wie etwa Wechselrichter innerhalb weniger Minuten verbinden können sollen.

Für Haushalte mit Photovoltaikanlage und Smart Meter ist ein Home Energy Management integriert: Das Elektroauto wird bevorzugt mit selbst erzeugtem PV-Überschuss geladen, bevor Strom aus dem Netz bezogen wird. Das Angebot ist derzeit im Netzgebiet der KNG-Kärnten Netz GmbH verfügbar. Eine Ausweitung auf ganz Österreich ist bis Ende Juni 2026 geplant.

„Intelligentes Smart Charging in Kooperation mit Podero unterstützt unsere Kundinnen und Kunden im dynamischen Tarif ‚Kelag Strom Pro‘ dabei, ihr Elektrofahrzeug gezielt dann zu laden, wenn Strom an den Börsen besonders günstig ist“, sagt Alexander Jordan, Vertriebsleiter, Kelag. „Das spart bares Geld und zeigt die Möglichkeiten, die E‐Mobilität als integrierter Baustein des Energiesystems bereits heute bietet.“

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