07.07.2020

Wiener Schließtechnik-Spezialist Amadeo sichert sich sechsstellige Kapitalerhöhung

Das Wiener Unternehmen Amadeo hat sich auf smarte Zugangssysteme spezialisiert. Am Dienstag gab Amadeo den Abschluss einer sechsstelligen Kapitalerhöhung im Zuge einer "stillen Beteiligung" seitens der Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG) bekannt.
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Amadeo
v. l. n. r. Franz Schmalzer, Kurt Fleischhacker (WKBG), Michael Makivic (AMADEO), Helene Mayer (Notarin), Parim Sylejmani (AMADEO), Gaston Giefing (WKBG) | (c) ivanashoots

Die Amadeo Systems GmbH wurde 2014 von Michael Makivic gegründet und hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb digitaler Zutrittslösungen spezialisiert – der brutkasten berichtete über die Technologie.

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Derzeit ist das Unternehmen in 28 Ländern aktiv und zählt laut eigenen Angaben über 2000 Kunden. Darunter sind auch zahlreiche renommierte Hotelgruppen und weltbekannte Gebäude, wie der Makkah Royal Clock Tower in Saudi-Arabien, der derzeit zum dritthöchsten Hochhaus der Welt zählt.

Sechsstellige Kapitalerhöhung durch WKBG

Am Dienstag gab das Unternehmen den Abschluss einer sechsstelligen Kapitalerhöhung seitens der Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG (WKBG) bekannt. Die Beteiligungsgesellschaft wird 200.000 Euro mit einer Gewinnbeteiligung von 12 Prozent in das Wiener Unternehmen investieren.

Wie Gründer und CEO Makivic gegenüber dem brutkasten bestätigt, handelt es sich bei der Beteilung um eine „stille Beteilung“ der WKBG. Das heißt, dass Amadeo keine Unternehmensanteile abgibt. „Die Gelder der WKBG werden dann vom Gewinn wieder abgezahlt“, so Makivic.

Unterstützung der WKBG

WKBG unterstützt als Förderbank Wiener Wirtschaftstreibende seit mittlerweile 50 Jahren mit Bürgschaften zur Kreditbesicherung und Beteiligungen zur Umsetzung von Investitions und Wachstumsstrategien.

Voraussetzung für eine Unterstützung ist ein Firmensitz bzw. Investitionsstandort der Antragsteller in Wien. Die Aktionäre der WKBG sind die Stadt Wien, Wirtschaftskammer Wien, Bank Austria, ERSTE Bank AG, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, BAWAG, Oberbank, Wiener Städtische und Volksbank Wien.

Amadeo plant USA- und Kanada-Expansion

Das frische Kapital soll laut Makivic in Form eines Joint Ventures – AMADEO Americas – mit Sitz in Kanada für die weitere Expansion und das Erschließen neuer Geschäftsfelder verwendet werden. Von dort aus will das Unternehmen mit seinen smarten Zugangssystemen den kanadischen und US-amerikanischen Markt erobern.

„Das frische Kapital ist für uns eine wichtige Stütze in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Gerade jetzt haben österreichische Technologieunternehmen hohe Wettbewerbsanteile zu leisten, um gegenüber asiatische und US-amerikanische Mitbewerber am Markt zu bestehen“, so Makivic

Coronakrise und neue Geschäftsfelder

Wie Makivic abschließend erläutert, hat die Coronakrise das Unternehmen, das unter anderem zahlreiche Hotelketten zu seinen Kunden zählt, dazu veranlasst, neue Geschäftsfelder zu besetzen. „Wir haben versucht, die Krise aktiv für uns zu nützen und neue Geschäftsfelder zu besetzen. Unser Fokus liegt jetzt unter anderem auf Lösungen für Hochsicherheitsbereiche von Spitälern oder Kasernen“.

Zudem wurde auch die Produktpalette erweitert. In Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut hat das Unternehmen einen antibakteriellen Türgriff entwickelt. Zum Einsatz kommt hierfür Chirurgenstahl, um Schmierinfektionen bestmöglichst zu vermeiden.


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Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Um Bekanntheit zu erlangen, ist Auffälligkeit durchaus von Nutzen. Beim Grazer Unternehmen Emerald Horizon ist diese Auffälligkeit so etwas wie der rote Faden, der sich durch die Unternehmensstrategie zieht. Denn nicht nur sorgt man mit dem geplanten Produkt – Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Miniatomkraftwerken – für Aufsehen (brutkasten berichtete). Auffällig sind auch Personalbesetzungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer, der seinerseits kürzlich durch eine Alkohol-Eskapade öffentlich negativ auffiel. Und besonders auffällig war natürlich der Börsengang im Juni – brutkasten berichtete.

Österreichs nächstes Unicorn?

Nach diesem ist Emerald Horizon aktuell übrigens an der Börse mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Darüber, ob das Grazer Unternehmen nun Österreichs nächstes Unicorn ist, lässt sich dennoch streiten, nachdem die Bewertung auf vergleichsweise wenigen Trades basiert. Der Börsengang war nämlich nur ein Listing und kein IPO (Initial Public Offering). Es wurden also keine Aktien emittiert, was üblicherweise zu einer breiteren Bewertung durch den Markt führt.

Gründer Florian Wagner will selbst investieren

Statt Kapital von außen aufzunehmen, fiel Gründer und CEO Florian Wagner Ende Juni mit einer anderen Ankündigung auf: Er selbst werde 20 Millionen Euro in vier Tranchen zu je fünf Millionen Euro über einen Zwei-Jahres-Zeitraum in Emerald Horizon investieren. Er behielt sich dabei vor, dass Co-Founder Philipp Pölzl und Investor Carl Page als Co-Investoren je einen Teil der Tranchen übernehmen könnten.

Und woher kommen diese durchaus substanziellen Eigenmittel? Wagner und Pölzl betreiben mit Qbasis Invest seit mehr als 20 Jahren ein Finanzunternehmen, das laut öffentlich einsehbaren Angaben im Vorjahr aber nur rund 40.000 Euro Gewinn abwarf.

Privatdarlehen für Verpfändung von 75.000 Aktien

Mehr Aufschluss gibt wohl eine auffällige Ad-hoc-Meldung (für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Mitteilung) von Emerald Horizon von gestern, die heute durch eine erklärende Aussendung des Unternehmens ergänzt wurde: Gründer Wagner nimmt privat ein sogenanntes Lombarddarlehen auf. Bei so einem werden Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt. Im konkreten Fall verpfändet der Unternehmer 75.000 eigene Aktien „aus seinem Altbestand“. Diese haben aktuell einen Börsenwert von rund 76 Millionen Euro. Die bewilligte Kreditsumme liegt bei derartigen Darlehen üblicherweise erheblich unter dem Marktwert der beliehenen Wertpapiere.

„Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets“

„Die Maßnahme ist Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets. Entsprechend den kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen wird die Gesellschaft zu gegebener Zeit über weitere Aktivitäten informieren“, heißt es dazu von Emerald Horizon. Die Mittel sollen demnach „primär direkt und indirekt zur Kommerzialisierung von DUALstorePLUS aber auch zur beschleunigten technischen Umsetzung und industriellen Überführung des ADES/SMRX-Programms verwendet werden“. DUALstorePLUS ist die Energiespeicher-Technologie, mit der Emerald Horizon bereits am Markt ist. ADES ist der Markenname der geplanten Kleinreaktoren.

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