08.02.2023

AI-Professorin: „Mein erster Auftritt, seitdem Elon Musk mich umbringen lassen wollte“

Ex-Pilotin und Robotik-Professorin Missy Cummings trat beim heurigen AIAA SciTech-Forum zum ersten Mal seit langer Zeit öffentlich auf. Mit einer schwerwiegenden Aussage in Richtung Elon Musk.
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(c) Daniel Oberhaus/commons.wiki - Die Elon Musk-Army schreitet bei Kritik schnell und wüst ein.

Es ist ein äußerst schwerer Vorwurf, den Missy Cummings, ehemalige Kampfjet-Pilotin und heutige Robotik-Professorin an der George Mason University, beim AIAA SciTech Forum gegenüber Tesla-Chef Elon Musk erhob. Auf der Bühne startete sie mit den Worten: „Dies ist mein erster öffentlicher Auftritt, den ich absolviere, seitdem Elon Musk versucht hat, mich umbringen zu lassen.“

Kritik und die „Musk-Army“

Diese Aussage stammt vom 26. Jänner 2023 und hat eine Vorgeschichte: Sie umfasst Kritik an Musk, seine „Armee“ in sozialen Netzwerken, misslungene Provokation und allgemein Verhaltensweisen der Internetkultur.

Die Anfänge: In der Vergangenheit war Cummings mit der Forderung nach stärkerer Regulierungen für autonome Fahrzeuge aufgefallen. Im Visier dabei hatte sie vor allem Tesla, dessen Autopiloten und Elon Musk.

Online-Fehde seit 2017

Laut der Plattform Indyweek startete die Online-Fehde bereits 2017. Damals fing Cummings an, ihre Bedenken über die hochautomatisierten Autos von Tesla zu twittern und behauptete unter anderem, diese würden „Menschen töten“.

Zwischen nüchterne Kritik mischten sich immer wieder provokante Tweets dazwischen. In diesen behauptete Cummings, Teslas „Killerroboter“ seien so gefährlich, dass ihre Studenten, die sie im Labor getestet hätten, „Gefahrenzulage erhalten sollten“.

Einmal holte sie sogar zu einem persönlichen Angriff gegenüber Musk aus und postete ein GIF von einer Frau, die einen Mann mit einem einzigen Schlag von seinem Stuhl stößt. Cummings deutete an, dass sie dasselbe gern mit Musk tun würde.

Kurz darauf löschte sie den Tweet und erklärte: „Ich habe versucht, einen zugegebenermaßen schlechten Witz darüber zu machen, dass ich in einem Gespräch mit Elon Musk keine Schläge einstecken würde“. Und stellte klar, dass sie Tesla als Unternehmen liebe und glaube, dass Elektroautos die Zukunft sind. Gleichzeitig fühle sie sich aber auch verpflichtet, Sicherheitsbedenken zu äußern, die sie mit einem Automatisierungssystem hat, das „schrecklich fehlerhaft“ ist.

Elon Musk und seine neun Worte

Doch der Schaden war bereits angerichtet. Als US-Präsident Joe Biden Cummings im Oktober 2021 (im oberen Tweet ist fälschlicherweise Oktober 2019 angeführt) zur leitenden Beraterin für Sicherheit bei der „National Highway Traffic Safety Administration“ (NHTSA) ernannte, reagierte Elon Musk mit folgenden neun Worten: „Objectively, her track record is extremely biased against Tesla“.

Dies brachte die Musk-Army auf den Plan. Cummings wurde beschimpft, reagierte anfangs noch sachlich und schlug dem Tesla-Chef vor, sich zusammenzusetzen. Die Folge: eine noch aggressivere Musk-Community.

Es gab Vorwürfe, sie hasse Amerika, sie sei eine Hexe; andere User schrieben: „Lasst uns die Schlampe holen“, nannten sie eine hässliche und „butthurt“ Woman.“ Ein User reagierte auf die Nachricht von Cummings‘ Ernennung mit den Worten: „Wenn sie versuchen, uns Autopilot (Teslas automatisiertes Fahrsystem) wegzunehmen, werden wir so sehr randalieren, dass der 6. Januar (Anm.: Sturm auf das US-Kapitol) wie ein Tag in Disneyland aussehen wird.“

Weitere Nutzer:innen wiesen darauf hin, dass Cummings im Board von Veoneer sitzt (seit dem 25. Oktober 2021 nicht mehr) und „befangen“ sei. Das Unternehmen stellt unter anderem Lidar-Sensoren her, die Elon Musk als unnötig ablehnt.

Musk-Army nicht zum ersten Mal auffällig

Private Nachrichten, die die ehemalige Pilotin erhalten habe, sollen noch schlimmer gewesen sein und auch angedrohte Konsequenzen und Morddrohungen beinhalten haben. Cummings löschte ihren Twitter-Account Ende 2021 und hielt sich aus der Öffentlichkeit bis vor kurzem zurück.

Ihr aktueller Auftritt und der heftige Vorwurf wird von manchen Twitter-Usern als „Verleumdung“ bezeichnet. Andere wiederum meinen, sie adressiere damit lediglich toxische Musk-Fans und deren Verhalten ihr selbst gegenüber.

Elon Musk und die Kritik

Dies war nicht das erste Mal, dass der Umgang von Elon Musk und seinen Fans mit Kritik bedenkliche Folgen hatte. Autor, Analyst und Kritiker Edward Niedermayer (hat Tiroler Ahnen), der sich auf die Automobilindustrie und Mobilitätsinnovationen spezialisiert, wurde 2016 direkt von Tesla angegriffen, nachdem er über Probleme mit der Aufhängung des Model S berichtet hatte.

Davor hatte er die Batteriewechselstation von Tesla überprüft, die dem Unternehmen in Kalifornien ZEV-Gutschriften in neunstelliger Höhe einbrachte, und festgestellt, dass sie nicht echt war. Seine Erkenntnis damals: Tesla nutzte stattdessen Dieselgeneratoren, um Autos aufzuladen.

Learnings eines Tesla-Kritikers

Im Mai 2022 fasste der Autor des 2020 erschienenen Buches „Der Ludicrous-Modus: Die ungeschminkte Wahrheit über Tesla Motors“ seine Erlebnisse mit Elon Musk in einer Reihe von Tweets zusammen und schrieb unter anderem:

„Musks wichtigste Fähigkeit ist die Kontrolle von Informationen. Es geht nicht nur darum, ansprechende Geschichten über sich und seine Unternehmen zu erzählen, sondern auch darum, alles zum Schweigen zu bringen, was ihnen widerspricht. Die gesamte Geschichte von Tesla ist von NDAs gesäumt, die durch die schiere Angst davor, was Musk tun würde, wenn er in die Enge getrieben wird, gestützt werden.“

Niedermayer weiter: „Dieser Schrecken rührt von einer anderen Lektion her: Musk widerlegt nicht, er greift an. Das habe ich nach der NDA-Geschichte gelernt, als ich in einem offiziellen Tesla-Blogbeitrag beschuldigt wurde, die Berichterstattung zu fälschen und dies aus finanziellen Gründen zu tun. Für diesen Angriff auf meine Glaubwürdigkeit gab es keinerlei Beweise.“

Eine faktenlose Kultur

Der wohl bemerkenswertesten Tweet, den Niedermayer in dieser Serie veröffentlichte, greift eine Thematik auf, die heute wichtiger denn je ist und welche die letzten Jahre über das Frustpotential vieler Personen drastisch erhöht hat. Die Diskurskultur im Internet (nicht bloß in diesem Fall) ist nicht nur durchzogen von Trollen, sondern folgt einer Argumentationsweise mit dem Dogma „ich akzeptiere deine Fakten nicht“.

Er lautet: „Was als Nächstes geschah, war eine weitere Lektion: Musk fans don’t care about facts. Ich wurde von Online-Attacken überrollt, die sich nicht durch Fakten entkräften oder abschwächen ließen. Für meine Behauptungen gab es Beweise, für seine nicht, doch kaum jemand kennt meine Berichterstattung. Und seine Lügen aus dem Jahr 2016 werden heute noch wiederholt.“

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Squer
© Squer - (v.l.n.r.): Niklas Ortlieb (Sophora), Matthias Kreuzriegler (Squer), Benjamin Hubner (Sophora), Lukasz Juszczyk (Squer), Jonathan Mrohs (Sophora), David Leitner (Squer), Guntram Kieferle (Sophora), Manuel Klein (Squer).

Das 2019 gegründete Wiener Softwareunternehmen Squer zählt renommierte Kunden wie die Allianz, die Deutsche Bahn, die REWE Group, die Raiffeisen Bank International sowie Bitpanda zu seinen Referenzen. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Bereiche Systemdesign und -architektur, Softwaremodernisierung, Agile Transformation, Produktentwicklung, Cloud-Infrastruktur und Platform Engineering – wie brutkasten berichtete.

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Squer: Stärkung in Deutschland geplant

Das Wiener Software-Unternehmen hat mit der Beteiligungsgesellschaft Sophora Unternehmerkapital einen neuen Investor an Bord geholt. Gemeinsam wollen die Partner das Wachstum von Squer beschleunigen und eine führende Plattform für digitale Transformation, Software-Modernisierung und angewandte Künstliche Intelligenz im DACH-Raum aufbauen. Geplant sind neben der weiteren Expansion in Deutschland und der Schweiz auch gezielte Übernahmen sowie der Ausbau des Angebots um Managed AI Services mit wiederkehrenden Erlösen.

Seit dem operativen Start haben sich die Wiener auf Software-Modernisierung, Cloud-Infrastruktur, Plattform-Engineering sowie AI- und Data-Engineering spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitende aus über zehn Nationen.

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„Dieses Investment ist für uns vor allem eines: der Beweis, dass man auch in Europa – und in Österreich – herausragende Tech-Unternehmen schnell und erfolgreich aufbauen kann. Es unterstreicht die Arbeit der letzten Jahre und gibt uns die Mittel, den nächsten Schritt zu gehen. Wir wollten einen Partner, der versteht, wie wir arbeiten, vom ersten Tag an mit uns ans Whiteboard geht und uns mit Kapital und Transaktionserfahrung verstärkt. Bei Sophora haben Kompetenz, Referenzen und Chemie gepasst – also genau die Kriterien, nach denen auch wir unsere Kunden auswählen“, erklären Matthias Kreuzriegler und Manuel Klein.

Und weiter: „Wir haben mit Squer gezeigt, dass sich vom Standort Österreich aus moderne AI-Solutions für den gesamten DACH-Raum liefern lassen – auf einem Niveau, das internationalen Vergleich nicht scheut. Genau darauf bauen wir jetzt auf.“

Technologiegetriebene Dienstleistungen mit „Engineering-Tiefe“ gehören auch für Benjamin Hubner, Managing Partner von Sophora, zu den attraktivsten Investitionsfeldern im DACH-Raum, wie er erzählt: „Während Standardentwicklung zunehmend unter KI-Druck gerät, wächst genau der hochwertige, kundennahe Bereich, in dem Squer zu Hause ist. Was die Gründer hier aus eigener Kraft geschaffen haben, ist außergewöhnlich – gemeinsam mit ihnen wollen wir daraus eine führende Gruppe für digitale Transformation, Software-Modernisierung und angewandte KI im deutschsprachigen Raum aufbauen.“

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