12.07.2023

Alternative Proteine: Diese Regierungen in Europa investieren am meisten

Europäische Regierungen und die Europäische Union haben 2022 rund 370 Millionen Euro in die Entwicklung von nachhaltigen Alternativen zu Produkten aus der Tierhaltung investiert. Das zeigt der neueste Global Policy Report des internationalen Think Tanks The Good Food Institute.
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(c) Adobestock

Weltweit haben sich die öffentlichen Investitionen in die Weiterentwicklung von alternativen Proteinquellen im Bereich der Ernährung im letzten Jahr auf 603 Millionen Euro verdoppelt. In vergangenen Jahren war Europa deutlich gegenüber anderen Weltregionen zurückgefallen. 2022 haben die europäischen Investitionen hingegen mit rund 370 Millionen Euro mehr als die Hälfte der weltweiten öffentlichen Investitionen ausgemacht. Diese Zahlen gehen aus dem Global Policy Report des internationalen Think Tanks The Good Food Institute (GFI) hervor.

Dänemark und Niederland führend bei alternativen Proteinen

Der Report nennt zudem länderspezifische Zahlen für einzelne europäische Staaten und führt Dänemark und die Niederlande als Vorreiter im Bereich der alternativen Proteine hervor. So hat beispielsweise Dänemark Investitionen von 91 Millionen Euro angekündigt, um den Plantbased-Sektor weiterzuentwickeln. Zudem werden in Dänemark den Landwirten Anreize für den Anbau von eiweißreichen Pflanzen geboten. Die Niederlande haben hingegen ein 60 Millionen Euro schweres Förderprogramm Cellulaire Agricultuur Nederland aufgelegt, um Forschung und Kommerzialisierung von kultiviertem Fleisch und Präzisionsfermentation voranzubringen. 

„Dänemark und die Niederlande sind an die Spitze der Länder vorgerückt, die pflanzenbasiertes und kultiviertes Fleisch mit öffentlichen Mitteln voranbringen“, so Ivo Rzegotta vom GFI Europe.

Investitionen von Frankreich, Finnland und Großbritannien

Weiters wird im Bericht auch noch Frankreich angeführt. Das Land hat insgesamt 67 Millionen Euro für die Forschungsförderung im Proteinbereich zur Verfügung gestellt. Das vergleichsweise kleine Finnland hat zudem das Startup Solar Foods mit einem Zuschuss in Höhe von 34 Millionen Euro für den Aufbau einer Produktionsanlage unterstützt. Großbritannien hingegen hat über seine Innovationsagentur 23 Millionen Euro für Forschung und Kommerzialisierung des Plantbased-Bereichs angekündigt.

In Bezug auf Deutschland und Österreich nennt der Bericht hingegen nur kleinere einzelne Förderungen. Dazu zählt unter anderem die Millionen-Förderung für Revo Foods, die aus dem Programm Eurostars gemeinsam mit der FFG erfolgte.

Europa könnte ins Hintertreffen geraten

Während sich die öffentlichen Investitionen in Europa 2022 verdoppelt haben, zeigt der Global Policy Report laut GFI auch „bedenkliche Entwicklungen für den Standort Europa“ auf. Kritisiert wird, dass einzelne Länder in Europa versuchen, ihre Märkte gegenüber Alternativenprodukten mithilfe von Verboten und restriktiven Einschränkungen bei der Kennzeichnung von Produkten abzuschotten. So hat die rechtsgerichtete Regierung in Italien Ende März angekündigt, Laborfleisch zu verbieten. Im Gegenzug dazu haben die USA vor wenigen Wochen als zweites Land der Welt erste Produkte aus kultiviertem Fleisch zugelassen.

„Europa sendet widersprüchliche Signale an Unternehmen, Investoren und Verbraucher. Der Versuch von Italien, die Entwicklung von kultiviertem Fleisch zu verbieten, und die Bestrebungen einzelner Länder, absurde Beschränkungen für die Kennzeichnung von pflanzenbasierten Lebensmitteln durchzusetzen, schaden dem Wirtschaftsstandort Europa“, so Rzegotta abschließend.

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© Phil Lihotzky - (vorne v.r.n.l.): Niklas Lorber CTO, Moritz Hiebl CEO Hinten v.r.n.l.: Wolfgang Bartelme Designer, Gunther Marktl Ideengeber.

Das im vergangenen Jahr gegründete EdTech-Startup Digidoo digitalisiert Kompetenzen, Lernfortschritte und Leistungen von Schüler:innen und ermöglicht es Lehrer:innen, daraus transparente und rechtssichere Notenempfehlungen abzuleiten (brutkasten berichtete). Mittlerweile nutzen über 10.000 Lehrer:innen im DACH-Raum die Plattform, die Leistungen von mehr als 150.000 Schüler:innen werden so dokumentiert, heißt es zum Schulstart vom Startup. Laut Digidoo sparen Lehrer:innen dadurch Zeit, die sie vor der Klasse nutzen können.

„Wir sehen, wie dringend Lehrpersonen gerade in Zeiten des Lehrermangels nach digitalen Werkzeugen suchen, die sie im Schulalltag tatsächlich entlasten“, sagt Digidoo-Geschäftsführer Moritz Hiebl.

„Unser Ziel ist, dass die Dokumentation so schnell und unkompliziert wie möglich gelingt“

Die Anwendungen seien seit dem Launch intuitiver und einfacher geworden. Mit einer Notiz-Funktion können allgemeine Beobachtungen und Lernfortschritte während des Unterrichts unkompliziert erfasst werden. „Unser Ziel ist, dass die Dokumentation so schnell und unkompliziert wie möglich gelingt. Mit dem neuen Tool bleibt mehr Zeit für das, worum es eigentlich geht: das Unterrichten“, erklärt Hiebl.

Fokus auf individuelle Förderung

Noch in diesem Schuljahr soll es möglich sein, über die Plattform zu dokumentieren, welches Kind in welchem Bereich mit welcher konkreten Maßnahme gefördert wurde. Besonders in Bezug auf Nachhilfe ist diese Dokumentation laut Digidoo wichtig. Durch diese neue Erfassung wird es einfacher, Leistungen und Kompetenzen der Schüler:innen im Schulalltag festzustellen. Damit möchte das EdTech-Startup einen Schwerpunkt auf die individuelle Förderung setzen.

Die Weiterentwicklung der Plattform erfolgt in Abstimmung mit Lehrer:innen. „Wir hören sehr genau hin, was Lehrpersonen im Schulalltag brauchen, und entwickeln Digidoo laufend weiter“, sagt Hiebl. 

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