07.04.2017

Agro Innovation Lab startet Call für Startup-Programm 2017

Die Agro Innovation Lab GmbH (AIL) startet jetzt zum zweiten Mal ihr Startup-Acceleration Programm. Junge Unternehmen mit Innovationen aus dem Agrarbereich können sich ab sofort bis Ende Mai bewerben.
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Ausgewählte Startups präsentierten am Demo Day des AIL im Vorjahr zahlreiche Ideen. Heuer findet bereits die zweite Runde des Startup-Acceleration Programms statt. (c) Wolfography

Die besten Produktideen, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle werden gemeinsam mit der AIL weiterentwickelt und die Startups bei der Marktpositionierung unterstützt. Die Acceleration Weeks finden in diesem Jahr sowohl in Österreich als auch in Deutschland statt und bieten ein noch größeres Netzwerk an Mentoren als noch im Vorjahr.

Weiterentwicklung agrarischer Ideen

Die AIL hat es sich als Innovationsplattform zum Ziel gesetzt neue Innovationen für den landwirtschaftlichen Bereich zugänglich zu machen. Um das zu realisieren, unterstützt sie Unternehmerinnen und Unternehmer bei der Weiterentwicklung agrarischer Ideen sowie einer erfolgreichen Marktpositionierung im Zuge von Startup-Acceleration Programmen. „Wir sind stolz, dass das Agro Innovation Lab im vergangenen Jahr auf internationaler Ebene große Aufmerksamkeit erzielen konnte und wir nun bereits das zweite Startup-Acceleration Programm auflegen. Wir freuen uns auch heuer wieder auf zahlreiche Bewerbungen aus der ganzen Welt“, sagt Reinhard Bauer, Geschäftsführer des Agro Innovation Labs.

Die Bewerbungsfrist läuft ab sofot bis Ende Mai.

Startup-Acceleration Programm 2017

Zum Startup-Acceleration Programm 2017 können sich ab sofort bis Ende Mai junge Unternehmen aus der ganzen Welt mit ihren Geschäftsideen bewerben. Im Anschluss an die Bewerbungsphase werden die Startups von Experten bewertet und Schnittstellen zu den Agrar-Kernbereichen der RWA und der BayWa identifiziert. Die sechs Unternehmen mit den besten bzw. interessantesten Innovationen werden in der zweiten Jahreshälfte abwechselnd nach Wien und München zu dem viermonatigen Acceleration Programm eingeladen um diese weiterzuentwickeln. Die Unternehmen erhalten im Rahmen des Programms den Zugang zu einem breiten internationalen Netzwerk mit großem Know-how und langjähriger Erfahrung und werden von Mentoren der RWA und der BayWa unterstützt.

Redaktionstipps

Erste Programm-Erfolge

Im Vorjahr haben sich 160 Startups aus 49 Ländern zum Startup-Acceleration Programm der AIL beworben. Aus diesen wurden vier Unternehmen aus Italien, der Slowakei, Israel und Österreich ausgewählt. Gemeinsam mit der AIL haben die Jungunternehmer intensiv an ihrem Unternehmensportfolio gearbeitet und die eigenen Produkte – aus den Bereichen pflanzliche Biotechnologie, Bewässerungssysteme sowie IT-Systeme – weiterentwickelt. Derzeit laufen Gespräche über potenzielle Beteiligungen sowie über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Rahmen von strategischen Kooperationen mit RWA und BayWa.

Über Agro Innovation Lab

Die Agro Innovation Lab GmbH (AIL) ist eine gemeinsame Innovationsplattform der BayWa AG und der RWA Raiffeisen Ware Austria AG mit Hauptsitz in Wien. Aufgabe der AIL ist es neue Innovationen für den landwirtschaftlichen Bereich zugänglich zu machen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt dabei auf der Durchführung von Startup-Acceleration Programmen. In deren Rahmen werden Jungunternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Produkte und einer erfolgreichen Etablierung am Markt unterstützt.

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(v.l.) Antonia Riva-Frizberg, Theresa Kohl, Johanna Marie Reinedahl und Sara Kapeller sind für den Bierlein-Preis 2026 nominiert.

Der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis geht 2026 in die zweite Runde. Er zeichnet Frauen unter 35 für unternehmerische oder innovative Leistungen mit Österreichbezug aus. Aus rund 100 Bewerbungen haben das Wirtschaftsministerium (BMWET) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) 35 junge Frauen in die Shortlist aufgenommen, darunter Gründerinnen, Forscherinnen und Führungskräfte.

Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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